07.02.2018 - Stefan Brückner

Landessportbünde machen vor, wie Innovation funktioniert

Im Januar 2018 starteten die Landessportbünde aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategien nach einjähriger Vorbereitungszeit ihr Leuchtturmprojekt "LSB Netzwerk Mitteldeutschland". Ziel des Projektes ist die Schaffung einer Plattform für eine optimale Kommunikation, Vernetzung und Beratung.

Keine Angst vor der Digitalisierung haben die Landessportbünde in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Als Partner kooperieren die drei Organisationen länderübergreifend im Rahmen ihrer Lehrangebote und entwickeln einen digitalen Zusammenschluss namens “LSB Netzwerk Mitteldeutschland”, welches nicht nur im Bereich der formellen Bildung neue didaktische Möglichkeiten eröffnet, sondern auch innerhalb der Geschäftsstrukturen als digitale Lern- und Kommunikationswelt viele Wege verkürzen soll. Nach Gesprächen im vergangenen Jahr fiel der Startschuss für dieses spannende Projekt im Januar 2018. Initiatorin Ines Hellner, Referentin für Bildung und Personalentwicklung vom LSB Sachsen-Anhalt sagt: “Wir sind sehr stolz auf den innovativen Weg, den wir hier gemeinsam gehen und möchten das natürlich auch nach außen tragen. Wir wollen Mut machen, sowie bei Bedarf unterstützend für andere Verbände da sein.”
Die Digitalisierung ist in aller Munde. Verschiedenste Branchen sehen sich mit der großen Neuerung konfrontiert und versuchen den Mehrwert durch digitale Transformation zu identifizieren der speziell für ihre Bedürfnisse entstehen kann. Im Rahmen der Bildung bedeutet Digitalisierung nicht etwa das Einscannen von seitenlangen PDFs und das Lernen zuhause vor dem Laptop. Es gilt viel mehr Didaktik neu zu denken und Konzepte zu entwickeln, welche das Lehren und Lernen nachhaltig optimieren. Blended Learning nennt sich ein mögliches Konzept, welches in diesem Rahmen Anwendung findet. Unter Blended Learning versteht man die Mischung aus Präsenz- (zentral im Heimatverein) und Online-Lernphasen (dezentral am Computer). Ergänzend zu den Lerneinheiten im Seminarraum oder der Halle/Platz werden den Lernenden Aufgaben und Übungen in einer Online-Lernumgebung bereitgestellt. Die Erweiterung der Lernmöglichkeiten auf eine virtuelle Ebene steigert die Flexibilität und damit die Attraktivität des Angebots für die Teilnehmenden. Sie können unabhängig davon, wo sie sich gerade befinden oder wann sie Zeit haben, Aufgaben bearbeiten und miteinander online kommunizieren. Hauptziel dieses Projektes ist es Trainerinnen und Trainer kompetenzorientiert und somit passgenau zu ihren benötigten Fähigkeiten und Fertigkeiten aus- und weiterzubilden. Gleichzeitig soll der Beruf der Trainerinnen/ der Trainer durch neue Flexibilität und eine Vernetzung mit anderen Kolleginnen und Kollegen verbessert werden. Durch eine Förderung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aus dem Innovationsfond 2017 wird die Finanzierung unterstützt. Die Ziele der Landessportbünde hören an dieser Stelle jedoch nicht auf. Im Rahmen des informellen Austausches und der Vernetzung in den Organisationen selbst und untereinander, entsteht ein großes Kommunikationsnetzwerk, welches viele Geschäftswege optimiert und als unverzichtbarer Expertenpool genutzt werden soll. Optisch besiegelt wird diesen Innovationsprojekt durch das neue gemeinsame Logo der Partnerschaft der drei Länder.
Digitalisierung wird im Rahmen des mitteldeutschen Sports als Chance gesehen, um sich nicht zur digital, sondern auch didaktisch zu transformieren. Unterstützt werden die Projektpartner von dem Beratungs- und Technologieunternehmen Ghostthinker. Als Bildungspartner unterstützen sie vor allem Sportorganisationen und Hochschulen aber auch Unternehmen im Bereich Lernen mit digitalen Medien. Gemeinsam mit den Landessportbünden entwickeln sie didaktische Konzepte, stellen die passende Lerntechnologie bereit und unterstützen rund um das Thema videobasiertes Wissensmanagement.