08.03.2018 - DBS/Frank Löper

Andrea Eskau trägt die deutsche Fahne

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, und die deutsche Fahnenträgerin Andrea Eskau freuen sich auf die Eröffnung. (Foto: dpa)
Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, und die deutsche Fahnenträgerin Andrea Eskau freuen sich auf die Eröffnung. (Foto: dpa)
Welch eine Ehre für die Erfahrenste im Deutschen Paralympics-Team! Skilangläuferin und Biathletin Andrea Eskau vom USC Magdeburg wird bei der Eröffnungsfeier der Paralympics am Freitag (9. März) die Deutsche Mannschaft ins Stadion von PyeongChang führen.

Eigentlich macht sie sich ja nicht viel aus Eröffnungsfeiern und konzentriert sich lieber auf ihre Rennen. Doch als Andrea Eskau vom USC Magdeburg gefragt wurde, ob sie am Freitagabend (Ortszeit) an der Spitze der Deutschen Paralympischen Mannschaft die Fahne ihres Landes ins Stadion von PyeongChang tragen möchte, musste sie nicht lange überlegen. „Das ist eine große Ehre für mich und freut mich sehr“, sagt die 46-Jährige, die eine logische Wahl für diese Aufgabe ist.
So sieht es allen voran der deutsche Chef de Mission, Dr. Karl Quade, der Eskau „eine herausragende Persönlichkeit“ nennt. „Andrea versteht es, Exzellentes zu leisten.“ Das gelte für ihren Berufsalltag am Bundesinstitut für Sportwissenschaft, wo sie hohe Verantwortung für die Forschungsförderung von Projekten auch speziell im Behindertensport trage genauso wie für den paralympischen Leistungssport. „Ihre Erfolge seit vielen, vielen Jahren im Sommer wie im Winter sind unglaublich.“
Mit unzähligen Weltmeisterschaftstiteln mit dem Handbike sowie beim Para-Skilanglauf und -Biathlon und insgesamt sechs paralympischen Goldmedaillen ist Andrea Eskau eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Behindertensport. In beiden Winterdisziplinen könnte es in PeyongChang ein packendes Duell mit dem US-amerikanischen Superstar Oksana Masters geben, auch wenn Eskau betont, bitte doch die anderen nicht zu vergessen: die starke Langläuferin Birgit Skarstein aus Norwegen zum Beispiel oder auch die sogenannten Neutralen Paralympischen Athleten aus Russland. Über deren Teilnahme freue sie sich, sagt Eskau – und hat kein Problem damit, gegen den gegenwärtigen Strom zu schwimmen.
Holt sie in PyeongChang trotz der starken Konkurrenz ihr drittes Gold bei Winterspielen? „Es wird extrem schwer“, sagt sie. Aber Andrea Eskau wäre nicht Andrea Eskau, wenn sie nicht alles dafür geben würde, es dennoch wahrzumachen. Die erste Chance hat sie am Samstag, am koreanischen Vormittag nach der Eröffnungsfeier – und ihrem ersten großen Auftritt in PyeongChang. Sechs weitere werden im Verlauf der Paralympics folgen.