11.06.2021 - Frank Löper

Olympischer Countdown: Noch sechs Wochen bis zur Eröffnung

(Foto: dpa picture alliance)
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Heute in sechs Wochen werden in Tokio die Olympischen Sommerspiele 2021 eröffnet. Für das aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschobene globale Sportevent stehen dank sinkender Infektionszahlen und fortschreitender Impfungen die Ampeln auf Grün. Für die Athletinnen und Athleten weltweit waren und sind die Bedingungen für die Olympiavorbereitung alles andere als optimal. Wie viele Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt in Tokio dabei sein werden, entscheidet sich in nächsten Tagen und Wochen...

Zwei der insgesamt fünf offiziellen Nominierungstermine für das Team Deutschland zu den Olympischen Spielen sind bereits Geschichte. Die drei weiteren stehen am 15. Juni (u.a. Wasserspringen), am 29. Juni (u.a. Turnen und Judo) und 4. Juli (u.a. Leichtathletik) an. Ihre Olympianominierung in der Tasche haben bisher acht Schwimmerinnen und Schwimmer, die in Vereine Sachsen-Anhalts zu Hause sind bzw. hier trainieren:

Schwimmen, Freiwasser: Finnia Wunram (SC Magdeburg), Rob Muffels (SC Magdeburg), Florian Wellbrock (SC Magdeburg)
Schwimmen, Becken: Isabel Gose (200/400/800 m Freistil, 4x200 m Freistil/SC Magdeburg), Franziska Hentke (200 m Schmetterling/SC Magdeburg), Sarah Köhler (800/1500 m Freistil/SG Frankfurt), Laura Riedemann (100 m Rücken, 4x100 m Lagen/Lagen Mixed/SV Halle), Lukas Märtens (200/400/1500 m Freistil, 4x200 m Freistil/SC Magdeburg), Florian Wellbrock (800/1500 m Freistil/SC Magdeburg).

Beim nächsten Nominierungstermin am 15. Juni dürfte aus Sicht Sachsen-Anhalts Wasserspringer Timo Barthel vom SV Halle sein Olympiaticket lösen, der bei den Europameisterschaften im Turmspringen im Mai in Budapest als bester Deutscher auf dem vierten Platz landete und damit einen von zwei Quotenplätzen für das olympische Turmspringen in Tokio sicherte. Da er zudem gemeinsam mit dem Berliner Patrick Hausding EM-Bronze im Synchronspringen vom Turm gewann und auch bei den „Finals 2021“ Anfang Juni in Berlin überzeugte, dürfte seine Nominierung nur Formsache sein. Im Synchronspringen sind beide als Neuntplatzierte aus der Olympiaqualifikation erster Nachrücker für einen olympischen Startplatz.

Im Turnen dürften sowohl der Hallenser Nick Klessing, der bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der „Finals2021“ den Titel an den Ringen gewann und im Mehrkampf Vierter wurde, als auch die in Halle von Hubert Brylok betreuten Lukas Dauser (TSV Unterhaching), als Deutscher Mehrkampfmeister, und Nils Dunkel (MTV Erfurt), als Vizemeister im Mehrkampf und Deutscher Meister am Pauschenpferd, gute Karten haben. Die Olympiatickets für die deutschen Gerätturner werden am 12.Juni in München vergeben. In der bayerischen Hauptstadt steht die zweite und letzte nationale Qualifikation für Tokio an. Im besten Fall könnte die Trainingsgruppe Brylok aus Halle drei der vier Turner der deutschen Olympiariege stellen.

Judoka Luise Malzahn vom SV Halle steht an diesem Wochenende in der Gewichtsklasse bis 78 kg bei den Judo-Weltmeisterschaften in Budapest auf der Matte. Ihr Ziel ist eine Medaille. Nur so besteht noch die Möglichkeit an die beste Deutsche in der Weltrangliste der Gewichtsklasse Anna-Maria Wagner heranzukommen. Die Nominierung wird nach der WM erfolgen.

Für die Leichtathleten besteht noch bis Ende Juni die Möglichkeit zur Erfüllung von Olympianormen. Aus Sachsen-Anhalt hat Kugelstoßerin Sara Gambetta (SV Halle), die in Abwesenheit von Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) beste Chancen auf eine Olympiateilnahme. Als Deutsche Meisterin 2021 und Normerfüllerin ist sie für Tokio quasi gesetzt. Auch für Diskuswerfer David Wrobel (SC Magdeburg), der bei den Deutschen Meisterschaften mit 64,25 m Silber gewann und mit seinen 67,30 m von den Halleschen Werfertagen deutlich die Olympianorm geknackt hat, stehen die Chancen für seine erste Olympiateilnahme gut. Trainingskamerad Martin Wierig hingegen ist verletzungsbedingt noch nicht so richtig in Olympiaform gekommen. Er hat noch bis zum 29. Juni Zeit sich in der Bestenliste der deutschen Diskuswerfer mit Weiten jenseits der Olympianorm unter die ersten Drei zu schieben, die in Tokio an den Start gehen dürfen. Bei den Diskuswerferinnen will Shanice Craft (SV Halle), die bei den Deutschen Meisterschaften Anfang Juni mit 60,05 m Vierte wurde, im Vorfeld aber bereits die Olympianorm geknackt hat, ein Wörtchen bei der Vergabe der Tokio-Tickets mitreden.

Mit Max Appel vom SC Magdeburg sitzt aktuell auch ein Ruderer aus Sachsen-Anhalter im bereits für Tokio qualifizierten deutschen Doppelvierer und sollte somit sicher bei den Olympischen Spielen dabei sein.
Radsportlerin Rebecca Gruhn aus Stendal, die bei den Weltmeisterschaften 2021 im Freestyle Platz 14 belegte, hält sich für eine Teilnahme an den erstmals auszutragenden olympischen Wettbewerben im Freestyle bereit, da die beste Deutsche, Lara Lessmann, sich im Training verletzte und aktuell nicht einsatzfähig ist.

Das Land Sachsen-Anhalt, der Landessportbund und der Olympiastützpunkt wollen gemeinsam am 7. Juli alle nominierten Sportlerinnen und Sportler in einem Online-Format nach Tokio verabschieden.