Mehr als ein Handshake: Fairplay Soccer Tour 2026
Über 1.000 Teilnehmende an fünf Standorten und große Emotionen: Auch im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft bleibt die Sparkassen Fairplay Soccer Tour das größte Sport-Event im Programm Integration durch Sport des LSB Sachsen-Anhalt. Doch anders als beim Profi-Event gewinnt nicht immer das Team mit den meisten Toren.

Oliver Flaskamp begleitet die Sparkassen Fairplay Soccer Tour als Mitarbeiter im Programm Integration durch Sport seit vielen Jahren. Er kennt die Abläufe, koordiniert im Team die Einsätze der ehrenamtlich Engagierten und stimmt sich mit dem Projektträger und Kooperationspartner UNITYED e.V. ab. Trotz eingespielter Routinen braucht es vor Ort immer wieder Offenheit und einen wachen Blick: „Mit der Tour sind wir jedes Jahr an vielen unterschiedlichen Schulen – an Sekundarschulen und Gymnasien. Wir treffen dort auf Kinder und Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten. Viele sind offen und zugewandt, manche sind still und ein paar wollen provozieren – mit Worten, Gesten und Symbolen. Dann beginnt unsere pädagogische Arbeit, in den Klassenzimmern und bei den Soccer Courts.“
Sportliche und gesellschaftliche Werte
In diesem Jahr fand die Soccer Tour vom 22. bis 30. April unter dem Motto „Fairstärken, Fairhandeln, Fairantworten, Fairlieben“ in Zeitz, Dessau, Egeln, Quedlinburg und Hettstedt statt. Die aktive Beschäftigung der Kinder und Jugendlichen mit sportlichen und gesellschaftlichen Werten ist dabei nicht Begleitprogramm, sondern zentrales Anliegen. So starten die Teilnehmenden am Vormittag in unterschiedlichen Workshops rund um das Thema Fairplay. Das Team „Integration durch Sport“ legt den Schwerpunkt auf Zusammenhalt, Vielfalt und Respekt: „Die Schulworkshops sind immer wieder spannend und aufregend. Man kann nie genau abschätzen, was einen in den Klassen erwartet. Besonders schön ist es, wenn sich die Jugendlichen aus eigenem Antrieb aktiv beteiligen und sich innerhalb der Klasse, lebhafte, respektvolle Debatten entwickeln. Die gemeinsamen Gespräche und Auswertungen der Übungen führen dann häufig zu AHA-Effekten. Dieser Blick der Schüler*innen, über den eigenen Tellerrand hinaus ist es, der die Workshops so wichtig und sinnstiftend macht“, sagt David Sieber, Mitarbeiter im Programm Integration durch Sport.
„Wir konnten alle unsere Meinung sagen“
Auch am Nachmittag bietet das Fußballturnier genügend Raum für Begegnung, Dialog und Austausch. Gespielt wird mit einer sportlichen Wertung und einer Fairplay-Wertung, sodass nicht zwangsläufig das Team mit den meisten Treffern gewinnt. Die Kinder und Jugendlichen erweitern ihren Blick und lernen Verantwortung für sich und für andere zu übernehmen. Dass das Projekt Spuren hinterlässt, kann man beobachten – nicht nur beim Handshake in den Soccer Courts, sondern auch in den Reflexionsrunden danach. Es sind zudem die vielen Zwischentöne, die zeigen, dass sich die Kinder und Jugendlichen mit Meinungsvielfalt, mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Werten und Normen auseinandersetzen: „Wir konnten alle unsere eigene Meinung sagen. Dadurch habe ich viel gelernt. Das war sehr interessant und ich finde, so etwas sollte öfter gemacht werden“, sagt eine Workshop-Teilnehmerin.