07.04.2020 - Frank Löper

Millionenschäden auch im Vereinssport erwartet

Vor zwei Wochen hat der LSB Sachsen-Anhalt seine Mitgliedsvereine und -verbände aufgefordert, die finanziellen Schäden, die ihnen im Zuge der Corona-Pandemie in der laufende Vereins- und Verbandsarbeit entstehen, zu beziffern und auf einem Abfragebogen zu melden. Ziel der Umfrage ist es, die Existenz der zum Teil stark in wirtschaftliche Turbulenzen geratenen Vereine zu sichern. Zwischenzeitlich liegen Rückmeldungen von 420 Sportvereinen vor, die wirtschaftliche Einbußen in Höhe von 4,4 Millionen Euro beziffern. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl seiner 3.060 Sportvereine rechnet der LSB Sachsen-Anhalt mit einem Gesamtschaden für den gemeinnützigen Vereinssport in Sachsen-Anhalt im zweistelligen Millionenbereich.

Die Schwerpunkte bei den Vereinsrückmeldungen liegen im Bereich der laufenden Personalkosten, wegbrechender Sponsoreneinnahmen und fehlender Einnahmen durch Eintrittsgelder bei Sportveranstaltungen. Aber auch die laufenden Betriebs- und Nebenkosten ihrer Sportanlagen machen den Vereinen schwer zu schaffen.
„Wenn der Vereinssport auch nach der Corona-Krise weitergehen soll, müssen wir gemeinsam mit der Politik Lösungen finden, wie die Vereine ihr Personal über diese finanzielle Durststrecke bringen. Wir müssen Sorge dafür tragen, dass sie nicht auf den Kosten für nicht einlösbare vertragliche Verpflichtungen, Betriebskosten für Sportanlagen oder Stornogebühren für Veranstaltungen und Wettkämpfe sitzen bleiben. Mit diesem Anliegen habe ich mich bereits an Sportminister, Holger Stahlknecht, gewandt“, machte die Präsidentin des LSB Sachsen-Anhalt, Silke Renk-Lange, frühzeitig auf das Problem aufmerksam. „Aktuell gibt es sicherlich noch wichtigere Probleme zu lösen als dem Sport und den Vereinen wieder auf die Beine zu helfen. Nichtsdestotrotz machen wir uns als Interessenvertreter des gemeinnützigen Vereinssports schon jetzt dafür stark, dass es auch für den Sport als wesentliche gesellschaftliche Säule finanzielle Unterstützung gibt“, so die LSB-Präsidentin weiter.
„Zurzeit gibt es viel Solidarität der Sportfamilie untereinander, wie kreative Spendenaktionen von Vereinsmitgliedern und Fanclubs. Bei den GEMA-Gebühren oder beim Versicherungsschutz kommen uns unsere langjährigen Partner entgegen. Lotto Sachsen-Anhalt hat erst vor weniger Tagen einen Hilfsfond für gemeinnützige Organisationen aufgelegt. Das alles hilft, wird aber nicht ausreichen, um unsere Sportvereine unversehrt über diese schwere Zeit zu bringen“, sagt der Vorstandsvorsitzende des LSB Sachsen-Anhalt, Dr. Lutz Bengsch. Er fordert die Vereine auf, weiterhin ihre Rückmeldungen zu finanziellen Schäden online auf dem beigefügten Fragebogen an den LSB Sachsen-Anhalt zu melden.

Die digital ausgefüllten Fragbögen sendet Ihr bitte ausschließlich per Mail an:
coronahilfe@lsb-sachsen-anhalt.de

PDF-DateiFragebogen des LSB Sachsen-Anhalt zur Corona-Hilfe