01.10.2020 - Frank löper

30 Jahre Leistungssport in Sachsen-Anhalt

Julia Lier (2. v. l.) wurde 2016 in Rio de Janeiro mit dem deutschen Doppelvierer Olympiasiegerin. (Foto: dpa)
Julia Lier (2. v. l.) wurde 2016 in Rio de Janeiro mit dem deutschen Doppelvierer Olympiasiegerin. (Foto: dpa)
Nichts dokumentiert eine erfolgreiche Arbeit im Wettkampfsport so sehr wie Titel und Medaillen. Heute geht es im Rückblick auf "30 Jahre Sport in Sachsen-Anhalt" um den Leistungssport im Bundesland. Und da hat Sachsen-Anhalt in drei Jahrzehnten vom Hochleistungsbereich bis zum sportlichen Nachwuchs so einiges vorzuweisen.

Bei sieben Olympischen Sommerspielen von Barcelona 1992 bis Rio de Janeiro 2016 gewannen Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt insgesamt 17 x Gold, 19 x Silber und 15 x Bronze. Bei den Paralympics in den Sommersportarten lautet die Bilanz: 6 x Gold, 8 x Silber und 6 x Bronze. Dazu kommen 4 Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen von Wintersportlern, die für Vereine in Sachsen-Anhalt starten bzw. ihre sportliche Laufbahn in Sachsen-Anhalt begannen. Bei den Paralympischen Winterspiele brachte es Ausnahmeathletin Andreas Eskau vom USC Magdeburg allein auf 4 x Gold, 4 x Silber und 2 x Bronze in Skilanglauf und im Biathlon.
Dazu kommen ungezählte Titel und Medaillen in den olympischen und den nichtolympischen Sportarten bei Welt- und Europameisterschaften. Beispielhaft seien hier nur die Rettungsschwimmer aus Sachsen-Anhalt erwähnt. Und auch im Mannschaftssport macht das Bundesland z.B. mit den Bundesliga-Handballern vom SC Magdeburg, den Fußball-Drittligisten Hallescher FC und 1. FC Magdeburg, dem Serienmeister und Weltpokalsieger im Kegeln vom SKV Rot-Weiß Zerbst oder den Basketballern vom Mitteldeutschen BC mit Erfolgen auf sich aufmerksam. Das Sachsen-Anhalt Sportevents ausrichten kann, dafür stehen beispielhaft die German Open im Tischtennis, die Halleschen Werfertage in der Leichtathletik oder das traditionelle Jahn-Gedenkturnen in Freyburg.
Olympiasieger wie Speerwerferin Silke Renk-Lange, heute Präsidentin des LSB Sachsen-Anhalt, oder Schwimmerin Dagmar Haase und Rennkanute Mark Zabel, heute als Angestellte des LSB im Trainerpool beschäftigt, zeigen, dass es über die Jahre gelungen ist, dass erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler ihre Erfahrungen im Ehren- und im Hauptamt weitergeben, um junge Talente in die Spitze zu führen.
Der Trainerpool des LSB Sachsen-Anhalt mit 54 Trainerinnen und Trainern in den Schwerpunktsportarten des Landes ist heute ein Garant für funktionierende Strukturen im Leistungssport hierzulande. Seit 2016 sichern zusätzlich acht Stellen pädagogisches Leistungssportpersonal (PLP-Stellen) zusätzlich die Betreuung von Sportlerinnen und Sportler im Aufbautraining an den Eliteschulen des Sports in Halle und Magdeburg sowie seit 2018 3,5 Stellen für Bundesstützpunktleiter die organisatorische Arbeit in den Leistungszentren in Halle und Magdeburg. Aktuell erhalten 17 Landesleistungszentren in Halle und Magdeburg sowie 178 Landesleistungsstützpunkte in 38 Sportarten eine Förderung.
Seit 2015 ist es im Rahmen des LSB-Projektes zur Talentfindung auch wieder möglich, gezielt sportliche Talente zu finden und zu fördern. Ein sportmotorischer Test für jährlich mehr als 16.000 Drittklässler in Sachsen-Anhalt bietet ca. 1.600 Mädchen und Jungen die Gelegenheit, sich bei den Sachsen-Anhalt-Spielen den Landestrainern der olympischen und paralympischen Sportarten zu präsentieren. Die Besten von ihnen trainieren dann gemeinsam in landesweit 50 Talentgruppen mit dem Ziel: Einschulung in die Eliteschulen des Sports. Insgesamt 65 Mädchen und Jungen ist das auf diesem Weg im letzten Schuljahr gelungen.
Mit einem Blick auf die Athletinnen und Athleten des Team Sachsen-Anhalt für Tokio 2021 und das Juniorteam Sachsen-Anhalt, in dem durch die Stiftung Sport in Sachsen-Anhalt Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften im Jugend- und Juniorenbereich gefördert werden, muss es einem um die Zukunft im Leistungssport des Landes nicht Bange sein.