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Sport und Gesellschaft

3. Konferenz für Frauen, Vielfalt und Geschlechtergleichstellung beschließt Strategie bis 2035

| DOSB / LSB

Die 3. Konferenz für Frauen, Vielfalt und Geschlechtergleichstellung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) stand ganz im Zeichen der Zukunft: Wie und anhand welcher Ziele soll Geschlechtergerechtigkeit im organisierten Sport in den kommenden Jahren gestaltet werden? Und wie lässt sich das Thema mit der strategischen Ausrichtung des DOSB bis 2035 verbinden?

© © LSB NRW / Andrea Bowinkelmann

Die 3. Konferenz für Frauen, Vielfalt und Geschlechtergleichstellung fand am 19. September 2026 digital statt. Die Konferenz legte in diesem Jahr einen klaren Schwerpunkt auf die strategische Ausrichtung des Themenfeldes und die gemeinsame Verständigung über die nächsten Entwicklungsschritte. Im Mittelpunkt der Konferenz standen zwei zentrale Weichenstellungen für die weitere Entwicklung des Themenfeldes. Die Delegierten entschieden über die künftige Bezeichnung der Konferenz und über die neue Strategie „Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit“ für den Zeitraum 2026 bis 2035. Damit wurden sowohl die organisatorische Weiterentwicklung als auch der strategische Rahmen für die kommenden Jahre geschärft.

Zugleich wurden die strategischen Überlegungen eng mit den Zielen Sportdeutschland 2035 verknüpft. So wurde deutlich, wie die Themen Frauen*, Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit in die Gesamtstrategie eingebettet sind und welchen Beitrag sie zur langfristigen Entwicklung von Sportdeutschland leisten.

Neue Strategie gibt Orientierung bis 2035

Mit 92 Prozent Zustimmung verabschiedeten die Delegierten die Strategie „Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit“ 2026 bis 2035. Damit hat sich die Konferenz mit großer Mehrheit auf einen gemeinsamen langfristigen Rahmen für die weitere Arbeit in diesem Themenfeld verständigt. Die Strategie ist eng mit den übergeordneten Zielen Sportdeutschland 2035 verknüpft und übersetzt die Perspektive von Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit in zentrale Entwicklungsfragen des organisierten Sports. Sie bündelt die weitere Arbeit in fünf Handlungsfeldern: Frauen* in Führung, Frauen* in sportfachlichen Funktionen, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, Sport der Frauen* sowie übergreifende Themen der Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit.

„Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit sind kein separates Fachthema, sondern eine Frage der Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports. Unsere Ziele 2035 – mehr Bewegung, mehr Mitgliedschaften, mehr qualifizierte Engagierte und Lizenzen, moderne Sportangebote in erreichbarer Nähe, Deutschland unter den Top 5 der Sportnationen und ein Sportumfeld, in dem sich alle Menschen sicher, willkommen und gesünder fühlen – werden wir nur erreichen, wenn wir Frauen* deutlich besser gewinnen, im Sport halten und ihnen auf allen Ebenen echte Entwicklungsperspektiven eröffnen. Das gilt für den Zugang zum Sport als Athletin* genauso wie für Qualifizierung, Ehrenamt, Hauptberuf und Führung“ sagt Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung beim Deutschen Olympischen Sportbund.

Die Strategie wird nun gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen in einen konkreten Aktionsplan überführt und schrittweise umgesetzt.

Umbenennung der Konferenz in „Konferenz für Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit“

Auch die Bezeichnung der Konferenz wurde im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung angepasst. 93 Prozent der Delegierten stimmten dem Antrag zu, die „Konferenz für Frauen, Vielfalt und Geschlechtergleichstellung“ künftig „Konferenz für Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit“ zu nennen.

Der neue Name führt die seit 2023 begonnene thematische Weiterentwicklung der Konferenz konsequent fort und macht ihr heutiges Profil klarer sichtbar: Frauen* in ihrer Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit als zentrale Aufgabe des organisierten Sports. Hintergrund der Namensänderung ist insbesondere, dass der Begriff „Vielfalt“ in der Praxis häufig als übergreifender Diversity-Begriff verstanden wird. Das Themenspektrum der Konferenz bezieht sich hingegen spezifisch auf Frauen*, Geschlechtergerechtigkeit sowie geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Mit „Frauen*“ wird zugleich deutlich gemacht, dass Frauen* nicht als homogene Gruppe betrachtet, sondern unterschiedliche Lebensrealitäten und intersektionale Perspektiven berücksichtigt werden.

Auch die Änderung von „Geschlechtergleichstellung“ zu „Geschlechtergerechtigkeit“ ist bewusst gewählt. Der Begriff beschreibt einen Ansatz, der über die reine Gleichbehandlung hinausgeht und unterschiedliche Ausgangslagen sowie bestehende strukturelle Benachteiligungen berücksichtigt. Ziel ist es, bestehende Benachteiligungen gezielt abzubauen und damit Geschlechtergerechtigkeit im Sport voranzubringen.

Die 2023 angestoßene inhaltliche Weiterentwicklung der Konferenz wird damit konsequent fortgeführt. Sie vertritt weiterhin die Interessen von Frauen* im organisierten Sport und nimmt dabei unterschiedliche Lebensrealitäten, intersektionale Perspektiven sowie geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in den Blick. Der neue Name macht diesen Anspruch kompakter und eindeutiger sichtbar und schärft zugleich die Abgrenzung zu anderen Diversity-Themen und Zuständigkeiten im DOSB und seinen Mitgliedsorganisationen.

„Die heutigen Beschlüsse zeigen: Wir wollen Geschlechtergerechtigkeit im Sport weiter voranbringen – mit klaren Zielen und einem gemeinsamen Blick auf die nächsten Jahre. Jetzt geht es darum, die Strategie auch auf die Straße zu bringen und tatsächliche Fortschritte für Frauen* in all ihrer Vielfalt im Sport zu erzielen“ sagt Verena Bentele, Vizepräsidentin Deutscher Olympischer Sportbund.

Dany Beck, Vizepräsidentin Gleichstellung, Vielfalt, Teilhabe beim Landessportbund Sachsen-Anhalt ergänzt: „Es ist richtig und wichtig, dass der Bereich Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit die schon länger existierenden Themenfelder der eigenen Arbeit strategisch betrachtet und mit Zielsetzungen versieht. Diese am Gesamtprozess der Strategieentwicklung des DOSB orientiert zu sehen, zeigt die Bedeutsamkeit auf“.

Gemeinsamer Blick auf die kommenden Jahre.

In den kommenden Monaten geht es deshalb vor allem darum, die Strategie gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen in einen konkreten Aktionsplan zu überführen. Die fünf Handlungsfelder sollen mit priorisierten Maßnahmen, klaren nächsten Schritten und einer nachvollziehbaren Umsetzungslogik hinterlegt werden. So wird aus dem strategischen Rahmen schrittweise konkrete Praxis – mit dem Ziel, sichtbare Fortschritte für Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit im organisierten Sport zu erreichen.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgt am 11. September 2027 in Frankfurt am Main mit der Neuwahl der Sprecher*innen der Konferenz für Frauen* und Geschlechtergerechtigkeit. Erstmals werden dabei auch Stellvertreter*innen für die Sprecher*innen sowie eine Sprecherin* für den Deutschen Frauenrat gewählt. Detaillierte Informationen zur Wahl sowie zu den Aufgaben der Sprecher*innen und Stellvertreter*innen werden für Interessierte rechtzeitig auf u.a. unserer Website kommuniziert.

 

 

 

 

 

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