30.04.2018 - Frank Löper

Sporttalente in Halle mit Elan bei der Sache

Die neunjährige Gina Runge aus Kleinwülknitz hatte auf dem Kanuergometer sichtlich Spaß.
Die neunjährige Gina Runge aus Kleinwülknitz hatte auf dem Kanuergometer sichtlich Spaß.
Am 28. und 29. April waren die sportlich talentierten Drittklässler der Grundschulen aus Halle und den südlichen Landkreisen gefordert. Bei den Sachsen-Anhalt-Spielen 2018 wetteiferten fast 800 Mädchen und Jungen in der Brandbergehalle der Saalestadt.

Zusammen mit ihren Eltern und Betreuern waren sie der Einladung des Landessportbundes zu den Wettbewerben gefolgt, die den jährlichen Höhepunkt des Projektes zur Talentfindung und -förderung bilden. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich bei einem sportmotorischen Test im Sportunterricht als die talentiertesten von insgesamt 16.884 aus 545 Grundschulen des Landes erwiesen.
Wie wichtig das Thema der Politik ist, zeigte sich auch bei den Sachsen-Anhalt-Spielen in Halle. Hatte die Wettbewerbe vor zwei Wochen in Magdeburg der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff, im Beisein von Sportminister Holger Stahlknecht eröffnet, begrüßte in Halle Bildungsminister Marco Tullner die Jungen und Mädchen. Auch Weltklasse-Judoka Luise Malzahn vom SV Halle hatte sich die Zeit genommen, die jungen Sporttalente persönlich zu motivieren.
Voller Tatendrang legten die jungen Sportlerinnen und Sportler dann auch los. Die Kids absolvierten insgesamt 14 Übungsstationen. Vom Sprintlauf und Ballwurf ging es direkt auf das Ruderergometer und die Judomatte. Angeleitet und beobachtet wurden sie dabei von erfahrenen Trainerinnen und Trainern aus olympischen Sportarten Handball, Judo, Kanu, Leichtathletik und Rudern. Und die machten sich eifrig Notizen.
Wer die Trainerinnen und Trainer überzeugt hat, kann sich schon bald über eine Einladung in eine der ca. 50 Talentgruppen freuen, die inzwischen flächendeckend in ganz Sachsen-Anhalt existieren. Dort werden die Jungen und Mädchen zusammen mit anderen Talenten ein Jahr lang gefördert, um danach vielleicht den Sprung an die Eliteschulen des Sports in Halle oder Magdeburg zu wagen.
Doch bei den Sachsen-Anhalt-Spielen zählte nicht nur die Leistung. Vor allem ging es darum, bei den Mädchen und Jungen Interesse und Freude am Sporttreiben zu wecken. So saß die neunjährige Gina Runge aus Kleinwülknitz zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Kanuergometer und hatte dabei sichtlich Spaß.
„Ich hoffe, unsere erfahrenen Trainerinnen und Trainer haben bei den Wettbewerben den einen oder anderen Rohdiamanten für den Leistungssport entdeckt. Wir wollen mit unserem Projekt aber auch allen Kindern die Gelegenheit geben, mit Freunden bei Sport und Spiel im Verein Spaß zu haben“, bringt Projektleiterin Sandra Ripsch das Anliegen auf den Punkt.
Die Sachsen-Anhalt-Spiele haben sich in den vergangenen Jahren zu einer Marke entwickelt, die sowohl bei den Eltern als auch in den Grundschulen des Landes große Akzeptanz und Wertschätzung findet. In Zukunft gilt es, das zeitlich befristetet Projekt zur Talentfindung, das vorerst bis 2019 läuft, zu verstetigen. Das positiven Feedback der Eltern vor Ort ist Motivation genug. Die Signale der Politik stimmen optimistisch, dass das auch gelingt.

 Hier gibt´s die Fotos von den Sachsen-Anhalt-Spielen in Halle.