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Leistungssport

München wird deutscher Olympia-Bewerber

| Hanif Shangama

Der Deutsche Olympische Sportbund hat entschieden: München wird Deutschlands Kandidat für die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden verkündete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Ergebnis der geheimen Wahl, an der die 42 olympischen Spitzenverbände sowie die persönlichen Mitglieder und Präsidiumsmitglieder des DOSB teilnahmen.

© DOSB

DOSB-Präsident Thomas Weikert sagte: „Heute ist ein guter Tag für den deutschen Sport. Am Ende des nationalen Prozesses steht mit München ein sehr guter Bewerber, der mit seinem Konzept Sportdeutschland am meisten überzeugt hat. Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt: Wir werden mit München gemeinsam den nächsten Schritt gehen und Deutschland im internationalen Wettbewerb um die Olympischen und Paralympischen Spiele vertreten.“

Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke sagte: „Ich gratuliere der Landeshauptstadt München und ihrem Oberbürgermeister Dominik Krause sowie dem Freistaat Bayern und seinem Ministerpräsidenten Markus Söder zur Wahl als nationaler Bewerber sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern im und außerhalb des Sports. Die Mitgliederversammlung hat heute in einem demokratischen Verfahren entschieden. Damit haben wir einen klaren Auftrag für die nächste Phase der Bewerbung.“

Bundespräsident Steinmeier, der Schirmherr des DOSB ist, sagte in seiner Rede während der Bühnenshow: „Wir alle wollen die Spiele wieder in Deutschland haben. Die Kandidaten haben großartige Konzerte hingelegt, sich untereinander einen fairen Wettbewerb geliefert. Herzlichen Dank allen, die sich engagiert haben. Die Bewerbung ist eine Riesenchance für das gesamte Land. Bauen wir Barrieren ab, nutzen wir den Schwung, um unser Land voranzubringen und zu bekräftigen, wer wir sind und was wir bleiben wollen. Bringen wir unser Land in Bewegung, um alles zu stärken, was uns verbindet. Machen wir die Bewerbung zu unserer gemeinsamen Sache! Wenn wir als Team Deutschland antreten, haben wir beste Chancen, Gastgeber zu werden.“

Der Staatsminister für Sport und Ehrenamt, Ronald Rauhe, kommentierte die Entscheidung: „Ich freue mich, dass wir mit München einen tollen Kandidaten für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland haben. Wir wollen und werden jetzt das IOC überzeugen – Deutschland ist bereit! Und das werden wir gemeinsam tun: Der DOSB an der Spitze des Sports, unser Kandidat und die Bundesregierung. Olympische und Paralympische Spiele inspirieren. Sie können ein ganzes Land in Bewegung bringen. Menschen verbinden. Mut machen. Und sie können uns daran erinnern, dass wir gemeinsam Großes schaffen können. Ab heute gibt es eine deutsche Bewerbung. Die Bundesregierung steht fest dahinter.“

Beide zur Wahl stehenden Konzepte hatten zuvor von einer Evaluierungskommission Bestnoten erhalten: München erreichte 87,03 von 100 Punkten, Köln/Rhein-Ruhr 85,02 – beide Bewerbungen galten damit als „sehr gut“. Köln/Rhein-Ruhr hatte mit einem regionalen Ansatz überzeugt, der 15 Städte in Nordrhein-Westfalen bündelt und die Erfahrung aus Großveranstaltungen wie den Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games einbringt.

München setzt im eigenen Konzept auf maximale Kompaktheit: Rund 90 Prozent der Sportstätten liegen in einem Radius von weniger als 30 Kilometern um das geplante Olympische Dorf im Münchner Norden, in dem bis zu 16.000 Athletinnen, Athleten und Betreuer wohnen sollen. Das Konzept unter dem Motto „Für Spiele mit Herz und Seele“ baut auf bestehender Infrastruktur auf – bis auf wenige Projekte sind keine Neubauten vorgesehen – und ergänzt diese um temporäre Wettkampfstätten an markanten Orten wie dem Odeonsplatz, dem Nymphenburger Schloss und dem Englischen Garten. Ein Bürgerentscheid hatte der Bewerbung im Vorfeld eine sehr hohe Zustimmung in der Bevölkerung bescheinigt.

Mit München geht damit ein Konzept ins internationale Bewerbungsverfahren, das an das olympische Erbe von 1972 anknüpft und zugleich ein Gegenmodell zu kostenintensiven Olympia-Projekten der Vergangenheit bieten will.

Nach dem Rückzug Berlins kurz vor der Entscheidung sowie einem gescheiterten Bürgerentscheid in Hamburg rückt damit die Möglichkeit erster Olympischer und Paralympischer Sommerspiele in Deutschland seit München 1972 näher.

LSB-Präsidentin Silke Renk-Lange kommentierte die Entscheidung: „Deutschland geht mit einem überzeugenden Konzept in die internationale Bewerbung. Ich habe als Athletin selbst erlebt, welche Kraft Olympische und Paralympische Spiele entfalten können – diese Begeisterung, dieses Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein, wünsche ich mir für die Menschen in unserem Land. Olympische und Paralympische Spiele sind weit mehr als ein Sportereignis – sie haben das Potenzial, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Das ist in der aktuell gespaltenen Gesellschaft wichtiger denn je.“

Herzlichen Glückwunsch an die Bewerberstadt München! Der Landessportbund Sachsen-Anhalt wird die weitere Bewerbungsphase mit voller Kraft unterstützen.

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