26.01.2016 - Frank Löper

„Großer Stern des Sports“ in Gold für VfL Bad Wildungen

Karsten Heine (Roter Stern Sudenburg/2.v.r.) und Uwe Fabig (Volksbank Magdeburg/2.v.l.) bei der Ehrung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel, DOSB-Präsident Alfons Hörmann (links) und BVR-Präsident Uwe Fröhlich. (Foto: wirkhaus GbR)
Karsten Heine (Roter Stern Sudenburg/2.v.r.) und Uwe Fabig (Volksbank Magdeburg/2.v.l.) bei der Ehrung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel, DOSB-Präsident Alfons Hörmann (links) und BVR-Präsident Uwe Fröhlich. (Foto: wirkhaus GbR)
Weil er Flüchtlingen aus der ganzen Welt ein sportliches Zuhause bietet, ist der VfL Bad Wildungen am 26. Januar in Berlin mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold 2015 geehrt worden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den deutschen Volksbanken Raiffeisenbanken verliehen, die damit das wertvolle ehrenamtliche Engagement der Sportvereine für die Gesellschaft würdigen. Sachsen-Anhalts Vertreter, der Verein Roter Stern Sudenburg aus Magdeburg, der sich auch dem Thema Integration von Flüchtlingen im Sport widmet, belegt einen vierten Platz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichte den „Großen Stern des Sports“ in Gold in der DZ BANK am Brandenburger Tor gemeinsam mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Uwe Fröhlich, dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).
Der VfL Bad Wildungen aus Hessen, begleitet von der Waldecker Bank eG, gibt Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern ein sportliches Zuhause. Seit 2014 bietet der Verein Asylsuchenden die kostenfreie Mitgliedschaft an. Nahezu 30 Kinder, Jugendliche und ganze Nicht-Schwimmer-Familien haben zum Beispiel durch den Verein schwimmen gelernt. Auch in Fitnesskursen, beim Boxen und Fußball trainieren die Neuankömmlinge mittlerweile regelmäßig. Durch den Sport und die Gemeinschaft fällt es vielen leichter, mit der schwierigen Situation in einem neuen Land umzugehen. Und auch der Verein profitiert von den Neuankömmlingen: das Vereinsleben ist bunter und reicher geworden.
„Sport ist die Sprache, die jeder sofort versteht. Unabhängig von Hautfarbe, Religion und Nationalität gelten für alle die gleichen Spielregeln im fairen Wettkampf. Nicht woher du kommst, sondern wohin du willst und was du dafür bereit bist zu leisten, sind die entscheidenden Fragen“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann bei der Preisverleihung.
Der zweite Platz und ein Preisgeld von 7.500 Euro geht an den TSV Georgsdorf 1958, begleitet von der Volksbank Niedergrafschaft eG. „Viele schaffen mehr: Der TSV Georgsdorf gestaltet ein ganzes Dorf. AGENDA 2015“ lautet das Motto der Initiative gegen Landflucht des Vereins aus der Region Weser-Ems in Niedersachsen.
Der mit 5.000 Euro dotierte dritte Platz ging an den F.C. Süderelbe von 1949 aus Hamburg, begleitet von der Hamburger Volksbank eG. Der Verein organisiert in Eigenregie eine Berufs- und Ausbildungsmesse mit Schwerpunkt Integration.
Einen von insgesamt 14 mit 1.000 Euro dotierten vierten Plätzen belegte Sachsen-Anhalts Vertreter, Roter Stern Sudenburg e.V., der von der Volksbank Magdeburg eG begleitet wird. Die Fußballabteilung des Vereins führt über den Sport Kinder und Jugendliche mit Wurzeln in unterschiedlichsten Ländern zusammen. Rund 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund. Viele kommen aus dem nahe gelegenen Asylbewerberheim. Der Verein hilft, Sprachbarrieren zu überwinden, kulturelle und religiöse Unterschiede zu berücksichtigen, finanzielle Engpässe zu meistern und bürokratische Hürden zu nehmen. Große Unterstützung erfährt der Verein dabei von einer ehemaligen Asylbewerberin aus Angola, Juliana Gombe, die vor 18 Jahren nach Magdeburg kam. Sie begleitet Flüchtlinge zum Beispiel bei Behördengängen.
Insgesamt erhielten 17 Sportvereine aus ganz Deutschland einen Preis für ihr beispielhaftes gesellschaftliches Engagement. Sie hatten sich zuvor in dem dreistufigen Wettbewerb auf der Lokal- und Landesebene mit dem „Großen Stern des Sports“ in Bronze und Silber durchgesetzt und für das Bundesfinale qualifiziert.
BVR-Präsident Uwe Fröhlich lobte den beispielhaften Einsatz der Vereine: „Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt, mit welchen Angeboten die Vereine auf brennende aktuelle gesellschaftliche Themen reagieren und sich für andere einsetzen. Als regional verankerte Genossenschaftsbanken ist es uns ein großes Anliegen, dieses breite ehrenamtliche Engagement zu fördern und den Sportvereinen mit den ‚Sternen des Sports‘ die breite Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie verdienen.“
Der DOSB und die Volksbanken und Raiffeisenbanken schreiben die „Sterne des Sports“ seit 2004 jährlich aus. Durch die Prämierungen auf Orts-, Landes- und Bundesebene flossen den teilnehmenden Vereinen bisher mehr als fünf Millionen Euro zugunsten ihres gesellschaftlichen Engagements zu. Bereits in den nächsten Wochen startet auf lokaler Ebene die Ausschreibung für die „Sterne des Sports“ 2016.

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