24.06.2016 - Frank Löper

Rettungsschwimmer bei Wasserangeboten notwendig

Rettungsschwimmer bei der Arbeit.
Rettungsschwimmer bei der Arbeit.
Wie die DLRG Sachsen-Anhalt pünktlich zum Start in die Sommerferien informiert, ist grundsätzlich für alle Sport- bzw. Vereinsangebote im Wasser eine Person zur Wasseraufsicht notwendig. Falls der entsprechende Übungsleiter oder Trainer keine Qualifikation als Rettungsschwimmer besitzt, muss eine zusätzliche Person anwesend sein, die diese Qualifikation erfüllt.

Die notwendigen Voraussetzungen sind: 1) Mindestalter 18 Jahre, 2) Rettungsschwimmerstufe Silber, 3) Nachweis der Rettungsfähigkeit alle zwei Jahre, 4) Fortbildung in der Ersten Hilfe alle zwei Jahre oder alternativ zu 3) und 4) Wiederholung Rettungsschwimmerstufe Silber alle zwei Jahre. Die DLRG Sachsen-Anhalt gibt Informationen zur Ausbildung von Rettungsschwimmern und kann bei Bedarf auch Rettungsschwimmer regional zur Verfügung stellen.
Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen hat dafür eine Richtlinie 94.05 erarbeitet, die bundesweit Gültigkeit hat. Bezüglich der Wassertiefe ist Folgendes festzustellen. In der Richtlinie (geändert 2015) ist keine Vorgabe zur Aufsichtspflicht ab welcher Wassertiefe mehr zu finden.
Hier heißt es: "In einzelnen Bädertypen ... befinden sich häufig kleine Schwimm- und Badebecken mit geringer Wassertiefe. Sie haben durch ihr Angebotsprofil und die besondere Nutzungscharakteristik ein geringeres Gefährdungspotenzial. Bei diesen Becken ist daher eine dauerhafte Beaufsichtigung des Badebetriebs nicht notwendig. Sie wird vom Nutzerkreis nicht erwartet und kann dem Betreiber auch nicht zugemutet werden. Die Mitarbeiter der Anlage müssen jedoch die Becken in ihre regelmäßigen Kontrollgänge einbeziehen."
Auf Grund dessen sowie der DGUV Regel zum Betrieb von Bädern (Pkt. 4.2.5 Wassertiefe Nichtschwimmerbereich) wird praktisch von vielen Badbetreibern abgeleitet, dass bis zu einer Wassertiefe von 1,35 m keine direkte Aufsicht zu stellen ist. Nur bei größeren Attraktionen wie z.B. Whirlpools oder Strömungskanälen soll in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle bzw. Aufsicht erfolgen. Was im Einzelfall regelmäßig heißt, dass wird wohl im schlimmsten Fall ein Richter für verbindlich erklären. Letztlich legt der jeweilige Badbetreiber die Nutzungs- und Haftungsbedingungen für Schwimmbäder selbst fest, z.B. über eine Badeordnung.
Aus Sicht der DLRG Sachsen-Anhalt ist es daher dringend zu empfehlen, dass auch für Sport- und Vereinsangebote im Flachwasser eine Wasseraufsicht mit der genannten Qualifikation zu stellen ist.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die
DLRG Landesverband Sachsen-Anhalt
Holger Friedrich
Tel. 03 45/5 20 09 60