21.01.2021 - Frank Löper

Silke Renk-Lange: Da müssen wir jetzt durch!

LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange. (Foto Jessen Mordhorst)
LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange. (Foto Jessen Mordhorst)
Der seit dem 16. Dezember 2020 für fast alle gesellschaftlichen Bereiche und somit auch für den Sport geltende Lockdown geht auch in Sachsen-Anhalt bis zum 14. Februar 2021 in die Verlängerung. Das verkündete Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff auf der Landespressekonferenz am 20 Januar. Die Situation für die Sportvereine hierzulande verschärft sich damit weiter. Für die Präsidentin des LSB Sachsen-Anhalt, Silke Renk-Lange, Grund genug, angesichts der hohen Infektionszahlen im Land für ein solidarisches Mittragen der Maßnahmen zu werben. Hier finden Sie ihr Statement.

Seit Wochen und Monaten erreichen uns auf allen Kommunikationswegen Anfragen, Bitten aber auch Forderungen, uns doch mehr für eine Wiederaufnahme des Sporttreibens im Land einzusetzen. Der Sport ist hier ein Spiegelbild der Gesellschaft und so reichen die Kommentare von solidarischer Zustimmung, über sachliche Argumentation bis hin zu Anschuldigungen, wir würden unsere Aufgabe als Interessenvertretung des Sports nicht wahrnehmen.
Ich kann Ihnen versichern, dass der LSB Sachsen-Anhalt seit Beginn der Pandemie im März 2020 ständig im intensiven Austausch mit den zuständigen Ministerien und der Staatskanzlei des Landes steht. Dabei ging und geht es immer darum, die Vorstellungen der Landesregierung zum Sporttreiben unter Corona-Bedingungen zu reflektieren und konkrete inhaltliche Vorschläge zur Umsetzung einzubringen. Zwischenzeitliche Regelungen wie das Kleingruppentraining für Kinder- und Jugendliche, die Möglichkeiten für den Individualsport auf Sportanlagen der Vereine oder die Ausnahmeregelungen für das Training von Kaderathletinnen und –athleten fanden so Berücksichtigung in den jeweils gültigen Eindämmungsverordnungen des Landes.
Im Mittelpunkt aller Überlegungen und Gespräche standen aber immer die Auswirkungen der Pandemie auf die gesamte Gesellschaft vor dem Hintergrund der jeweils aktuellen Infektions- und Todeszahlen in Sachsen-Anhalt. Mit dem heutigen Wissen, dass der Süden des Landes Sachsen-Anhalt derzeit zu den am stärksten betroffenen Regionen Deutschlands zählt, werbe ich deshalb heute für Verständnis und solidarisches Handeln des Sports in Sachsen-Anhalt.
Mit Blick auf die Verlängerung der aktuellen Einschränkungen bis 14. Februar sage ich ganz klar: Da müssen wir jetzt durch!
Für alle Breiten- und Freizeitsportler bleibt aktuell nur die Möglichkeit, sich allein, in häuslicher Gemeinschaft oder mit einem festen Trainingspartner in der freien Natur fit zu halten. Egal ob Sie joggen, walken, Rad fahren oder einfach nur spazieren gehen, halten Sie sich fit und stärken Sie damit ihr Immunsystem! Ich weiß von vielen Vereinen, dass sie den Kontakt zu ihren Mitgliedern über die Website und diverse Social-Media-Plattformen halten. Sie sind kreativ und bieten digitale Wettbewerbsformate an. Erste Auswertung der aktuellen LSB-Bestandserhebung zeigen einen klaren Trend.
Die Sportlerinnen und Sportler aus Sachsen-Anhalt halten ihren Vereinen in dieser schweren Zeit die Treue. Und darauf bin ich als LSB-Präsidentin richtig stolz!
Zu den mit dem Land vereinbarten Sonderregelungen für Olympia-, Paralympics-, Perspektiv- und Nachwuchskadern unserer Landesfachverbände möchte ich anmerken, dass die Festlegungen der Eindämmungsverordnung immer der Freigabe durch den jeweiligen Träger der Sportanlagen unterliegen. Wir wissen, dass es aktuell sehr unterschiedliche Zahlen der Neuinfektionen in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städte gibt.
Ich bitte unserer Trainerinnen und Trainer und auch die Eltern der betreffenden Sportlerinnen und Sportler zu akzeptieren, dass es hier zu unterschiedlichen Handhabungen kommt!
Glauben Sie mir, kein Bürgermeister oder Landrat untersagt das Training für den Leistungssport, um die Athletinnen und Athleten aus der Region zu verärgern. Er tut es, weil er die Menschen, für die er Verantwortung trägt, vor einer COVID-19 Erkrankung schützen will. Und das sollte auch bei uns im Sport immer im Mittelpunkt aller Überlegungen und Forderungen für eine Wiederaufnahme des Sportbetriebes stehen!
Der LSB Sachsen-Anhalt wird auch in den kommenden Wochen und Monaten die Interessen aller seiner Mitglieder gleichermaßen verfolgen und diese in die Gespräche mit den politischen Entscheidungsträgern einbringen. Zu unserer Verantwortung gehört es aber auch, die Entscheidungen der Politik im Kontext der aktuellen Pandemiebedingungen mitzutragen. Ich freue mich sehr, wenn Sie für unsere Perspektive und Entscheidungen Verständnis entwickeln und diese mittragen. Gleichzeitig bedanke ich mich für Ihr Engagement und Ihre Meinung.

Bleiben Sie sportlich und vor allem gesund!

Ihre Silke Renk-Lange
Präsidentin des LSB Sachsen-Anhalt e.V.