26.01.2022 - SOSA/Frank Löper

Special Olympics: Zehn Kommunen des Landes sind dabei!

Ein echter Meilenstein für die Inklusion im Sport in Deutschland und in Sachsen-Anhalt! Gestern wurden von Special Olympics Deutschland die Host Towns für die Special Olympics World Games Berlin 2023 bekanntgegeben. Unter den bundesweit 216 Gemeinden, Bezirken, Städten und Landkreisen, die 2023 als Gastgeber für die teilnehmenden Nationen aus aller Welt auftreten, kommen insgesamt zehn aus Sachsen-Anhalt. Neben der Gastgeberrolle wollen die Host Towns nachhaltige inklusive Strukturen und Netzwerke in ihrer Region schaffen.

Das größte kommunale Inklusionsprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik wird somit auch zwischen Elbe und Harz ein neues Miteinander und den Raum für Begegnungen im Bundesland stiften, weit über die Special Olympics World Games Berlin hinaus, die vom 17. bis 25. Juni 2023 stattfinden werden. Host Town in Sachsen-Anhalt werden die Städte Quedlinburg und Thale (Gemeinschaftsbewerbung), Halberstadt, Haldensleben, Halle, der Landkreis Börde (zusammen mit dem Landkreis Helmstedt, NDS), Arendsee, Sangerhausen im Verbund mit dem Landkreis Mansfeld-Südharz und der Burgenlandkreis. Als Teil des Host Town Programms sind die Kommunen Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik – ein Aufbruch für mehr Teilhabe und Anerkennung von Menschen mit Behinderung.

Lea Schergun, Athletin aus Halle, “würde gerne allen Menschen aus der Welt, die zu uns kommen, die Stadt und den Verein vorstellen.” Die Schwimmerin vom USV Halle ist Mitglied im Athletenrat von Special Olympics Sachsen-Anhalt. Für die Bewerbung hat sie einen Fragebogen für ihre Trainingsgruppe erarbeitet, um Ideen für das Programm abzufragen. Die Ergebnisse hat sie dann während eines Treffens zur Vorbereitung auf die Bewerbung in großer Runde vorgestellt. Ihr persönliches Augenmerk auf die Bewerbung: “Halle ist einfach eine schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten”.

„Das Programm ist ein Baustein der Special Olympics World Games Berlin 2023 für eine nachhaltig inklusive Gesellschaft. Umso größer ist unsere Freude über die riesige Resonanz, die es bundesweit in Städten, Gemeinden und Landkreisen gefunden hat“, sagt Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland. „Das Programm zielt auf die Etablierung inklusiver Strukturen und auf selbstbestimmte Teilhabe vor Ort. Damit ist es Ausdruck unserer ganzheitlichen Strategie, über den Sport hinaus die Lebenswelten von Menschen mit geistiger Behinderung und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft im Blick zu haben. Die 216 Host Towns gehen mit dem Programm einen großen Schritt in Richtung Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und senden einen starken Impuls für eine bundesweite Bewusstseinsbildung.“

Andreas Silbersack, Erster Vizepräsident von Special Olympics Deutschland und Präsidiumsmitglied von Special Olympics Sachsen-Anhalt (SOSA) zeigt sich beeindruckt von der großen Resonanz aus seinem Bundesland auf das Host Town Programm. "Special Olympics Sachsen-Anhalt freut sich außerordentlich, dass sich insgesamt zehn Standorte als Teil des Host Town Programms beworben haben. Das ist mehr als wir erwarten durften." Silbersack betont: "SOSA ist ein kleiner, sich in der Entwicklung befindender Verband - und das Programm ist eine große Chance für die Teilhabe und Anerkennung von Menschen mit Behinderung in unserem Bundesland."

Vom 12. bis zum 15. Juni 2023 sind die Host Towns Gastgeber für die Athlet*innen und deren Angehörige vor Beginn der Wettbewerbe in Berlin. Den Ausschlag zur Auswahl als Host Town haben vor allem die Konzepte für die inklusiven Projekte vor Ort gegeben. Die Kommunen überzeugten zudem mit Motivation und Ideen. Im Mittelpunkt ihres Engagements stehen Kooperationen mit Schulen, Vereinen, Kultureinrichtungen und Werkstätten. Bewegung, Bildung, Begeisterung werden initiiert, es reifen lassen im Umgang mit Menschen mit Behinderung und dem Thema Inklusion.
Dem Projekt aus Quedlinburg und Thale etwa liegt die Idee “12 Vereine in 12 Monaten” zugrunde: Innerhalb von 12 Monaten sollen 12 Sportvereine inklusive Aktionstage durchführen. Eine langfristige Öffnung der Sportvereine soll erreicht werden und dazu viele Einrichtungen und Vereine, die Evangelische Stiftung Neinstedt, die Lebenshilfe Harzkreis-Quedlinburg, der Kreissportbund Harz e.V., die TSG GutsMuths e.V. oder die Young Baskets Harz mit dem Landkreis Harz und der Stadt Thale zusammenarbeiten.
Der Landkreis Börde, die Stadt Haldensleben und die niedersächsischen Kommunen, der Landkreis Helmstedt und die Stadt Helmstedt, haben eine Gemeinschaftsbewerbung eingereicht. Es handelt sich hierbei um die einzige bundeslandübergreifende Bewerbung. Mittels des Projekts soll das Grenzdenkmal Hötensleben zur Erinnerung an die deutsch-deutsche Teilung barrierefrei gestaltet werden.

Als Botschafterin für das Host Town Programm freut sich auch die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer (CDU) auf die internationalen Delegationen der Special Olympics World Games, “die 2023 in ihrer Heimatregion, dem wunderschönen Harz und in ganz Deutschland zu Gast sein werden.” Brehmer: „Das Programm wird das wichtige Thema Inklusion stärken und vor Ort erlebbar machen.“

Mit den Special Olympics World Games Berlin 2023, dem weltweit größten inklusiven Sportevent, wird Inklusion (be-)greifbarer. Menschen mit geistiger Behinderung werden sichtbar, Begegnungen einfacher, Austausch selbstverständlicher. Im Berliner Olympiastadion, auf dem Alexanderplatz – und dank des Programms auch bundesweit in den 216 Host Towns. Und Sachsen-Anhalt wird Teil dieser kraftvollen Inklusionsbewegung!