Ideenwerkstätten „Sportvereine in der Zukunft“

Mit den Ideenwerkstätten "Sportvereine in der Zukunft" hat der LSB Sachsen-Anhalt im März 2021 ein neues Austauschformat gestartet, das allen ehren- und hauptamtlichen Vereinsvertreter*innen die Möglichkeit der konkreten Mitgestaltung bietet. Unter dem Motto #sportmoderndenken wollen wir regelmäßig gemeinsam darüber nachdenken und diskutieren, wie wir die Zukunft des Sports in Sachsen-Anhalt gestalten. Dabei bauen wir auf Eure Erfahrungen! Euer Wissen aus der täglichen Arbeit und Eure Vorstellungen sind uns wichtig! Es geht darum, Impulse zu setzen, neue Wege einzuschlagen und „alte Zöpfe“ abzuschneiden. Wir haben dieses Austauschformat bewußt „Ideenwerkstätten“ genannt, um mit vielen von Euch ins Gespräch zu kommen und Eure Ideen aufzusaugen.

Die drei Ideenwerkstätten "Sportvereine in der Zukunft" haben im März 2021 erfolgreich stattgefunden. Die Teilnehmer*innen diskutierten sachlich und konstruktiv, brachten zahlreiche Ideen und Praxisbeispiele ein. Eine erste kurze Zusammenfassung aus dem Themenfelder findet Ihr auf dieser Seite. Das gebündelte Wissen aus den Ideenwerkstätten nimmt der LSB mit in die Überarbeitung seines Sportentwicklungskonzeptes.

Zentrale Ansprechpartnerin:

Referentin Grundsatzfragen
Sandra Triebisch
03 45/52 79-200
praesidialbuero@lsb-sachsen-anhalt.de

Themenfeld I:

Sportförderung für Vereine
und Vereinssportstätten

17. März 2021, 18 bis 20 Uhr

Sportförderung für Vereine
Bei der Diskussion zum Themenfeld Sportförderung für Vereine standen die Flexibilität und kürzere Fristen bei der Auflegung von Projekten im Mittelpunkt. Generell wurde von den Teilnehmenden für eine Entbürokratisierung und Vereinfachung des Verfahrens der Antragstellung als auch der Bewilligungen plädiert.
Von den Teilnehmenden wurde angeregt, funktionierende Praxisbeispiele für alternative Einnahmequellen für Vereine sowie Vorschläge zu Vergünstigung/Optimierung laufender Kosten Für die Vereine bzw. auch Fördermittelübersichten über einen Newsletter zur Verfügung zu stellen, eventuell mit Recherchemöglichkeiten zu weiteren Fördermitteltöpfen.
Auch eine bessere Vernetzung von Kommunen und regionalen Vereinen wurde angeregt, um so eine gemeinsame Verständnisbasis zu schaffen.

Vereinssportstätten
Die Ideenwerkstatt Sportstätten lebte von konstruktiver Diskussion, welche besonders die zukünftige Ausgestaltung der Sportstätten zum Ziel hatte.
Um im Land Sachsen-Anhalt künftig weiterhin über eine zeitgemäße und attraktive Sportstätteninfrastruktur zu verfügen, ist es nach Ansicht der Teilnehmenden von Bedeutung den Abbau der Bürokratie zu forcieren, die Bedarfe regelmäßig zu analysieren und in die Planungsprozesse zu integrieren.
Auch sei es für die Zukunft bedeutsam, die Schulstrukturen noch aktiver in die Planungen mit einzubinden, weil durch eine engere Zusammenarbeit Synergieeffekte erzielt werden können, auch mit Blick auf die gemeinsamen Nutzungszeiten in den Sportstätten.
Themenfeld II:

Leistungs-/Nachwuchsleistungssport,
lebensbegleitendes Sporttreiben

23. März 2021, 18 bis 20 Uhr

Nachwuchsleistungs- und Leistungssport
In der Ideenwerkstatt zum Leistungssport stand u. a. das Talentfindungsprojekt mit den Sachsen-Anhalt-Spielen und den Talentgruppen im Fokus der Diskussion. Wünsche waren hier, die Talentfindung im ländlichen Raum zu stärken und die Projektidee für weitere Sportarten zu öffnen. Die Sportartenerweiterung wird vereinzelt auch für die Eliteschulen des Sports gewünscht.
Weitere Schwerpunkte waren die Schaffung von Möglichkeiten, sportliche Talente auch nach dem Schulabschluss durch intensivere Kooperationen mit Universitäten und Firmen an den Standorten der Stützpunkte in Halle und Magdeburg zu halten sowie eine Optimierung der Formate zur Ausbildung von Übungsleiter*innen und Trainer*innen anzustreben (Stichworte: Kosten, Dauer, Digitalisierung).
Auch der Erwerb einer ÜL-C Lizenz für Sportschüler*innen im Rahmen der Schullaufbahn an den Eliteschulen des Sports wurde angeregt. Alle Beteiligten wünschten sich darüber hinaus geeignete Austauschformate, um sich aus den verschiedenen Perspektiven der Vereine, Kreise und Verbände über den Nachwuchs- und Leistungssport zu verständigen.

Lebensbegleitendes Sporttreiben:
Die Hauptthemen waren hier Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung und -bindung. Dabei waren mit Kindern, Jugendlichen und Familien ganze Zielgruppen im Fokus. Konkret genannt wurden sportartunspezifische Angebote, alternative (Trend-)Sportarten. Eine bessere Information der Eltern über Sportangebote der Vereine wäre hier sinnvoll. Für Erwachsene im mittleren Lebensalter wurden unverbindliche und kurzzeitige Angebote thematisiert. Sozial Benachteiligte könnten über Patenschaften und Netzwerke besser den Weg in die Vereine finden. Auch eine bessere Aufklärung über Teilhabepakete würde hier helfen.
Zur langfristigen Bindung von Mitgliedern ging es insbesondere um Maßnahmen zur höheren Identifikation mit dem Verein, z.B. durch ehrenamtliche oder familiäre Bindung sowie die Wahrnehmung des Vereins als Lebenswelt. Angeregt wurden breitensportliche Angebote ohne Leistungsdruck sowie altersgruppenübergreifende Angebote.
Themenfeld III:

Sport und Gesellschaft,
Vielfalt und Teilhabe, Ehrenamt

25. März 2021, 18 bis 20 Uhr

Ehrenamt und freiwilliges Engagement
Schwerpunkte hier waren die Themenbereiche Gewinnung und Bindung, Förderung und Unterstützung freiwillig Engagierter sowie Wertschätzung und Anerkennung von Ehrenamt und freiwilligem Engagement. Die Teilnehmer*innen haben viele Beispiele und Ideen eingebracht, die zeigen, dass in den Vereinen wahre Schätze liegen, die gehoben werden können und müssen. Das kann vor allem durch Vernetzung und Austausch gelingen. Als Bedingungen für das Gelingen wurden beispielsweise die Unterstützung bei der Qualifizierung und zeitgemäße Formate der Anerkennung aufgezeigt. Auch darin, neue Engagierte schrittweise an die Aufgaben heranzuführen, waren sich die Teilnehmenden einig.
Wichtig bleibt auch, die Leistungen des Ehrenamtes noch stärker nach außen zu kommunizieren. Dabei blickt der Sport natürlich in Richtung Politik. Aber auch eine stärkere Vernetzung mit der Wirtschaft – sowohl in Fragen der Anerkennung aber auch im Schaffen eines gegenseitigen Verständnisses – wurde in die Diskussion eingebracht. Viee Punkte und Ideen also, die der LSB in der weiteren Mitwirkung an der Engagement-Strategie des Landes Sachsen-Anhalt mitnehmen wird.

Teilhabe und Vielfalt
Intensive Diskussionen im Themenfeld Vielfalt und Teilhabe zeigten, dass ein tolerantes und diskriminierungsfreies Miteinander im Sportverein möglich ist, wenn sogenannte Barrieren im Kopf überwunden werden. Dafür müssen Übungsleiter*innen, Trainer*innen und Vereinsverantwortliche Sicherheit in ihrem Handeln gewinnen. Die Dachorganisationen bieten dafür Unterstützung, in Form von Qualifizierungs- und Sensibilisierungsangeboten und sorgen dafür, dass Thematiken in dem Bereich Vielfalt und Teilhabe aktiv in die Strukturen getragen werden.
Es müssen attraktive Angebote für möglichst alle Zielgruppen geschaffen und die Vereine bei der Umsetzung unterstützt werden. Als Bedingungen für das Gelingen wurden weiterhin die Vernetzung inner- und außerhalb des Sports, neue Formen der Ansprache, eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Satzungsanpassungen genannt.

Sport und Gesellschaft:
Die gesellschaftlichen Themen in Deutschland werden immer komplexer und finden sich auch in den Gliederungen des LSB Sachsen-Anhalt wieder. Um allen Themen gerecht zu werden, benötigen wir im organisierten Sport ein Hauptamt, welches das Ehrenamt dabei unterstützen kann und Angebote schafft, sich mit dieser Themenvielfalt auseinander zu setzen. Eine Sensibilisierung der Themenvielfalt in den Gliederungen benötigt Zeit und fachliche Unterstützung durch das Hauptamt. So lautet das erste kurze Fazit der Teilnehmenden am Themenfeld Sport und Gesellschaft.