25.08.2019 - Annette Lippstreu/ICF/DBS/BSSA

Gute WM-Platzierungen und ein Quotenplatz für Tokio

Ivo Kilian - Daumen hoch für 2020
Ivo Kilian - Daumen hoch für 2020
Mit den Plätzen acht und neun in ihren Finalrennen der Startklasse KL2 kommen Anja Adler und Ivo Kilian (HKC 54) heute von der WM Para Kanu aus Ungarn zurück.

Ihre sehr gute Platzierung sah Anja Adler direkt nach dem Rennen mit gemischten Gefühlen. „Das Rennen war zweigeteilt. Auf den ersten 100 Metern fand ich meinen Rhythmus nicht. Der Wind drückte auf der Außenbahn von hinten rechts und ich musste viel mit dem Paddel gegensteuern. In der zweiten Rennhälfte lief es dann sehr gut und ich konnte die Chinesin noch abfangen.“ Die 30-jährige Rollstuhlfahrerin kann das Boot nicht mit den Füßen steuern, sondern hat ein fixiertes Steuer. Wenn dann der Wind, wie in Szeged stark schräg in die Bahn bläst, muss sie mit dem Paddel gegensteuern. Das bremst natürlich die Geschwindigkeit. Doch Anja Adler hat mit dieser Platzierung einen Quotenplatz für die Paralympics in Tokio im kommenden Jahr erreicht. Die Bekanntgabe wird in der kommenden Woche vom ICF erwartet. Dies erklärte Bundestrainer André Brendel und führte weiter aus: „Das ist insgesamt ein tolles Ergebnis von Anja. Sie hat durchaus Potential für mehr und das lässt auf das nächste Jahr hoffen.“ Weltmeisterin wurde die Britin Charlotte Henschaw.
Ivo Kilian war mit seinem neunten Platz überhaupt nicht zufrieden. „Ich bin ziemlich enttäuscht von meiner Leistung im Finale. Vor- und Zwischenlauf liefen super und somit war ich sehr zuversichtlich vor dem Rennen am Samstag. Die Bedingungen waren sehr gut, aber ich konnte es einfach nicht umsetzen und hab’s verrissen.“ Der Bundestrainer sah es ähnlich und meinte dazu: „Ivo Kilian kam diesmal nicht richtig in sein Rennen. Vorlauf und Halbfinale waren deutlich besser. Vor allem die Dynamik fehlte.“ Damit verpasste der 42-Jährige auch einen Quotenplatz für Tokio diesmal knapp. Doch unterkriegen lassen will er sich nicht, sondern nun den Fokus auf die Heim-WM 2020 in Duisburg legen und dort die Chance für die Paralympics-Qualifikation nutzen. Der WM-Titel in diesem Jahr ging an den Australier Curtis McGrath.
„Insgesamt bin ich mit der Vorstellung der gesamten Mannschaft sehr zufrieden. Wir haben mehr erreicht, als noch im Frühjahr zu erwarten war. Alle haben hervorragend trainiert und konnten hier in Szeged ihre Leistungen abrufen. Vier Quotenplätze bereits jetzt zu haben, erleichtert die Vorbereitung auf die nächste Saison und die Paralympics natürlich sehr“, sagte der Bundestrainer abschließend.