14.02.2019 - Patrick Breitmann

Fußballverband Sachsen-Anhalt veranstaltet Inklusionscup in Merseburg

Es gibt ihn nicht - den Inklusionsknopf! Von selbst wird sich eine noch stärkere Integration von Menschen mit Behinderung in verschiedene gesellschaftliche Bereiche nicht realisieren. Der Begriff muss durch die Allgemeinheit mit Leben erfüllt werden und zwar in allen Teilbereichen - auch im Sport: Wie tatsächliche und vor allem auf eine schöne Art gelungene Inklusion aussehen kann, konnte jüngst in Merseburg beobachtet werden.

Der Landesverband der Fußballer hat dort gemeinsam mit dem Fachverband Fußball des Saalekreises den vierten Inklusionscup ausgerichtet. Bei dem besonderen Turnier geht es darum, dass Einrichtungen für Menschen mit Behinderung jeweils einen Partner aus dem Sport finden. Mit Fußballvereinen wird kooperiert, um für den Cup gemischte Mannschaften zu bilden. Menschen mit Handicap spielen also gemeinsam mit nicht behinderten. Die dafür notwendigen Partnerschaften auf den Weg zu bringen ist zwar nicht immer ganz einfach, aber dennoch eine Aufgabe, die dem Inklusionsbeauftragten des Fußballlandesverbands am Herzen liegt: Dirk Overbeck war sozusagen das Bindeglied - und das auch schon bei den vorherigen Auflagen des Inklusionscups. "Begonnen haben wir mal mit zehn Teams", blickt der Inklusionsbeauftragte auf die Anfänge vor drei Jahren zurück. Mittlerweile erklären sich immer mehr Einrichtungen sowie Vereine bereit, bei dem Turnier mitzumachen. Die positiven Erfahrungen der Teilnehmer in der jüngeren Vergangenheit spielen dabei sicher eine Rolle. 15 gemischte Mannschaften waren es bei der aktuellen Auflage in Merseburg. Aus weiten Teilen Sachsen-Anhalts kamen die gemischten Mannschaften, beispielsweise aus der Landeshauptstadt, Halberstadt oder auch aus Halle. Der Hallesche Fußballclub hatte etwa ein Team mit einer Behindertenwerkstatt aus der Saalestadt gebildet. Über Stunden hinweg stand bei dem Hallenturnier dann die Freude am Sport im Vordergrund. Ansehnlicher Fußball wurde sogar geboten. Tore wurden hin und wieder richtig gut herausgespielt. Außerdem war der respektvolle Umgang der Gegner miteinander augenscheinlich. Mit dem Sieger freuten sich bei der toll gestalteten Ehrung alle Turnierteilnehmer. Das von der Lebenshilfe Merseburg sowie dem VfB Imo Merseburg gebildete Team durfte den goldenen Wanderpokal freudestrahlend in die Höhe stemmen. Zahlreiche Kameras waren dabei auf die Sportler gerichtet. Vor allem die Fußballer mit Handicap freuten sich über die Aufmerksamkeit. Für das Organisationsteam war die vierte Auflage daher ein Erfolg. "Der Inklusionscup ist das größte Turnier dieser Art in Sachsen-Anhalt", erwähnt Overbeck. Wohl auch deshalb wurde am Rande der Sportveranstaltung eine Gesprächsrunde initiiert: Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen kamen an einen Tisch, um über das Thema Inklusion im Sport zu diskutieren. Um Angebote wie etwa den Inklusionscup langfrisitig aufrecht erhalten zu können und vielleicht noch auszubauen, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden. Demnach müssten die jeweiligen Satzungen einzelner Verbände den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden. Das Ehrenamt müsse weiter gestärkt werden, zudem müsse auch die Finazierung langfrisitig gesichert werden. Im Ergebnis der Runde gab es nicht nur die aufgezählten Erkenntnisse, sondern auch schon grobe Ideen, die angestrebten Ziele zu erreichen. Die Organisatoren sind froh, dass ihre Bemühungen auch in dieser Hinsicht Früchte tragen. Und die Teilnehmer der aktuellen Auflage freuen sich ganz bestimmt auf ein Wiedersehen beim nächsten Inklusionscup 2020!