25.10.2016 - DOSB

Konferenz der Landessportbünde zur Spitzensportförderung

LSB-Präsident Andreas Silbersack ist derzeit Sprecher der Landessportbünde.
LSB-Präsident Andreas Silbersack ist derzeit Sprecher der Landessportbünde.
Die Konferenz der Landessportbünde hat am 21./22.10.2016 in Leipzig Stellung zum „Eckpunktepapier zur Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung“ bezogen. Andreas Silbersack, Sprecher der Landessportbünde betonte: "Auf die LSB kommt bei dem Prozess eine besondere Aufgabe zu: nicht mehr und nicht weniger als die Verzahnung der föderalistischen Förderung. Die LSB müssen quasi die Spitzensportförderung vom Bund mit der Förderung der Länder verbinden."

Hier die komplette Stellungnahme der Konferenz der Landessportbünde:
1. Die Landessportbünde bekennen sich zu ihrer Rolle und Verantwortung für den Leistungs- und Spitzensport.
2. Das Eckpunktepapier wird begrüßt.
3. Das Ziel einer Optimierung des leistungssportlichen Erfolgs im internationalen Maßstab wird zusammen mit der vorgenommenen Einschränkung „Kein Erfolg um jeden Preis“ mitgetragen. Es bedarf aber noch einer ergänzenden Aussage, dass die Legitimation des Spitzensports sich nicht in der Funktion der gesamtstaatlichen Repräsentation erschöpft.
4. Die Bildung eines Sportarten-/Disziplinen-Clusters, das grundsätzlich keine Bundesförderung mehr erhalten soll, stellt einen Paradigmenwechsel in der deutschen Spitzensportförderung dar. Eine Fortsetzung dieser Logik bis an die Basis darf nicht ungeprüft erfolgen. Der Erfolg des organisierten Sports in Deutschland beruht in weiten Teilen auf seiner Vielfalt. Diese darf durch eine Reform der Spitzensportförderung, die nur einen kleinen Ausschnitt des organisierten Sports darstellt, nicht gefährdet werden.
5. Im vorgeschlagenen Verfahren zur Ermittlung von Förderentscheidungen unterstützen die Landessportbünde die angestrebte Stärkung der Rolle des DOSB und fordern, diese konsequent umzusetzen.
6. Die Landessportbünde erwarten eine deutliche Verstärkung und Professionalisierung des hauptberuflichen Leistungssportpersonals in den Spitzenverbänden und Bundesstützpunkten.
7. Die Verzahnung der auf Bundesebene geplanten Reform mit der Arbeit der Landessportbünde ist stärker als bisher in den Blick zu nehmen. Die Landessportbünde er-warten eine angemessene Einbeziehung in die Förderkommission, soweit Finanzen der Länder bzw. der Landessportbünde betroffen sind. Sie werden hierzu eine AG Leistungssport einrichten.
8. Die noch offenen Fragen der künftigen Steuerung der wissenschaftlichen Unterstützung des Spitzensports und der Neustrukturierung der Olympiastützpunkte sind mit Priorität zu klären.
9. Für die Umsetzung der Reform ist baldmöglichst ein detaillierter Zeitplan und damit Planungssicherheit herzustellen.