02.03.2020 - Annette Lippstreu/Anja Pöppich

Aus der Traum von Tokio

Ankunft in Halifax - Guide des Teams, Mandy Küsel, Daniela Cierpka, Anette Jelitte, Diana Trapp (v. li.)
Ankunft in Halifax - Guide des Teams, Mandy Küsel, Daniela Cierpka, Anette Jelitte, Diana Trapp (v. li.)
Beim Qualifikationsturnier vom 26. bis 29. Februar um das letzte Ticket für die Paralympics 2020 mussten die deutschen Sitzvolleyball-Damen in Halifax (Kanada) ihre Tokio-Träume begraben.

Neben Deutschland traten die Ukraine, Kanada, Slowenien und Finnland an. Den BSSA vertraten Mandy Küsel, Daniela Cierpka, Diana Trapp und Anette Jelitte (alle HSV Medizin Magdeburg). Nach Niederlagen in den ersten beiden Spielen gegen die Ukraine und Kanada, konnten die deutschen Damen ihre Spiele gegen Slowenien und Finnland nach hartem Kampf gewinnen und so das Halbfinale erreichen. Die Auslosung ergab die Chance auf eine Revanche gegen die Ukraine. Das deutsche Team startete stark und konnte die ersten beiden Sätze mit 25:21 und 25:20 für sich entscheiden. Leider gelang es ihnen danach nicht, diese Dominanz zu halten und so verwandelte die Ukraine einen 2:0 Rückstand in einen 2:3 Sieg. Aus der Traum von Tokio, denn der Final-Einzug war damit verpasst. Das letzte Tokio-Ticket ging an das gastgebende kanadische Team, das das Endspiel gegen die Ukraine klar mit 3:0 gewann. Deutschland verlor zum Abschluss das Spiel um Platz drei gegen Slowenien knapp mit 2:3. Doch die Damen haben ein tolles Turnier gespielt und in den vergangenen Monaten mit viel Fleiß, Motivation und großem Willen vor allem eine starke Entwicklung hingelegt.
Vor zwei Jahren wollte der DBS die Sportart Sitzvolleyball Damen bereits aus der Förderung streichen. Mit dem historischen vierten Platz bei der EM im vergangenen Jahr qualifizierten die Damen sich jedoch für das Qualifikationsturnier und bewiesen, dass sie bis zum Schluss um ein Paralympics-Ticket gegen andere große Nationen spielen können. Das zeigen vor allem die vielen gewonnen Sätze und letztendlich knappen Entscheidungen beim Turnier in Halifax. Mandy Küsel dazu: „Von unserem Bundestrainer Christoph Herzog haben wir bestätigt bekommen, dass wir über viele Sätze ein sehr hohes Niveau spielen konnten. Am Ende hat leider einfach das nötige Quäntchen Glück gefehlt. Nun heißt es, die EM nächstes Jahr im Mai in Ankara (Türkei) in Angriff zu nehmen“. Der eingeschlagene Weg geht dann hoffentlich weiter bis zu den Paralympics 2024, Paris soll ja auch eine schöne Stadt sein.