02.12.2021 - Frank Löper

Lars Kochmann aus Halle holt sechs WM-Medaillen

Schwimmer Lars Kochmann mit seinen sechs WM-Medaillen.
Schwimmer Lars Kochmann mit seinen sechs WM-Medaillen.
Vom 15. bis 20. November 2021 fanden im polnischen Gliwice die ersten Kurzbahn-Weltmeisterschaft der gehörlosen Schwimmer statt. Lars Kochmann vom SSV Halle-Neustadt brachte aus Polen insgesamt sechs Medaillen mit nach Hause. Der zweifacher Langbahn-Weltmeister konnte auf der 25m-Bahn 1 x Gold, 1 x Silber, 4 x Bronze gewinnen und damit maßgeblich zum tollen Abschneiden des deutschen Teams beitragen.

Die Erfolge von Lars Kochmann waren für Insider keine Überraschung. Mit seiner Teilnahme an der Langbahn-WM 2019 in Brasilien, bei der er 2 x Gold und 2 x Bronze gewann, hatte er bereits gezeigt, dass er zu den besten gehörlosen Schwimmern der Welt gehört. Dass er in Gliwice aber fast in jedem Wettbewerb, an dem er teilnahm, eine Medaille holte, war überragend.
Lars startete über 50 und 100 m Rücken, 50 und 100 m Brust, 100 m Freistil sowie 100 und 200 m Lagen. Die WM-Woche startete mit 100 m Brust, wo er völlig unerwartet Bronze in neuer Deutscher Rekordzeit von 1:02,19 min gewinnen konnte. Am Dienstag standen die 100 m Rücken auf dem Programm. Hier konnte Lars in neuer Weltrekordzeit von 55,11 Sekunden vor dem Russen Mark Troshin die Goldmedaille sichern. Am darauffolgenden Tag kamen Bronze über 100 m Lagen Bronze (58,68 sec) und Silber über 50 m Rücken (25,58 sec – Deutscher Rekord) dazu.
Am Donnerstag standen die 50 m Brust an und obwohl Lars so langsam seinem umfangreichen Programm Tribut zollen musste, reichte es im Finale zu Bronze. Am letzten WM-Tag konnte er noch über die 200 m Lagen einen weiteren dritten Platz mit neuem Deutschen Rekord von 2:04,65 min. einfahren. Somit war die Kurzbahn-WM mit sechs Medaillen und sieben Deutschen Rekorden ein voller Erfolg.
Die weitere Goldmedaille für das deutsche Team errang Niklas Müller über 1.500 m Freistil. Insgesamt holte das kleine deutsche Team zwei Gold-, eine Silber- und vier Bronzemedaillen und belegt damit Platz fünf im Medaillenspiegel mit nur drei Schwimmern am Start. Zahlreiche Rekorde, darunter ein Weltrekord, viele Deutsche Rekorde und Altersklassenrekorde unterstreichen die Leistung noch einmal. Bundestrainer Björn Koch, der als ehemaliger Spitzenschwimmer seine eigenen Weltrekorde noch auf den Startlisten finden konnte, brachte erfolgreich seine langjährige Wettkampferfahrung ein und Sabine Steinmann, die mit dem Team schon um die halbe Welt gereist ist, sorgte dafür, dass die Schwimmer fit für den Wettkampf blieben.