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Statement des Landessportbundes Sachsen-Anhalt zum Urteil gegen einen ehemaligen Sporttrainer aus Dessau-Roßlau

| Hanif Shangama

Mit großer Betroffenheit hat der Landessportbund Sachsen-Anhalt (LSB) den Prozess gegen einen ehemaligen Sporttrainer aus Dessau-Roßlau verfolgt. Der Angeklagte wurde heute wegen überwiegend schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 141 Fällen zu 13 Jahren Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

© LSB Sachsen-Anhalt

Die Schwere der Taten sowie der lange Zeitraum von zwei Jahrzehnten, in dem diese unentdeckt bleiben konnten, bestürzen uns zutiefst. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen, die durch diesen schweren Vertrauens- und Machtmissbrauch großes Leid erfahren haben.

Ich bin erschüttert. Wir verurteilen grundsätzlich jede Form von Gewalt und Machtmissbrauch auf das Schärfste“, erklärt Silke Renk-Lange, Präsidentin des LSB. „Der organisierte Sport trägt eine besondere Verantwortung – insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen.

Vereine, Verbände und der Landessportbund stehen gemeinsam in der Pflicht, sichere und gewaltfreie Räume zu schaffen, in denen Sportlerinnen und Sportler geschützt trainieren und Wettkämpfe ausüben können.

Um den Schutz insbesondere von Kindern und Jugendlichen kontinuierlich zu verbessern, überprüfen der Landessportbund und seine Jugendorganisation fortlaufend bestehende Programme und Maßnahmen und entwickeln diese weiter. Der LSB unterstützt Vereine und Verbände sowohl bei der Prävention als auch bei der Umsetzung klarer Interventionspläne im Umgang mit sexualisierter Gewalt.

Die Unterstützungsleistungen reichen von der Ausbildung von Kinderschutzbeauftragten in Sportvereinen und Verbänden über die verpflichtende Unterzeichnung eines Ehrenkodexes aller lizenzierten und tätigen Übungsleiter*innen und Trainer*innen im Land Sachsen-Anhalt bis hin zur Möglichkeit, Verdachts- und Vorfälle psychischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt im Sport unverzüglich und auch anonym zu melden.

Zudem befindet sich der LSB derzeit in der Umsetzung des Safe Sport Codes, einem bundesweit einheitlichen Muster-Regelwerk gegen interpersonale Gewalt im Sport, der klare Richtlinien zum Umgang mit Fällen von Gewalt – auch unterhalb der Schwelle strafrechtlich relevanten Verhaltens – vorgibt.

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