31.07.2020 - Frank Löper

Corona-Projekt RESTART-19 sucht Freiwillige

Die Zukunft der Kultur- und Sportveranstaltungsbranche und der Fortbestand traditionsreicher, von TV-Einnahmen weniger gesegneter Profi-Sportarten, ist schwer. Eine Rückkehr zu großen Konzerten oder Sportevents in einer Arena scheint wegen des Ansteckungsrisikos mit dem Corona-Virus nahezu ausgeschlossen. Das Forschungsprojekt RESTART-19 untersucht die Risiken von Großveranstaltungen in Hallen. Ziel ist es, Lösungen zu finden, wie diese wieder stattfinden könnten. Für das Experiment einer Eventsimulation mit den Handballern des SC DHfK Leipzig und Sänger Tim Bendzko am 22. August 2020 in der Arena Leipzig werden gesunde Probanden im Alter zwischen 18 und 50 Jahren gesucht.

Das Projekt wird von den Ländern Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie aus Eigenmitteln der Universitätsmedizin Halle finanziert. RESTART-19 besteht aus mehreren Teilprojekten wie der Entwicklung eines mathematischen Modells zur Risikoabschätzung und der Festlegung von Rahmenbedingungen für eine Großveranstaltung. Sichtbarster Teil ist das große Experiment am 22. August in der Arena Leipzig.

„Wir spielen an diesem Tag drei Simulationen durch. Einmal eine Veranstaltungssituation wie vor der Corona-Pandemie, natürlich alles mit dem größtmöglichen Schutz für die Beteiligten. Als zweites eine Simulation mit 4.000 Teilnehmenden, bei der die Ströme gezielt gelenkt werden, und als drittes eine Simulation mit 2.000 Teilnehmenden“, erläutert Projektleiter Dr. Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle.
Für alle drei Szenarien gebe es ein umfassendes Hygienekonzept mit Oberflächendesinfektion und FFP2-Masken, so Moritz. Alle Beteiligten werden zudem auf SARS-CoV-2 getestet. Und damit es nicht zu trocken wird, unterstützt – neben den DHfK-Handballern aus Leipzig - der Sänger Tim Bendzko das Experiment mit einer Konzertsimulation. „Leistet auch ihr Euren Beitrag, unterstützt uns und meldet euch zu der Studie an. Wir sehen uns am 22. August in der Quarterback Immobilien Arena in Leipzig. Bleibt gesund“, meint Tim Bendzko.
Sachsen-Anhalts Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann betont: „Die Corona-Pandemie lähmt die Veranstaltungsbranche. Solange Ansteckung droht, dürfen weder große Konzerte und Messen noch Sportevents stattfinden. Deshalb ist es so wichtig herauszufinden, mit welchen technischen oder organisatorischen Rahmenbedingungen sich die Ansteckungsgefahr wirksam minimieren lässt. Mit RESTART-19 leistet die Unimedizin Halle echte Pionierarbeit für einen Neustart der Veranstaltungswirtschaft in Mitteldeutschland und darüber hinaus. Ich freue mich, dass Sachsen-Anhalt und Sachsen dabei kraftvoll an einem Strang ziehen.“
Das länderübergreifende Projekt „RESTART-19“ der Universitätsmedizin Halle (Saale) wird unterstützt vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt und den Staatsministerien für Wissenschaft, Kultur und Tourismus beziehungsweise Soziales und Gesellschaftlicher Zusammenhalt des Freistaates Sachsen. Partner des Projekts sind der SC DHfK Leipzig, Handball, und die ZSL Betreibergesellschaft mbH.

 Weitere Informationen zum Projekt, zum Ablauf und den Risiken des Experiments gibt es hier: