26.03.2020 - Antonia Weishaar

Mädchen sind ängstlich, Jungs sind wild?

Girls & Boys Day am 26.03.2020:

Heute ist der Girls & Boys Day, ein Anlass, um über Geschlechterrollen und Gender im Sport nachzudenken!

Wenn ein Baby einen rosa Strampler trägt, handelt es sich unzweifelhaft um ein Mädchen. Es sei denn, das Baby wurde vor 100 Jahren geboren, als Rosa („das kleine Rot“) noch als die Farbe für kleine Jungs galt und blau die Farbe der Jungfrau Maria.
Wenn ein Sporttalent zum Adventurer of the Year (2016) ernannt wird, zuvor zahlreiche Schwierigkeitsrekorde gebrochen hat und riskante Kletterrouten mit Nerven aus Stahl steigt – dann ist das mit Sicherheit keine Frau. Es sei denn, es handelt sich um Ashima Shiraishi, die als jüngste Kletterin aller Zeiten die härtesten Boulder knackt – auch im Vergleich mit männlichen Kletterern.

Geschlechterklischees begegnen uns überall. Doch auf den Einzelfall treffen sie offensichtlich nicht immer zu. Welche Leistungen ein Kind zeigt, ist nur sehr bedingt biologisch vorbestimmt. Ja, es gibt Unterschiede im Hormonhaushalt und der Gehirnentwicklung zwischen Jungen und Mädchen. Aber: die Einflüsse hierdurch sind im Vergleich zur Wirkung von Rollenerwartungen gering. Wie sich Menschen entwickeln und wie sie sich verhalten, wird in hohem Maße davon bestimmt, was die Gesellschaft von ihnen erwartet, was ihr Umfeld ihnen zutraut, was sie sich selbst zutrauen und welche tiefsitzenden Assoziationen sie mit Rollen verbinden.

Wir finden starke Mädchen klasse, genauso dürfen Jungs auch weinen. Und überhaupt, im Sinne von Diversity und Gender: Die Welt ist nicht nur rosa und blau!

Übrigens: Wir hoffen, dass im Sommer unser Girls Camp und unser Boys Camp stattfinden können. Geplant sind die Camps vom 15.- 19.07.!