12.09.2016 - BSSA

Platz vier für Tino Kolitscher bei den Paralympics

Tino Kolitscher mit Ehefrau Katja und Tochter Maria, die daumendrückend in Rio dabei waren. Foto (D. Rüprich)
Tino Kolitscher mit Ehefrau Katja und Tochter Maria, die daumendrückend in Rio dabei waren. Foto (D. Rüprich)
Ruderer Tino Kolitscher, Sachsen-Anhalts Starter bei den Paralympics in Rio, ist mit dem Mixed Vierer im Finale auf Platz vier eingefahren. Bereits mit dem Finaleinzug hatte das Team sein Rio-Ziel übertroffen. Mit Platz vier war nicht zu rechnen - ein super Erfolg!

Die Chronik in Rio: Herzbeben im Team, Valentin Lutz, neben den beiden Ruderinnen und der Steuerfrau der andere Mann neben Kolitscher im Boot, kämpfte nach der Ankunft in Rio mit Fieber. Das Boot konnte also dort kaum zum Training aufs Wasser. Dann, am Freitag (09.09.), die Vorläufe. Mit Vorlauf-Platz drei erreichte der Vierer eine tolle Position. Großbritannien und die USA hatten sich als Sieger der Vorläufe direkt für das Finale qualifiziert. Alle anderen zehn Boote mussten sich über zwei Hoffnungsläufe dem Kampf um den Einzug ins A- bzw. B-Finale stellen. Das deutsche Team um Steuerfrau Inga Thöne, Tino Kolitscher, Anke Molkenthin, Susanne Lackner und Valentin Luz ruderten sich am Samstag (10.09.) ins A-Finale, das am Sonntag stattfand.
Von Beginn an positionierten sich die Favoriten klar vorn und Deutschland hielt den Anschluss. Dieser Kampf brachte am Ende Platz vier ein. Paralympisches Gold ging an Großbritannien, vor den USA und Canada. Mit 7,44 Sek. Rückstand lief der deutsche Vierer sicher auf Platz vier ein und konnte Verfolger Südafrika mit einer knappen Sekunde auf Distanz halten. Damit hat der Mixed Vierer ein hervorragendes und realistisches Ergebnis für das Team Rio Sachsen-Anhalt und für Deutschland eingefahren.
„Wir sind alle sehr glücklich, vierter Platz, das klingt immer dramatisch, das ist es für uns aber nicht. Wir haben keine Medaille verloren, wir haben uns diesen Platz hart erkämpft und erarbeitet. Wir sind aus dem hinteren Teil der Leistungsdichte gekommen und haben alle Boote, die schlagbar waren, geschlagen“, kommentierte Tino Kolitscher den Wettkampf. Besonders freuten ihn auch die anerkennenden Reaktionen der anderen Mannschaften, die mit einem solchen Auftritt des deutschen Vierers nicht gerechnet hatten. „Noch im letzten Jahr sind wir mit einer niedrigen Schlagfrequenz durchs Rennen gefahren, auch beim Weltcup im Juni sind wir nicht sehr schnell gewesen. Hier in Rio haben wir eine Schippe drauf gelegt an Geschwindigkeit, an Schlagfrequenz und es hat funktioniert“, so Kolitscher, der sich nach dem Rennen auf die Party im Deutschen Haus freute, wo er auch Ehefrau Katja und Tochter Maria treffen konnte.
Nun geht der Blick auf die kommenden Starts der Aktiven aus Sachsen-Anhalt. Am Mittwoch (14.09.) bestreitet Andrea Eskau ab 10:40 Uhr (MESZ) im Einzelzeitfahren beim Handbiking ihren ersten Rio-Wettkampf. Für den Parakanuten Ivo Kilian gilt es am gleichen Tag ab 14:30 Uhr, sich im Vorlauf zu behaupten. Am Folgetag fällt für die Parakanuten die Finalentscheidung und Andrea Eskau startet im Straßenrennen.