03.06.2021 - Frank Löper

LSB-Positionspapier für eine offene und vielfältige Gesellschaft

Das Präsidium des LSB Sachsen-Anhalt und der Vorstand der Sportjugend Sachsen-Anhalt haben ein gemeinsames „Positionspapier für eine offene und vielfältige Gesellschaft innerhalb und außerhalb des Sports“ beschlossen.

Darin heißt es: „Der LandesSportBund und die Sportjugend Sachsen-Anhalt betrachten die Zunahme antidemokratischer und menschenfeindlicher Einstellungen und Verhaltensweisen sowie von Rassismus und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft mit großer Sorge. Dies wurde zum Anlass genommen, sich weiterhin intensiv zur Situation in unserem Bundesland zu beraten und dabei die Herausforderungen der Vereine und Mitglieder im Umgang mit Hass, Hetze und Ausgrenzung in den Mittelpunkt zu stellen.“

„In unserem Leitbild heißt es u. a.: `...die Integrität des Sports ist unser höchstes Gut. Werte wie Fairplay und Respekt gelten im Sport und leiten unser selbstbestimmtes und demokratisches Handeln.` In Zeiten, in denen sich unsere Gesellschaft zunehmend undemokratischen und politisch radikalen Verhaltensweisen ausgesetzt sieht, ist es immens wichtig, dass wir als Sport ganz klar Position beziehen. Die Sportfamilie Sachsen-Anhalt steht für eine offene und vielfältige Gesellschaft und ist gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung,“ betont Silke Renk-Lange, Präsidentin des LSB Sachsen-Anhalt.

Der organisierte Sport als größter zivilgesellschaftliche Akteur in Sachsen-Anhalt bekennt sich in dem jetzt veröffentlichten Positionspapier zu seiner sozialen Verantwortung, stellt sich klar gegen jegliche Form von Extremismus und setzt sich für eine offene, demokratische, diverse und friedliche Gesellschaft ein.
Das Positionspapier beinhaltet neben der grundlegenden Haltung auch konkrete Handlungsempfehlungen. So bedeutet es für den LSB und die Sportjugend insbesondere, dass sie sich für die Teilhabe aller Menschen am Sport einsetzen und konsequent Stellung beziehen werden, um das demokratische Zusammenleben in Vereinen und Gesellschaft gegen Angriffe zu verteidigen. Die Verwendung menschenverachtender, rassistischer und ausgrenzender Sprache sowie die ideologische Umdeutung von Begriffen sind für den Sport nicht hinnehmbar.
Der LSB und die Sportjugend bekennen sich zudem dazu, Funktionsträger*innen oder aktive Mitglieder von antidemokratischen, populistischen und/oder extremistischen Parteien oder Gruppierungen und Personen, die sich antidemokratisch, populistisch oder extremistisch verhalten, nicht in Gremien und Arbeitsgruppen des Sports zu berufen und sie auch nicht aktiv zu Veranstaltungen einzuladen.
Darüber hinaus verpflichten sich der LSB und die Sportjugend dazu, Mitglieder vor Unterwanderung zu schützen, sie zu informieren und zu sensibilisieren sowie gemeinsame Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.

Das Positionspapier entstand in Anlehnung an die gemeinsame Positionierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Deutschen Sportjugend (DSJ) gegen menschenverachtende, rechtspopulistische und rechtsextreme Haltungen und Handlungen.

PDF-DateiPositionspapier für eine offene und vielfältige Gesellschaft