15.09.2016 - Annette Lippstreu

Paralympics: Silber für Andrea Eskau und Finale für Ivo Kilian

(IPC/DBS/BSSA) „Auf diesem Kurs bin ich mit Silber sehr zufrieden. Ich liebe eigentlich die Berge, die waren hier eben nicht da. Ich gönne Dorothee den Sieg von Herzen“, mit diesem Statement kommentiert Andrea Eskau (USC Magdeburg) die erste Paralympische Medaille aus Rio für Sachsen-Anhalt.

Andrea Eskau im Interview mit Frank Stuckatz (MDR) nach dem silbernen Rio-Einzelzeitfahren. (Foto: Andrea Holz)
Andrea Eskau im Interview mit Frank Stuckatz (MDR) nach dem silbernen Rio-Einzelzeitfahren. (Foto: Andrea Holz)

Im heutigen Einzelzeitfahren über 20 Kilometer wurde sie hinter ihrer deutschen Teamkollegin Dorothee Vieth (Hamburger SV) mit 39.96 Sekunden Rückstand Zweite. Damit sorgten die beiden Handbikerinnen der Startklasse H4-H5 für den ersten deutschen Doppelsieg bei den Paralympics in Rio. Mit knapp anderthalb Minuten Vorsprung verwies Eskau die Niederländerin Laura de Vaan auf Rang drei. Die dritte Deutsche im Rennen, Christiane Reppe (GC Nendorf), fuhr 2:19.07 Minuten nach Vieth auf Platz sechs ein. "Das ist unglaublich, grandios. Die Freude ist riesengroß. Es war die Hölle auf der Strecke, so unglaublich heiß", sagte Vieth unmittelbar nach dem Rennen, bei dem sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37.986 Kilometern/Stunde über den Asphalt rauschte.
Eskaus Wert lag bei 37.201 Kilometern/Stunde. Noch beeindruckt vom Rennen, doch erleichtert und in bester Stimmung sendete sie die ersten Eindrücke: „Es war ein hartes Rennen, total flach und heute war der Wind unser Gegner. Es war echt hart. Durch die Hitze wird einem echt warm und das Atmen fällt schon schwer. Und dann hofft man nur und es zählt sich hinten raus ganz schön langsam runter. War aber super, ich bin wahnsinnig zufrieden mit Silber.“
Morgen muss sich Eskau mit fünf anderen Sportlerinnen, unter ihnen auch Teamkollegin Vieth, in der Mittagshitze ab 12:15 Uhr Ortszeit Rio (17:15 Uhr MESZ) der Herausforderung des Straßenrennens stellen.
Eine halbe Stunde, bevor Andrea Eskau auf den heißen Asphalt ging, startete Ivo Kilian (HKC 54) in der Startklasse KL2 im ersten Vorlauf Parakanu. Es waren 200 Meter zu bewältigen. Im Feld der fünf Athleten seines Laufes fuhr Kilian als Vierter ein. Erster wurde der Australier Curtis McGrath vor dem Ukrainer Mykola Syniuk und dem Slowenen Dejan Fabcic. Da nur die ersten beiden Athleten beider Vorläufe sich direkt fürs Finale qualifizierten, war klar, dass Kilian nur eine Stunde später wieder zum Paddel greifen musste. Das Semifinale stand an. Diesen Lauf bewältigte der 39-jährige ca. eine halbe Sekunde schneller, als den Vorlauf und erreichte als Vierter ins Finale. „Ivo hat das Finale und damit das ausgebende Ziel für Rio erreicht. Ich hatte mit der direkten Qualifikation geliebäugelt und hätte ihm, gewünscht, das Semifinale umgehen zu können. Die äußeren Bedingungen mit Wind schräg von vorne, waren nicht einfach und ließen offensichtlich eine bessere Platzierung nicht zu“, erste Worte von Kilians Trainer Ronny Waßmuth aus Halle unmittelbar nach dem Semifinale. Das Finale für Kilian startet morgen um 9:34 Uhr Ortszeit (14:34 Uhr MESZ). Dort sollte es Ivo Kilian gelingen, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, um eine gute Platzierung zu erreichen.