28.07.2021 - Frank Löper

Sarah Köhler schwimmt zu Olympia-Bronze

Sarah Köhler gewinnt die erste deutsche Olympiamedaille im Beckenschwimmen seit 2008. (Foto: dpa)
Sarah Köhler gewinnt die erste deutsche Olympiamedaille im Beckenschwimmen seit 2008. (Foto: dpa)
Was für ein Finale! Freistilschwimmerin Sarah Köhler hat für den Deutschen Schwimmverband die erste Medaille in Tokio und die erste Olympiamedaille im Beckenschwimmen seit 13 Jahren geholt. Im Endlauf über 1.500 m Freistil stellte die 27-Jährige aus der Trainingsgruppe von Bernd Berkhahn beim SC Magdeburg in 15:42,91 Minuten einen neuen deutschen Rekord auf und gewann Bronze. Auch für Trainer Berkhahn ist es die erste olympische Medaille!

Im Aquatics Centre von Tokio musste sich Sarah Köhler, die für die SG Frankfurt startet aber seit Jahren am Bundesstützpunkt in Magdeburg trainiert, heute Morgen kurz vor fünf Uhr MEZ nur den US-Schwimmerinnen Kathy Ledecky (15:37,34 Minuten) und Erica Sullivan (+ 4,07 Sekunden) geschlagen geben. In 15:42,91 Minuten verbesserte die 27-Jährige Vizeweltmeisterin von 2019 auf der gleichen Strecke ihren eigenen deutschen Rekord (15:48,83 Minuten) um fast sechs Sekunden.
"Ab 900 Metern tat es richtig weh. Wie für alle ist es ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Ich habe dann einfach versucht, den Schmerz zu ignorieren", beschrieb Köhler das Finalrennen. „Ich freue mich so sehr, dass ich jetzt die erste Medaille für den Verband holen konnte", sagte Köhler überglücklich. Sarahs Bronzemedaille war übrigens die erste olympische Medaille für deutsche Beckenschwimmer*innen seit dem Doppel-Gold 2008 in Peking von Britta Steffen.
Die Bronzemedaille dürfte auch ihrem Lebensgefährten und Trainingskameraden Florian Wellbrock Rückenwind verleihen, der heute Nacht das Finale über 800 m Freistil bestreitet, für das er sich mit der zweitbesten Vorlaufzeit qualifizieren konnte. Dann wird Sarah auf der Tribüne ihren Florian anfeuern.
Zwei weitere Athleten der Trainingsgruppe Berkhahn waren in dieser Nacht mit unterschiedlichem Erfolg im olympischen Einsatz. Der erst 19-jährige Lukas Märtens hatte mit der deutschen 4 x 200 m Freistilstaffel sein erstes olympisches Finale. Zusammen mit Poul Zellmann, Henning Mühlleitner und Jacob Heidtmann reichte es am Ende in 7:06,51 Minuten zu Platz 7. „Für unser Team hat es jetzt ganz gut geklappt, deswegen können wir damit definitiv zufrieden sein“, bewertete Zellmann das Finalrennen.
Franziska Hentke (SCM) hingegen hat das olympische Finale über 200m Schmetterling verpasst. Bei ihren zweiten Olympischen Sommerspielen war für die 32-Jährige im Halbfinale Schluss. Der sympathischen Athletin, die ihre größten Erfolge mit WM-Silber 2017 und EM-Gold 2016 jeweils über 200 m Schmetterling erzielte, hätte man den Finaleinzug so sehr gegönnt.
„Natürlich hätte ich mir ein besseres Ende der sportlichen Karriere gewünscht. Aber letztlich bin ich froh und stolz, dass ich Tokio noch miterleben durfte“, sagte Franziska nachdem die erste Enttäuschung über das verpasste Finale verflogen war.