25.09.2020 - DSJ/Frank Löper

Masernschutzgesetz mit Auswirkungen auf den Sport

Foto: dpa
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Seit dem 1. März 2020 gilt in Deutschland das Masernschutzgesetz. Es hat zum Ziel, bestimmte Personengruppen und die Gesellschaft insgesamt vor dem gefährlichen Masernvirus zu schützen. Aufgepasst: Das Gesetz ist unter Umständen auch für ehren- oder hauptamtlich Tätige und Freiwilligendienstleistende aus Sportvereinen und -verbänden relevant, die an Schulen oder Kindertagesstätten tätig werden.

Als Grundregeln hat die Deutsche Sportjugend für den Nachweis einer Masernschutzimpfung folgendes zusammengefasst:

1. Keine Nachweispflicht für Sportvereine bei eigenen Aktivitäten wie dem Training
Sportvereine mit ihren eigenen Aktivitäten wie dem Trainingsbetrieb sowie ihre Ferien- und Trainingslager sind von der Nachweispflicht zur Immunität gegen Masern nicht betroffen.
2. Nachweispflicht für ehren- oder hauptamtlich Tätige und Freiwilligendienstleistende aus Sportvereinen an Schulen oder Kindertagesstätten
Sehr wohl muss der Masernschutz aber an sogenannten Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kitas nachgewiesen werden. Das heißt, auch Freiwilligendienstleistende, Übungsleiter*innen, ehren- oder hauptamtlich Tätige aus Sportvereinen, die im Rahmen von Kooperationen in Schulen oder Kindergärten regelmäßig eingesetzt sind, müssen die Immunität nachweisen. Ihr Impfstatus muss erhoben werden.
Ob jemand unter die Impfpflicht fällt, hängt davon ab, ob diese Person regelmäßig (nicht nur für wenige Tage) und nicht nur zeitlich vorübergehend (nicht nur jeweils wenige Minuten, sondern über einen längeren Zeitraum) in der Einrichtung tätig ist. Auch ehrenamtlich Tätige und Praktikanten sind erfasst.

Dabei stehen zwei Verfahren zur Verfügung:
a) Vorabbestätigung der*des Freiwilligendienstleistenden bzw. ehren- oder hauptamtlich Tätigen, dass er*sie den Nachweis an Schule/Kindertagesstätte vorlegen wird oder
b) Delegation der Nachweiskontrolle durch die Schule/Kindertagesstätte an den Sportverein/freien Träger.

Sportvereine gelten nicht als sogenannte Gemeinschaftseinrichtungen, die Impfschutz überprüfen müssen und fallen somit nicht in den Regelungsbereich des Gesetzes. Außerdem sind Ferienlager (§ 33 Nummer 5 IfSG) von der Nachweispflicht von Impfschutz oder der Immunität gegen Masern ausgenommen. Somit sind auch Ferienlager bzw. Trainingslager von Sportvereinen nicht betroffen. Sobald aber ehren- oder hauptamtlich Tätige und Freiwilligendienstleistende aus Sportvereinen und -verbänden an Schulen oder Kindertagesstätten tätig werden, kommen diese Einrichtungen in die Pflicht, den Immunitätsstatus zu überprüfen.

Für diejenigen, die bereits vor März 2020 an Schulen oder Kindertagesstätten tätig waren, gilt eine Übergangsfrist für den Nachweis bis Juli 2021. Details zu den beiden Verfahren finden Sie hier im Informationsschreiben der Deutschen Sportjugend:

PDF-DateiInformationen der Deutschen Sportjugend zum Masernschutzgesetz 2020