Zum Hauptinhalt springen
Sportförderung

Debatte zur Sportförderung im Landtag Sachsen-Anhalt

| Frank Löper

Das Auslaufen der Regelungen zur Eindämmung zur Corona-Pandemie steht kurz bevor. Für den 2. April sind weitreichende Lockerungen auch für den Vereinssport geplant. Genau der richtige Zeitpunkt für eine aktuelle Debatte zur Sportförderung in Sachsen-Anhalt. Initiiert von der FDP-Fraktion im Landtag und ihrem Fraktionsvorsitzenden Andreas Silbersack brachten am 25. März alle Landtagsfraktionen ihre Positionen zur Rolle des Sports und der Vereine in Zeiten der Pandemie zum Ausdruck und diskutierten darüber, wie es perspektivisch mit der Sportförderung weitergehen soll.

Andreas Silbersack (FDP) brachte dabei ganz deutlich die Sorgen und Nöte der Sportlandschaft zum Ausdruck. „Der Vereinssport kämpft mit den Folgen von zwei Jahren Corona-Pandemie und jetzt bereits wieder mit den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine!“ sagte Silbersack, selbst Vereinsvorsitzender des USV Halle. „Wir als Politik müssen dafür sorgen, dass es unseren Vereinen gut geht, sie sind der Kitt der Gesellschaft“, so Silbersack weiter. Dazu forderte er das Parlament zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag festgehaltenen Punkte auf. „Wir müssen unabhängig von den Corona-Auswirkungen die Pauschalen für die Sportförderung kontinuierlich anpassen“ sprach er einen Fixpunkt aus dem Koalitionspapier an. Auch das ehrenamtliche Engagement müsse besser gefördert werde, da vielen Vereinen in der Pandemie auch Übungsleiter*innen und Vorstandsmitglieder verloren gegangen sind. „Wenn wir auch in Zukunft sportliche Erfolge feiern wollen, müssen wir jetzt den Sport an der Basis unterstützen“, zielte er auf die jungen Erfolge von Sportlern aus Sachsen-Anhalt bei Olympischen Spielen im Sommer und Winter ab.

 

Sportministerin Dr. Tamara Zieschang (CDU) nutzte die Debatte, um auf die umfangreichen Unterstützungsmaßnahmen der Politik für den Vereinssport in der Corona-Pandemie hinzuweisen. Sie verwies auf den Corona-Hilfsfond 2020 in Höhe von 1 Mio. Euro, auf die unbürokratisch ausgezahlte Corona-Pauschale 2021 (4,5 Mio. Euro) und das für 2022 vom Parlament bereits bestätigte Programm Neustart 2022 mit weiter 4,4 Mio. Euro Unterstützungsleistungen. Hier sollen pauschal für Kinder und Jugendliche 15 Euro und Erwachsene 10 Euro pro Vereinsmitglied in die Kassen der Sportvereine fließen. Für im Jahr 2022 neu gewonnene Mitglieder stellte sie 12,50 Euro und für jeden neu gewonnenen Übungsleiter 100 Euro in Aussicht. „Das Land steht fest an der Seite der Sportvereine! Zusammen mit den erwähnten Sonderleistungen stellen wir 2022 für das Sporttreiben und den Sportstättenbau insgesamt 35 Mio. Euro zur Verfügung.

 

Dr. Falko Grube (SPD) betonte mit sichtlichem Stolz: „Sachsen-Anhalt ist ein Sportland!“ Neben den erfolgreichen Spitzenathleten und Mannschaften bezog er explizit die tausenden Eltern und Großeltern, die Woche für Woche ihre Kinder und Enkel unentgeltlich zum Sport fahren mit ein. „Das macht die große Sportfamilie Sachsen-Anhalt aus, die es in der Pandemie geschafft hat, mit kreativen Ideen den Sport am Leben zu halten“, so Grube. Er betonte mit Blick auf den Koalitionsvertrag wie wichtig es ist, die Strukturen des Sports verlässlich zu finanzieren und dass es kontinuierliche Steigerungen in der Förderung geben muss. „Die handelnden Personen im LSB Sachsen-Anhalt haben sich in den letzten zehn Jahren viel Vertrauen in der Politik gewonnen“, stellte auch er mehr eigenverantwortliche Mittelvergabe für den Sport in Aussicht.



Thomas Lippmann (Die Linke), sieht den Sport gut gewappnet für den Neustart 2022. Auch er hält die Corona-Sonderleistungen des Landes für den Sport für wichtig. Dazu brachte er seine Überzeugung zum Ausdruck, dass die vom Sport viel zitierte Redewendung, dass Sport und Bewegung nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sind, voll zutreffe. Als harte Fakten an denen sich die Politik der Regierung messen lassen müsse, nannte er die Schaffung eines Ehrenamtsgesetzes und die Forderung nach mehr Schulsport und Schwimmunterricht für Kinder in den Schulen.

 

Carsten Borchert (CDU) betonte: „Aktuelle Debatten im Landtag müssen immer einen Sinn haben. Die Debatte zur Sportförderung hat schon deshalb einen Sinn, weil die Sportvereine in den schwierigen Zeiten der Pandemie für einen immensen Zusammenhalt in der Bevölkerung gesorgt haben.“ Als konkretes Beispiel für unkomplizierte Unterstützung unabhängig von den zur Verfügung stehenden Geldern nannte er die Schaffung von Fördermöglichkeiten für Rasenroboter für Fußballplätze aus den Etats für den Sportstättenbau. Das ist etwas konkret Greifbares, das die Ehrenamtlichen vor Ort entlastet“, so Borchert.

 

Abschließend zur eineinhalbstündigen wertschätzenden Debatte dankte auch Sebastian Striegel (Bündnis 90/Die Grünen) den Sportvereinen und -verbänden für ihre Kreativität und ihr Engagement. „Corona bringt einen Knick in die seit zehn Jahren positive Mitgliederentwicklung im Vereinssport des Landes. Da müssen wir gegensteuern und tun das mit den genannten finanziellen Anreizen. Wir als Grüne werden darauf achten, dass die Mittel auch an der Basis ankommen.“ Zum Thema Digitalisierung sagte er: „Zwei Jahre Corona-Pandemie haben gezeigt: Sport und Digitalisierung, das geht sehr wohl zusammen!“, brach er eine Lanze für den eSport.

Zurück