04.10.2021 - MSC Teutschenthal

Endlich wieder Weltklasse-Motocross in Teutschenthal

Start zum Grand Prix im Talkessel in Teutschenthal. (Foto: Carsten Trebut)
Start zum Grand Prix im Talkessel in Teutschenthal. (Foto: Carsten Trebut)
Am 2. und 3. Oktober 2021 war der Talkessel in Teutschenthal nach der Corona-bedingten Absage im Vorjahr wieder Schauplatz von Läufen zur Motocross-Weltmeisterschaft 2021. „Endlich wieder“ - so lautet dann auch das Fazit aller Beteiligten egal ob sie Organisatoren, Akteure oder Zuschauer des Deutschland-Grand-Prix im Talkessel Teutschenthal waren. Endlich wieder Motocross-Spannung pur. Endlich wieder tausende Fans auf den Tribünen. Bei den WM-Läufen 2021 krönten sich der Slowene Tim Gajser (Honda) in der Königsklasse MXGP und der Franzose Maxime Renaux (Yamaha) in der Nachwuchsklasse MX2 bei bestem Motocross-Wetter und vor Zuschauern aus ganz Europa zu den diesjährigen Siegern.

WM-Klasse MXGP
Aus deutscher Sicht ergibt sich für die beiden WM-Klassen ein durchwachsenes Resümee. In der MXGP-Klasse (bis 450ccm Motorisierung) war es für den Lokalmatador Henry Jacobi (Honda) ein Wochenende zum Vergessen. Während der Thüringer im ersten Moto nur Rang 20 erreichte, schied er im zweiten Umlauf sogar komplett aus. Damit konnte er im Talkessel nur einen WM-Zähler sammeln und rutschte in der WM-Wertung um einen Rang zurück auf nun Platz 15. Erfolgreich waren andere: Der Sieger von Teutschenthal heißt in diesem Jahr Tim Gajser (Honda), der auch 2019 in Teutschenthal siegreich war und nun das Gesamtklassement übernommen hat. Mit ihm auf dem Podium standen der Niederländer Jeffrey Herlings (KTM) als Zweiter und der Franzose Romain Febvre (Kawasaki) als Drittplatzierter. Überschattet wurden die Rennen in der MXGP-Klasse von einem schweren Zusammenprall des Spaniers Jorge Prado (KTM) mit seinem Teamkollegen Jeffrey Herlings unmittelbar nach der Zieldurchfahrt im ersten Lauf. Prado, im ersten Umlauf Sieger, konnte verletzungsbedingt beim zweiten Lauf nicht mehr antreten.

WM-Klasse MX2
Die beste Platzierung eines deutschen WM-Fahrers holte mit Rang sieben der 17-jährige Simon Längenfelder (GasGas) in der Klasse MX2 (bis 250ccm Motorisierung). Im WM-Ranking rückte der gebürtige Bayer einen Platz vor auf nun Rang elf. Über den Grand-Prix-Sieg konnte sich der Franzose Maxime Renaux (Yamaha) freuen. Bei der Siegerehrung hatte noch sein Landsmann Tom Vialle (KTM) ganz oben auf dem Treppchen gestanden. Da er während des zweiten Rennens jedoch eine Sicherheitsflagge missachtet hatte, wurde er nach den Rennen von der Jury zwei Plätze nach hinten versetzt, was ihm den Sieg kostete. Als Dritter wird der Österreicher Rene Hofer (KTM) in der Siegerliste geführt, der sich sichtlich über seine erste WM-Podiumsplatzierung überhaupt freute.

Klassen EM X250 und EM X125
Zum Programm des MXGP von Teutschenthal zählten auch in diesem Jahr zwei Klassen der Europameisterschaft. Der Italiener Nicholas Lapucci (Fantic) holte sich mit zwei Laufsiegen den Teutschenthaler Pokal in der Klasse EM X250 vor dem Norweger Kevin Horgmo (GasGas) und seinem Landsmann Andrea Bonacorsi (Yamaha). Hervorragende Ergebnisse fuhren mit Rang sieben der Chemnitzer Jeremy Sydow (Yamaha) und Rang acht Maximilian Spieß aus Ortrand (Fantic) ein.
Turbulent ging es in der kleineren Motorisierungsklasse EM X125 zu. Hier siegte der Niederländer Ivano van Erp (Yamaha) mit einem Punkt vor Bobby Bruce aus Großbritannien (GasGas) und Lucas Coenen aus Belgien (Kawasaki). Bester deutscher Youngster war Valentin Kees aus Schwabniederhofen (KTM), der sich mit einem guten zweiten Lauf immerhin sechs Meisterschaftspunkte holte und im Teutschenthaler Gesamtklassement auf Platz 19 einkam. Zwei Punkte gab es auch für den Teamkollegen Maximilian Werner aus Jena. Mit dem Kampf um die Meisterschaft der EMX125 haben beide aber nichts zu tun.

Premiere im e-Motocross Zum allerersten Mal überhaupt wurden an diesem WM-Wochenende in Teutschenthal Meisterschaftspunkte in einer e-Motocross-Klasse vergeben. Fahrer von sechs bis acht Jahren gingen in dieser Serie an den Start, die über fünf Läufe ausgetragen wird. „Minis“ aus ganz Europa waren dafür in den Talkessel angereist, um im Rahmen der WM um Podiumsplatzierungen zu fahren. Der Spanier Eleu Jose (Husqvarna) konnte nach zwei Läufen den Siegerpokal in die Höhe stemmen, neben ihm auf dem Podium die beiden Österreicher Elias Eder (KTM) und Maurice Heidegger (GasGas). Bester Deutscher wurde Felix Siegl (Husqvarna) als 14. im Endklassement.

Jens-Uwe Jahnke, Vorsitzender des MSC Teutschenthal, zog ein positives Resümee für das Rennwochenende: „Es war eine tolle Veranstaltung. Nach zweieinhalb Jahren Pause konnten wir zeigen, dass wir nicht aus der Übung sind und weiterhin ein WM-Rennen mit hohem Standard ausrichten können. Die Planung war aufgrund der Corona-Pandemie sehr schwierig. Doch das Wochenende war ein riesiges Erlebnis für alle vor Ort und wir freuen uns jetzt schon wieder auf das nächste Jahr.“