10.06.2020 - Frank Löper

Anti-Doping-Arbeit während der Corona-Pandemie

Klassische Urin- und Bluttests waren aufgrund der Kontaktbeschränkungen zeitweise nicht möglich. (Foto: LSB NRW)
Klassische Urin- und Bluttests waren aufgrund der Kontaktbeschränkungen zeitweise nicht möglich. (Foto: LSB NRW)
Einhergehend mit der stufenweisen Wiederaufnahme des Sporttreibens nimmt auch das Dopingkontrollsystem in Deutschland Schritt für Schritt seine Arbeit wieder auf. Wie die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) informiert, wurden bereits Mitte Mai die klassischen Dopingkontrollmaßnahmen wiederaufgenommen. Erste Wettkampfkontrollen fanden bereits am 16. und 17. Mai bei den Spielen der 1. und 2. Fußballbundesliga statt. Parallel dazu testet man innovative Kontrollmethoden.

Während die NADA vor Beginn der Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie Anfang März noch an den klassischen Dopingkontrollen und Präventionsmaßnamen unter Einbeziehung entsprechender Hygienemaßnahmen festhielt, musste der Umfang der Kontrollen bis zur offiziellen Absage der Olympischen und Paralympischen Spiele am 24. März deutlich reduziert werden. Anschließend fanden bis Mitte Mai 2020 keine klassischen Dopingkontrollmaßnahmen mehr statt.

Pilotprojekt „Dried Blood Spot“
Um in dieser Zeit dem „Generalverdacht des unbeschränkten Dopings“ im Sport entgegenwirken und eine Alternative für die ausgesetzten Dopingkontrollen anbieten zu können, führte die NADA das Pilotprojekt „Dried Blood Spot“ (DBS) ein. An dem Projekt nehmen verschiedene Athletinnen und Athleten teil, die unter anderem zum Perspektivkader der Olympischen Spiele in Tokio 2021 gehören.
Der Vorteil: der DBS-Test kann von den Athletinnen und Athleten eigenständig durchgeführt werden. Damit können sie ihren Einsatz für den sauberen Sport dokumentieren und sich selbst vor dem Verdacht der Leistungsmanipulation schützen in der Zeit, in der klassische Urin- und Bluttests aufgrund des Kontaktverbots und der Ansteckungsgefahr nicht möglich sind.
Allerdings ist die DBS-Methode derzeit nicht als anerkannte Methode akkreditiert. Daher erfolgen alle DBS-Probenahmen in Form von freiwilligen Projekten, um die Methode weiter zu entwickeln und gegebenenfalls für eine spätere Ergänzung zu den herkömmlichen Proben nutzen zu können.

Hier erfahren Sie mehr über das Pilotprojekt „Dried Blood Spot“:

 Alle Neuigkeiten zur Arbeit der NADA während/nach der Corona-Pandemie gibt es hier:

PDF-DateiNADA Pilotprojekt „Dried Blood Spot“