01.03.2021 - Frank Löper

Sachsen-Anhalt-Plan: Sport sieht Nachbesserungsbedarf

LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange. (Foto Jessen Mordhorst)
LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange. (Foto Jessen Mordhorst)
Der LSB Sachsen-Anhalt hat sich als Interessenvertretung des gemeinnützigen Vereinssports im Bundesland intensiv in die Erarbeitung der Inhalte des Sachsen-Anhalt-Plans 2021 eingebracht, der die Strategie für Öffnungsschritte und eine Rückführung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus festgelegen soll. Nach der Veröffentlichung des ersten Entwurfs war der LSB auch in den Prozess der Anhörung einbezogen. LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange hatte Ende vergangener Woche in einem Brief an den Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff noch einmal Nachbesserungsbedarf angemeldet.

Der am 23.Februar vorgestellte erste Entwurf des Sachsen-Anhalt-Plans sieht Lockerungen für den Sport derzeit erst vor, wenn über Tage hinweg weniger als 50 beziehungsweise 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche nachgewiesen werden. Wir haben dazu ausführlich berichtet.
In ihrem Brief an den Ministerpräsidenten verdeutlicht die LSB-Präsidentin noch einmal die aktuelle Situation im Sport in Sachsen-Anhalt. „Im Jahr 2020 haben die Sportvereine zwischen Altmark und Burgenland insgesamt 10.076 Mitglieder verloren, 5.576 davon sind Kinder und Jugendliche. Diese Zahlen stimmen mich sehr nachdenklich! Nahezu täglich erreichen uns Briefe und Emails von ehrenamtlichen Vereinsvorständen, die ihre Unzufriedenheit und Sorge zum Ausdruck bringen. Diese Sorge um den Erhalt der Sportlandschaft in Sachsen-Anhalt wird auch bei mir von Tag zu Tag größer,“ so die Silke Renk-Lange.
Zum Entwurf des Sachsen-Anhalt-Plans 2021 sieht die Präsidentin in einigen Punkten Nachbesserungsbedarf. So sollten unbedingt die regionalen Unterschiede bei den Inzidenzwerten berücksichtigt werden. Dann gäbe es eine landesweit gültige Regelung, die dennoch allen Landkreisen und den kreisfreien Städten die Möglichkeit gibt, anhand der regionalen Inzidenzwerte flexibel mit der Öffnung von Sportanlagen reagieren zu können. „Warum sollte beispielsweise das Sporttreiben in Kleingruppen in der Altmark nicht möglich sein, weil der Inzidenzwert im Burgenland noch zu hoch ist?“ fragt Renk-Lange nach.
Generell solle das Land auch die für die einzelnen Stufen vorgesehen Inzidenzwert noch einmal überdenken, fordert die LSB-Präsidentin. „Bei einem aktuellen Inzidenzwert von über 90 sind die Grenzen für mögliche Lockerungen unter 50 oder unter 35 für unsere Sportvereine in weiter Ferne. Besonders für die Stufe 1, die ohnehin nur Training in Kleingruppen im Freien vorsieht, sollte die Schwelle niedrig angesetzt sein, damit erste Angebote der Sportvereine für ihre Mitglieder zeitnah möglich werden. Dazu sollte die Nutzung kostenloser Schnelltests eine frühere Rückkehr zum Trainingsbetrieb im Sportverein ermöglichen“, so Renk-Lange.
Zusätzlich bat die LSB-Präsidentin den Ministerpräsidenten, Sonderregelungen für bereits geimpfte Personengruppen insbesondere im Senioren-, Gesundheits- und Rehabilitationssport zu schaffen. „Für diesen Bereich sind die Sportangebote im Verein zur Gesunderhaltung aber auch für den gesellschaftlichen Kontakt neben den Kindern und Jugendlichen besonders wichtig“, sagt Renk-Lange.

Bleibt nun abzuwarten, wie sich die Landeregierung am 2. März und die Regierungschefs von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie verständigen. Der Sachsen-Anhalt-Plan soll als eine Diskussionsgrundlage dafür dienen.