München wird deutscher Olympia-Bewerber
Der Deutsche Olympische Sportbund hat entschieden: München wird Deutschlands Kandidat für die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden verkündete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Ergebnis der geheimen Wahl, an der die 42 olympischen Spitzenverbände sowie die persönlichen Mitglieder und Präsidiumsmitglieder des DOSB teilnahmen.

Staatsminister Ronald Rauhe zur Entscheidung: „Mein herzlicher Glückwunsch geht an München und Bayern, die sich am Ende eines intensiven nationalen Wettbewerbes jetzt deutscher Olympiakandidat nennen dürfen. Meinen Glückwunsch an die Kandidaten verbinde ich mit einem tiefen Dank an Berlin, KölnRheinRuhr und NRW und Hamburg. In allen Bewerberregionen wurde mit viel Einsatz an einer olympischen Zukunft gearbeitet. Es sind viele Ideen für die Spiele in unserem Land entstanden, die jetzt nicht in der Schublade verschwinden sollen. Wir wollen die Energie, die Kreativität des Bewerbungsprozesses in die nächste Phase der Bewerbung überführen. Heute haben wir den ersten Schritt gemacht, jetzt folgt der zweite, entscheidende: der internationale Wettbewerb. Wenn wir beim IOC gewinnen wollen, brauchen wir eine gemeinsame Geschichte der Spiele in Deutschland, eine starke Zukunftsvision für unser Land. Als Staatsminister für Sport und Ehrenamt sowie Olympiasieger werde ich mich mit großem Einsatz und voller Tatendrang dafür einsetzen, dass wir Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland erleben dürfen.“
Beide zur Wahl stehenden Konzepte hatten zuvor von einer Evaluierungskommission Bestnoten erhalten: München erreichte 87,03 von 100 Punkten, Köln/Rhein-Ruhr 85,02 – beide Bewerbungen galten damit als „sehr gut“. Köln/Rhein-Ruhr hatte mit einem regionalen Ansatz überzeugt, der 15 Städte in Nordrhein-Westfalen bündelt und die Erfahrung aus Großveranstaltungen wie den Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games einbringt.
München setzt im eigenen Konzept auf maximale Kompaktheit: Rund 90 Prozent der Sportstätten liegen in einem Radius von weniger als 30 Kilometern um das geplante Olympische Dorf im Münchner Norden, in dem bis zu 16.000 Athletinnen, Athleten und Betreuer wohnen sollen. Das Konzept unter dem Motto „Für Spiele mit Herz und Seele“ baut auf bestehender Infrastruktur auf – bis auf wenige Projekte sind keine Neubauten vorgesehen – und ergänzt diese um temporäre Wettkampfstätten an markanten Orten wie dem Odeonsplatz, dem Nymphenburger Schloss und dem Englischen Garten. Ein Bürgerentscheid hatte der Bewerbung im Vorfeld eine sehr hohe Zustimmung in der Bevölkerung bescheinigt.
Mit München geht damit ein Konzept ins internationale Bewerbungsverfahren, das an das olympische Erbe von 1972 anknüpft und zugleich ein Gegenmodell zu kostenintensiven Olympia-Projekten der Vergangenheit bieten will.
Nach dem Rückzug Berlins kurz vor der Entscheidung sowie einem gescheiterten Bürgerentscheid in Hamburg rückt damit die Möglichkeit erster Olympischer und Paralympischer Sommerspiele in Deutschland seit München 1972 näher.
LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange kommentierte die Entscheidung: „Deutschland geht mit einem überzeugenden Konzept in die internationale Bewerbung. Ich habe als Athletin selbst erlebt, welche Kraft Olympische und Paralympische Spiele entfalten können – diese Begeisterung, dieses Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, wünsche ich mir für die Menschen in unserem Land. Olympische und Paralympische Spiele sind weit mehr als ein Sportereignis – sie haben das Potenzial, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Das ist in der aktuell gespaltenen Gesellschaft wichtiger denn je.“
Herzlichen Glückwunsch an die Bewerberstadt München! Der Landessportbund Sachsen-Anhalt wird die weitere Bewerbungsphase mit voller Kraft unterstützen.