28.03.2022 - Thomas Appenrodt

Sachsen-Anhalt Rettungsschwimmer*innen stark in Form

Undine Lauerwald (DLRG halle-Saalekreis) beim Retten mit Gurtretter. (Foto: DLRG)
Undine Lauerwald (DLRG halle-Saalekreis) beim Retten mit Gurtretter. (Foto: DLRG)
Knapp vier Monate vor den World Games, den Weltspielen der nichtolympischen Sportarten in den USA, haben sich die DLRG-Athleten in starker Frühform präsentiert. Bei den Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen am 26. und 27. März in Warendorf dominierten insbesondere die 14 Rettungssportler, die im Juli die deutschen Farben in Birmingham (USA) vertreten werden. Elf von zwölf Einzelentscheidungen gingen an die Nationalmannschaftssportler. Auch Undine Lauerwald und Joshua Perling (beide DLRG Halle-Saalekreis) zeigten bereits hervorragende Leistungen.

Sportsoldatin Undine Lauerwald war neben Nina Holt (Erkelenz) erfolgreichste Sportlerin der Meisterschaften und erkämpfte 6 x Gold und 1 x Silber. Damit gewann sie bei ihren drei Einzel- und vier Staffelstarts immer eine Medaille. "Letztes Jahr hat Undine in Halle bereits sehr gute Grundlagen gelegt. Seit sie nun in der Sportfördergruppe der Bundeswehr trainiert, konnte sie nochmal zulegen.", freute sich Bundestrainerin Elena Prelle. Zudem ist Lauerwald nun in beiden Flossendisziplinen deutsche Rekordhalterin.
Sechs Medaillen sammelte Joshua Perling, davon 2 x Gold, 3 x Silber und 1 x Bronze. "Joshua ist wieder auf einem sehr guten Weg. Diese Meisterschaften waren jetzt nicht sein vordergründiges Ziel. Er konzentriert sich voll und ganz auf die World Games.", konstatierte Trainer Daniel Gätzschmann.

Neben der Vorbereitung auf die World Games waren die Meisterschaften auch ein wichtiger Qualifikationswettbewerb für die Weltmeisterschaften im September. Die WM in Italien ist nach den World Games ein weiterer internationaler Höhepunkt in dieser Saison. "Die deutschen Frauen sind in bestechender Frühform. In allen Einzelentscheidungen wurden neue Bestmarken aufgestellt. Nina Holt setzte mit dem Weltrekord über 100 Meter Kombinierte Rettungsübung in 1:08,54 das größte Ausrufezeichen.", zeigte sich Nationalmannschafts-Teammanager Holger Friedrich positiv überrascht. "Hoffentlich gelingt es den Frauen die Leistungen zu halten oder sogar noch auszubauen, denn das wird notwendig sein, um bei World Games und Weltmeisterschaft zu bestehen!", ergänzte Friedrich.

Neben Lauerwald und Perling konnte sich auch der Hallenser Fabian Ende in die Siegerlisten eintragen, er gewann die 100 Meter Kombinierte Rettungsübung. "Fabian konnte auf Grund einer Corona-Erkrankung nicht optimal trainieren. Ich bin mir aber sicher, dass er sich im Jahresverlauf bis zu den World Games noch steigern wird.", schätzte Gätzschmann das Leistungsvermögen von Ende ein.
Bei den Staffeln waren die Sportler aus Sachsen-Anhalt ebenfalls sehr erfolgreich. Die DLRG Halle-Saalekreis gewann 6 Gold-, 2 Silber- und 1 Bronzemedaille. Die halleschen Frauen brachten gar das Kunststück fertig, dass sie alle Staffelentscheidungen für sich entscheiden konnten. Die halleschen Sportschülerinnen Lena Oppermann und Gina Zech waren dabei in allen Staffeln vertreten und unterstrichen damit ihre Ambitionen für die im Spätsommer stattfindenden Juniorenweltmeisterschaften.
Auch bei den halleschen Männerstaffeln machten einige Nachwuchssportler auf sich aufmerksam. Junior Elias Neubert kam in zwei Staffeln zum Einsatz und errang so zwei Medaillen. In der Staffel mit Rettungsleine sprang gar das Nachwuchsduo Tim Weber/Florian Leineweber als vermeintlich zweites Team für die DLRG Halle-Saalekreis in die Bresche. Während die Männermannschaft patzte und im Vorlauf disqualifiziert wurde, rutschte die zweite Mannschaft unerwartet ins Finale. Nicht nur das, im Finale steigerten sich dann Weber/Leineweber nochmals und gewannen völlig überraschend die Bronzemedaille. Die DLRG Magdeburg komplettierte mit zwei Medaillen das starke Abschneiden der DLRG Sportler aus Sachsen-Anhalt.