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Leistungssport

Tino Hoffmann: „Altersgerechtes Training ist wichtiger als der kurzfristige Erfolg“

| Tobias Richter

Tino Hoffmann hat den Kanu-Rennsport aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt. Als Leistungssportler stand er selbst im Boot, heute gibt er seine Erfahrungen als Trainer an die nächste Generation weiter. Seit 2015 arbeitet er am Bundesstützpunkt in Magdeburg, von 2021 bis 2025 war er als Bundestrainer für den Deutschen Kanu-Verband tätig. Seit September 2025 betreut er die Canadier im Juniorenbereich. Im Interview erzählt er von seinem Weg vom Leistungssportler zum Trainer, seinen größten Erfolgen und seinen Zielen für die Zukunft.

Nach fast fünf Jahren als Bundestrainer kehrte Tino Hoffmann im September 2025 zurück in den Trainerpool des Landessportbundes Sachsen-Anhalt
(© privat)

Seit wann bist du Trainer und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Ich bin seit Januar 2014 als Trainer für Kanu-Rennsport im Leistungssport tätig. Zuvor war ich viele Jahre ehrenamtlich im Verein engagiert. Nach meiner eigenen leistungssportlichen Laufbahn absolvierte ich zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Danach begann ich mein Magisterstudium mit den beiden Hauptfächern Sportwissenschaft und Pädagogik an der Universität Magdeburg. Nach dem Studium arbeitete ich zunächst als Sozialpädagoge und dann als Trainer im Gesundheits- und Fitnessbereich. Der Einstieg in meinen jetzigen Beruf ergab sich dann mit der Zeit. Auch der Wunsch, dies zu tun, entwickelte sich bei mir erst nach und nach.

Welche Athletinnen und Athleten betreust du und was war dein größter Erfolg mit ihnen?

Derzeit betreue ich vorrangig unsere Canadier im Juniorenbereich. Diese Aufgabe habe ich erst im September 2025 übernommen, da ich zuvor fast fünf Jahre als Bundestrainer im Einsatz war. Vor zehn Jahren, im September 2015, habe ich in Magdeburg als Trainer begonnen (über die Jahre in den Altersklassen von Schüler A bis hin zu den Erwachsenen), bis ich im Januar 2021 zum DKV gewechselt bin. Dem Stützpunkt Magdeburg war ich auch als Bundestrainer trotzdem immer zugeordnet und entsprechend auch den dort betreuten Sportlerinnen und Sportlern. Nachdem ich erst die Canadier-Damen und zum Schluss die Canadier-Herren des DKV bei Weltcups, Welt- und Europameisterschaften sowie auf allen dazugehörigen Lehrgängen und Maßnahmen betreuen durfte, entschloss ich mich, zurück zum LSB zu wechseln.

Meine größten Erfolge waren die Medaillengewinne bei der Heim-Weltmeisterschaft 2023 in Duisburg mit den Canadier-Damen (Silber im C4 über 500 Meter und Bronze im C2 über 200 Meter). Mit dem vierten Platz im C2 über 500 Meter konnten wir außerdem den Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2024 in Paris sichern. Dort haben wir im C2 über 500 Meter den 9. Platz erreicht. Ein weiterer großer Erfolg war für mich der Junioren-Weltmeistertitel von David Töpel im C1 über 1000 Meter bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2022 in Szeged in Ungarn.

Was macht es so besonders, hier in Sachsen-Anhalt Trainer zu sein?

Was es für mich besonders macht, hier in Sachsen-Anhalt Trainer zu sein, ist vor allem die Verbundenheit mit meiner Heimat. Gleichzeitig haben wir hier am Bundes- und Landesstützpunkt Kanu in Magdeburg sehr gute Arbeitsbedingungen und ein tolles Arbeitsumfeld.

Welche Ziele hast du in naher Zukunft und in fünf Jahren?

Ziel ist es, den Bundesstützpunkt Magdeburg im Canadierbereich von den Schülern A bis hin zur Leistungsklasse näher an die nationale und internationale Spitze heranzuführen. Ich persönlich möchte den Beruf „Trainer im Leistungssport“ besser mit meinem Familienleben vereinbaren können und eine gute Basis für ein langfristig erfülltes Arbeitsleben schaffen, weshalb ich auch zurück auf die Landesebene gewechselt bin.

Was macht für dich eine gute Trainerin bzw. einen guten Trainer aus und was würdest du angehenden Trainerinnen und Trainern mit auf den Weg geben?

Ein guter Trainer hat auch immer die Langfristigkeit im Blick. Altersgerechtes Training ist wichtiger als der kurzfristige Erfolg. Grundsätzlich geht es darum, für alle betreuten Sportlerinnen und Sportler die Voraussetzungen zu schaffen, sich sportlich bestmöglich entwickeln zu können, unabhängig von irgendwelchen Befindlichkeiten. Ein Trainer sollte, egal wie alt, immer offen für Veränderungen sowie lebenslanges Lernen sein. Eine gesunde Basis für ein dauerhaft erfülltes Trainerleben bildet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem notwendigen Enthusiasmus im Traineralltag und der auch die Erdung durch Zeit für die Familie sowie Freunde.

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