02.10.2020 - Frank Löper

30 Jahre erfolgreiche Integrationsarbeit im Sport

Beim "Sportfest der Integration" 2014 in Halle.
Beim "Sportfest der Integration" 2014 in Halle.
Der Sport ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. „30 Jahre Sport in Sachsen-Anhalt“ waren und sind immer auch geprägt von gesellschaftlichen Themen und Aufgabenstellungen. Eine Herausforderung, der sich der Landessportbund mit seinen Mitgliedern und Gliederungen von den frühen 90er Jahren bis heute stellt, ist die Integrationsarbeit im und durch den Sport.

Alles begann im November 1991 mit der Übergabe eines Sportmobiles. Im Rahmen der Ausweitung des damaligen Bundesprojektes „Sport für alle – Sport mit Aussiedlern“ auf die neuen Bundesländer ging das Sportmobil auf Tour durch ganz Sachsen-Anhalt und machte Station in Einrichtungen für deutschstämmige Aussiedler. Mit Hüpfburg und Kleinsportgeräten ausgestattet gelang es, den Kindern und Jugendlichen bei Sport und Spiel Berührungsängste zu nehmen und zauberte vielen Aussiedlerkindern ein Lächeln ins Gesicht.
Parallel dazu begann der Aufbau eines Netzwerkes in den Sportvereinen des Landes. Erster Stützpunktverein war 1991 der ASV Sangerhausen. Der Verein ist bis heute in der Integrationsarbeit im Sport sehr aktiv. Der damalige Vereinsvorsitzende Klaus-Dieter Schmidt gilt als Pionier der ersten Stunde, der von der Kontaktaufnahme mit den Neuankömmlingen in Deutschland über erste Sportangebote bis hin zur Einbindung in die Vereinsarbeit viel für die Integration deutschstämmiger Aussiedler in Sangerhausen und Umgebung erreicht hat.
Heute gibt es in Sachsen-Anhalt insgesamt 37 Stützpunktvereine und 47 Partnervereine und mobile Projekte. Sie leisten pro Jahr mit mehr als 300 Sportveranstaltungen und mit 107 Übungsleitern in 120 Sportgruppen eine umfangreiche und umfassende Integrationsarbeit im Sport für Migranten und Flüchtlinge. Auch prominente Sportler konnten für die Integrationsarbeit in Sachsen-Anhalt gewonnen werden. So unterstützen der ehemalige deutsche Schwergewichtsmeister im Boxen Timo Hoffmann im Boxclub Helbra und der ehemalige Fußballprofi René Tretschok mit seinem Fußballzentrum das Projekt als Stützpunkvereine.
Einer der Höhepunkte im bisherigen Wirken des Landesprojektes, das im nächsten Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert, war ein landesweites Sportfest der Integration im September 2014 in Halle, bei dem sich alle Stützpunktvereine mit ihren Angeboten präsentierten und die Besucher viele exotische Sportarten aus alle Welt kennenlernen und ausprobieren konnten.
Die Integrationsarbeit steht beispielhaft für das gesellschaftliche Engagement des Sports in Sachsen-Anhalt. Heute ist der Landessportbund mit seinem Vereinen und Verbänden an vielen sozialen und gesellschaftlichen Brennpunkten aktiv. Im Landesprojekt „Menschlichkeit und Toleranz im Sport“ sind ca. 20 ehrenamtliche Demokratietrainer und Konfliktmanager aktiv, mit dem Ziel die demokratischen Strukturen des Sports zu stärken und extremistischen Tendenzen im Sport entgegenzuwirken.
Das Projekt „Gemeinsam STARK“ zielt darauf ab, homosexuellen- und trans*feindlichen sowie sexistischen Tendenzen im Sport entgegenzuwirken, den Vielfaltsgedanken im Sport zu stärken und das Projekt „Gemeinsam inklusiv beim Sport“ setzt sich dafür ein, allen Menschen, unabhängig davon ob sie eine Behinderung haben oder nicht, eine selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
So aufgestellt wird der LSB Sachsen-Anhalt auch in Zukunft seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden können.