13.11.2016 - Frank Löper

Leistungssport nach Rio vor großen Herausforderungen

Die Mitglieder des LSB-Hauptausschusses bei einer Abstimmung.
Die Mitglieder des LSB-Hauptausschusses bei einer Abstimmung.
Am 12. November tagte in Staßfurt der Hauptausschuss des LSB Sachsen-Anhalt. Auf der Tagesordnung des zweithöchsten Gremiums des Sports im Bundesland standen traditionell die Mitgliederentwicklung und die Jahresfinanzabschlüsse der größten gemeinnützigen Personenvereinigung des Landes. Das dominierende Thema des ersten LSB-Hauptausschusses nach den Olympischen Spielen und den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro aber war die Fragestellung: Wie geht es auf Bundes- und auf Landesebene weiter im Leistungssport?

Andreas Silbersack, Präsident des LSB Sachsen-Anhalt, als Sprecher der Landesportbünde intensiv in den Prozess der Erarbeitung der Leistungsportstrukturreform in Deutschland eingebunden, konnte den Vertretern der Landesfachverbände sowie der Kreis-und Stadtsportbünde Informationen aus erster Hand geben.
"Auf die Landessportbünde kommt bei der Strukturreform eine besondere Aufgabe zu. Sie müssen die Spitzensportförderung vom Bund mit der Sportförderung der Länder verbinden und verzahnen", betonte Silbersack. Aus aktuellem Anlass kritisierte der LSB-Präsident in Staßfurt den „ausbleibenden Rückenwind durch die Bundespolitik“. Der deutsche Bundestag hatte am Tag zuvor nur ca. 5,2 Millionen der erhofften 15 bis 16 Millionen Euro als Anschubfinanzierung für die Reformen im Haushalt 2017 bewilligt.
Der LSB-Hauptausschuss bestätigte für den Leistungssport in Sachsen-Anhalt Präzisierungen zum bestehenden Bewertungssystem der Olympischen Sportarten und den damit verbunden Trainerstellen. Auswirkungen hat das ab 2017 für die Sportarten Basketball (weiblich), Handball (weiblich) und Wasserspringen, die aus der Förderung als Schwerpunksportart II in die Fördersportarten „absteigen“ und für die Sportarten Ringen, Rhythmische Sportgymnastik und Fußball, die den Status Fördersportart auf Landesebene verlieren. Trotz verständlicher Gegenrede betroffener Verbände fand der Vorschlag dennoch eine deutliche Stimmenmehrheit.
Die Beschlussfassung zu einem neuen Leistungsportkonzept des LSB Sachsen-Anhalt für die Jahre 2017 bis 2020 stellte man auf das 1. Halbjahr 2017 zurück, um so die Entwicklung auf Bundesebene abwarten zu können. „Die entscheidenden Weichen für die Leistungsportstrukturreform in Deutschland werden von der 13. Mitgliederversammlung des DOSB ausgehen, für die wir Anfang Dezember in Magdeburg Gastgeber sein dürfen“, freut sich der LSB-Präsident.
Die Mitglieder des Hauptausschusses bestätigten ebenfalls das LSB-Strategiekonzept für die Jahre 2017 bis 2020, das die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit für die kommenden Jahren in den Themenfeldern Ehrenamt, Sportförderung und Sportstätten sowie die Zielstellungen für die Bereiche Breitensport, Leistungssport sowie Sport und Gesellschaft formuliert.
Mit neuen Mitglieder und stabile Finanzen ist der LSB Sachsen-Anhalt (LSB) fit für die Aufgaben der Zukunft. LSB-Präsident Andreas Silbersack konnte in Staßfurt im vierten Jahr in Folge steigende Mitgliederzahlen verkünden. Die 5.395 zusätzlichen Mitglieder lassen die Mitgliederzahl des LSB auf 346.690 in 3.154 Sportvereinen anwachsen. Der Organisationsgrad (Anteil Wohnbevölkerung zur LSB-Mitgliederzahl) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,30 % auf 15,51 % (Stand: 01.01.2016).
Im Rahmen einer umfangreichen Tagesordnung bestätigten die Mitglieder des Hauptausschusses den Abschluss des LSB-Haushaltsjahres 2015 mit einem Gesamtetat von ca. 22 Mio. Euro, sowie den der Landessportschule Osterburg von ca. 2,6 Mio. Euro. Auch dem LSB-Nachtragshaushalt für das Jahr 2016 in Höhe von ca. 23,7 Mio. Euro sowie 3,0 Mio. Euro für die Landessportschule wurde zugestimmt. Den Haushaltsansätzen für die Jahre 2017 und 2018 wurde ebenfalls das Votum der Mitglieder erteilt.