31.05.2017 - Olaf Wolf

Sachsen-Anhalts Fecht-Nachwuchs mischt fleißig mit

Drei Finalplätze bei Heim-DM: Jennifer Balle, Philipp Ahlvers und Richard Spielmann (alle Fechtcentrum Halle) mit Trainer Hannes Jetz
Drei Finalplätze bei Heim-DM: Jennifer Balle, Philipp Ahlvers und Richard Spielmann (alle Fechtcentrum Halle) mit Trainer Hannes Jetz
Für eine faustdicke Überraschung sorgten die jungen Florett-Artisten des Fechterbundes Sachsen-Anhalt bei ihrer Heim-DM in der Sporthalle Brandberge am vergangenen Wochenende. Mit insgesamt vier Top-Platzierungen unter den besten acht stellten sie klar, dass sie im nationalen Vergleich wieder ganz vorn mitmischen.

„Sie haben das Zeug, Medaillen zu holen“, sagt Florett-Cheftrainer Hannes Jetz nach Ende der Deutschen Meisterschaften. „Schade, dass es mit den Podiumsplätzen diesmal (noch) nicht geklappt hat. Aber wir sind nah dran, haben es auf jeden Fall drauf. Unsere jungen Florett-Spezialisten haben ein tolles Wochenende absolviert“, ergänzt er.

Für Finalplatz Nummer eins sorgte im Damenflorett Jennifer Balle. Die 14-jährige, im Vorjahr noch gleicher Stelle noch knapp im Achtelfinale gescheitert, präsentierte sich bei ihrer zweiten Meisterschafts-Teilnahme in sehr guter Verfassung, wurde am Ende Siebte. „Jenny hat gezeigt, dass sie es kann. Sie hat technisch überzeugt, hätte sicher auch das Halbfinale erreichen können. Sie hat einen großen Schritt nach vorn gemacht“, so ihr Trainer Hannes Jetz.

Bei den Florett-Herren des jüngeren Jahrgangs hatten die FC-Fechter mit Philipp Ahlvers und Richard Spielmann gleich zwei Eisen im Feuer. Auch sie marschierten bis in die Finalrunde, reihten sich am Ende auf den Positionen fünf (Richard Spielmann) und acht (Philipp Ahlvers) ein. „Die Jungs haben hier bewiesen, dass sie in der nationalen Spitze mitfechten können. Beide haben sich Klasse präsentiert. Bei ihrer DM-Premiere so weit vorn zu landen, kann sich mehr als sehen lassen“, blickt Hannes Jetz auf den Einzelwettbewerb der Herren zurück.

Für eine Schrecksekunde sorgte am Sonntag früh vor Beginn der Team-Entscheidung Richard Spielmann. Die Achillessehne meldete sich beim Hallenser, machte ihm erhebliche Probleme. Der eilig über die Physiotherapie Kirsten Wels organisierte Physiotherapeut konnte Richard helfen, verschaffte Richard mit seinen fachmännischen Händen Linderung und sorgte dafür, dass er bis zum Turnierende durchfechten konnte. Und was die junge Truppe mit Richard Spielmann, Philipp Ahlvers und dem um ein Jahr älteren Magdeburger Friedrich Schmidt im Mannschafts-Turnier ablieferte, war mehr als beachtlich. In der Konstellation mit zwei Fechtern des jüngeren Jahrgangs und nur einem aus dem älteren Jahrgang hatte die Konkurrenz das Trio nicht so ganz auf dem Schirm. Westfalen, späterer Gesamt-Zweiter, war für das junge Team im Viertelfinale doch nicht zu überwinden, setzte schlussendlich mit 45:21 durch. Für die drei Sachsen- Anhaltiner stand am Ende Position fünf im Gesamtklassement bei immerhin 28 teilnehmenden Mannschaften in der Ergebnisübersicht. „Eine tolle Leistung der drei. Sie haben Teamgeist bewiesen, sich gegenseitig gepusht und bis zum Schluss gekämpft. Beeindruckend war, dass, wenn einer mal geschwächelt hat, der nächste sofort mit einem Top-Gefecht nachgelegt hat. In dieser Konstellation Fünfter zu werden, ist nicht selbstverständlich. Ich bin stolz auf die gesamte Truppe“, fasst Hannes Jetz zusammen.

„Ich weiß noch nicht, wie der Trainer es geschafft hat, die Hallenser Fechterinnen und Fechter in so kurzer Zeit so fit für diese Herausforderung zu machen“, meint Landesfachverbands-Präsident und Gastgeber Thomas Riedel auf das Wochenende zurückblickend verschmitzt lächelnd. Erst Anfang des Jahres hatte der Österreicher Hannes Jetz seine Arbeit beim in Halle ansässigen Landesleistungszentrum Fechten die Arbeit aufgenommen. „Insgesamt vier Finalrunden-Teilnahmen, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Tatsache ist, dass wir mit den Ergebnissen sehr gut leben können. Unser Nachwuchs hat der deutschen Konkurrenz die Stirn geboten, ist ganz vorn vertreten. Wir waren lange nicht so gut bei einer DM im Nachwuchsbereich. Daher gebührt sowohl unseren jungen Fechterinnen und Fechtern, als auch dem Trainer ein großes Kompliment für ihre Leistungen“, so der einstige Florett – und Säbelspezialist.

Positiver Nebeneffekt könnte sein, dass die halleschen Finalteilnehmer vielleicht in der kommenden Saison in den Perspektivkader des Deutschen Fechter-Bundes aufgenommen werden. Ob das passiert, werden die Verantwortlichen um Thomas Riedel und Hannes Jetz im Juli erfahren. Und zudem können sich die jungen Florett-Spezialisten aus Sachsen-Anhalt auf deutlich mehr Startplätze im kommenden Jahr freuen.

 Sachsen-Anhalts Fechtnachwuchs mischt fleißig mit