28.11.2019 - Antonia Weishaar

Internationales Fachkräftetraining „Confident Youth“ im Harz

In der Schierker Baude, der mitten im Harz gelegenen Bildungs- und Freizeitstätte der SPORTJUGEND- Sachsen Anhalt, findet derzeit das Fachkräftetraining „Confident Youth“ statt. Die Teilnehmenden aus sieben verschiedenen Ländern bilden sich vom 24.11.- 30.11.2019 zum Thema Psychische Gesundheit und Wohlbefinden fort.

Bewegte Praxisphasen und internationale Verständigung
Bewegte Praxisphasen und internationale Verständigung
Durch das Fachkräftetraining „Confident Youth“ wird die Qualitätsentwicklung in der Jugendarbeit und in Erasmus+ Projekten weiter vorangetrieben: so schätzen die Teilnehmenden der Sportschule ‚Liceul cu Program Sportiv‘ aus Bisztritz (Rumänien) besonders den internationalen Austausch über neue Methoden und Erkenntnisse: „Wir sind hier, um neue Impulse mitzunehmen.“ „Und neue Freunde!“, fügte ein polnischer Lehrer hinzu.

Mittels Workshops, aktiven Praxiseinheiten und informativen Vorträge arbeiten die Teilnehmenden heraus, wie das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Europa verbessert werden kann, wie die Stigmatisierung psychischer Krankheiten vorgebeugt und die gesellschaftliche Inklusion gefördert werden kann. Neben dem Wissenstransfer können sich die Teilnehmer*innen aktiv in einer Zukunftskonferenz mit einbringen und Projekte entwickeln, die in den einzelnen Ländern und Organisationen umgesetzt werden sollen. Die Sportpsychologische Expertin Katina Hacker lieferte zum Auftakt des Fachkräftetrainings einen spannenden Impuls zu verschiedenen Psychischen Erkrankungen als Folge von Stressreaktionen und legte dabei einen Fokus auf die Entstehung von Stress. Neben einem theoretischen Input zur Sensibilisierung für Warnsignale wurden die Teilnehmenden in aktiven Übungsphasen gefordert und tauschten sich über Coping-Strategien aus.

Wie können in den einzelnen Ländern und Einrichtungen konkrete Projekte zur Förderung der psychosozialen Gesundheit umgesetzt werden? Dieser Frage gingen die 37 Fachkräfte mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen in der Kinder- und Jugendarbeit nach. Besonders die Vielschichtigkeit der Berufsgruppen machte einen Blick über den Tellerrand möglich, daneben schätzen die Teilnehmenden besonders den Austausch über länderspezifische Unterschiede im Umgang mit Stress und Traurigkeit. „Aber wir alle haben die Erfahrung gemacht, dass es uns hilft, zum Abschalten in die Natur zu gehen, uns zu bewegen und mit Freund*innen und Familie zu reden“, fasst Sportpsychologe Prof. Dr. Oliver Stoll der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg die Gruppenergebnisse am dritten Trainingstag zusammen.

Langfristig soll das Training zum einen die europäische Kooperation zwischen den sieben Institutionen stärken und den gemeinsamen interkulturellen Austausch weiter vorantreiben. Das Training „Confident Youth“ baute auf dem Thema des vorherigen Fachkräftetrainings aus dem Jahr 2018 auf. Lag 2018 der Fokus auf adipösen Kindern und Jugendlichen, behandelte das aktuelle Training die Prävention psychischer Erkrankungen auf der Ebene des Individuums, indem ein verhaltenspräventiver Ansatz für den Sport dargestellt wurde. Durch die inhaltliche Beschäftigung mit psychischer Gesundheit und Wohlbefinden wird die Möglichkeit eröffnet, in zukünftigen internationalen Jugendbegegnungen die begonnenen Projekte weiter auszubauen. Damit können Projekte, die im Rahmen von internationalen Jugendcamps von einzelnen Gruppen entwickelt wurden, langfristig umgesetzt werden.

Das Internationale Fachkräftetraining ist eine mit EU-Mitteln geförderte Maßnahme von ERASMUS+.