14.11.2015 - Frank Löper

Neue gesellschaftliche Herausforderungen für den Sport

LSB-Präsident Andreas Silbersack bei seinem Bericht an die Delegierten des Hauptausschusses.
LSB-Präsident Andreas Silbersack bei seinem Bericht an die Delegierten des Hauptausschusses.
Beim Hauptausschuss des LSB Sachsen-Anhalt am 14. November in Staßfurt standen neben den klassischen Themen wie Mitglieder- und Sportentwicklung sowie Finanzierung des Sports auch zahlreiche gesellschaftspolitische Themen auf der Agenda.

Was kann der Sport zur Integration der Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt beitragen?
Wie können die demokratischen Strukturen des Sports gestärkt werden?

Fragen, die Andreas Silbersack, Präsident des LSB Sachsen-Anhalt, in seinem Bericht an die Präsidenten der Landesfachverbände sowie der Kreis-und Stadtsportbünde aufgriff. Ein in dieser Woche der Öffentlichkeit vorgestelltes Konzept „Sport mit Flüchtlingen“ beinhaltet Betreuungsangebote in den Zentralen Anlaufstellen (ZAst) durch die Sportjugend, die ideelle und finanzielle Unterstützung der Initiativen von Sportvereinen und –verbänden vor Ort sowie die Koordinierung und Qualifizierung von nachhaltiger Integrationsarbeit durch die bestehenden Projekte „Integration durch Sport“ und „Menschlichkeit und Toleranz im Sport“.
„Beim Sporttreiben gibt es keine Sprachbarrieren. Sport trägt zum gegenseitigen Verständnis bei, schafft gemeinsame Erlebnisse und hilft Vorbehalte gegenüber fremden Kulturen abzubauen“, betonte der LSB-Präsident. “Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung durchaus bewusst“, so Silbersack vor den Hauptausschussmitgliedern.
„Unsere Möglichkeiten zur Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft sind vielfältig. Zur Umsetzung gibt es aber auch notwendige Voraussetzungen.“ Konkret sprach er dabei die Problematik der Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen und die notwendige finanzielle Unterstützung durch das Land Sachsen-Anhalt an.
Ein klares Zeichen setzten die Mitglieder des Hauptausschusses bei ihrer Abstimmung zum Ausschluss des FC Ostelbien Dornburg e.V. aus dem LSB. Die Präsidenten der 14 Kreis- und Stadtsportbünde sowie der 48 Landesfachverbände bestätigten einstimmig die Entscheidung des LSB-Präsidiums, das den Verein wegen groben unsportlichen Verhaltens gemäß § § 8 Ziff. 3c der Satzung am 31. August 2015 ausgeschlossen hatte. Da der Verein selbst drei Tage zuvor seinen Widerspruch gegen diese Entscheidung zurückgezogen hatte, wäre eine Abstimmung nicht notwendig gewesen. „Das Ergebnis zeigt uns, dass wir mit unserer Entscheidung richtig liegen. Es stellt die Entscheidung des LSB-Präsidiums auf breite demokratische Füße“, so der LSB-Präsident.
Mit neuen Mitglieder und stabile Finanzen ist der LSB Sachsen-Anhalt fit für die Aufgaben der Zukunft. LSB-Präsident Andreas Silbersack konnte in Staßfurt im dritten Jahr in Folge steigende Mitgliederzahlen verkünden. Die 4.675 zusätzlichen Mitglieder lassen die LSB-Mitgliederzahl auf 341.295 in 3.147 Sportvereinen anwachsen. Der Organisationsgrad (Anteil Wohnbevölkerung zur LSB-Mitgliederzahl) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,55 % auf 15,21 % (Stand: 01.01.2015).
Im Rahmen einer umfangreichen Tagesordnung bestätigten die Mitglieder des Hauptausschusses den Abschluss des LSB-Haushaltsjahres 2014 (inklusive Trainerpool und Sportinternate, Mensen) mit einem Gesamtetat von ca. 21 Mio. Euro, sowie den der Landessportschule Osterburg von ca. 2,3 Mio. Euro. Auch dem LSB-Nachtragshaushalt 2015 in Höhe von ca. 22 Mio. Euro sowie dem der Landessportschule in Höhe von 2,6 Mio. Euro wurde zugestimmt.
Mit dem Beschluss zu einer Bewertungsmaske für olympische und paralympische Sportarten bestätigten die Delegierten überarbeitete Kriterien zur Vergabe der für den Leistungssport jährlich zur Verfügung stehenden ca. 4 Mio. Euro. Mittelkonzentration bei gleichzeitiger Deckelung der zur Verfügung stehenden Finanzen mit der Zielstellung Medaillen und vordere Platzierungen bei Olympischen Spielen und Paralympics nach Rio de Janeiro 2016 lautet hier die Devise ab 2017.
Beschlussfassungen zur Verwendung des Solidarbeitrages, zur Zuordnung des Mitglieder in allgemeinen Sportgruppen, zur Unterstützung der Eigenfinanzierung der Landesfachverbände und zur Auslobung neuer, zeitgemäßer Wettbewerbe, bei denen sich inhaltlich besonders der Leichtathletikverband Sachsen-Anhalt einbrachte, rundeten die konstruktive Arbeitstagung in Staßfurt ab.