Familienfreundlicher Sport als Erfolgsmodell: Wie ein Verein Bewegung für alle möglich macht

Kinder und Familien sind das Herzstück des Sportvereins der Franckeschen Stiftungen 2008 e. V.: Mit gezielten, alltagsnahen Sportangeboten wird Bewegung für alle Generationen zugänglich gemacht. Familienfreundlichkeit ist dabei kein Zusatz, sondern die Grundlage der gesamten Vereinsarbeit. Von Eltern-Kind-Angeboten bis hin zu parallelen Sportmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen entsteht ein Umfeld, das Gemeinschaft aktiv fördert. So gelingt es, insbesondere Kinder frühzeitig für Bewegung zu begeistern und Familien langfristig zu binden. Ein Ansatz mit Vorbildcharakter für moderne Vereinsentwicklung und Grund für die Auszeichnung als Verein des Monats.

Wir haben die Verantwortlichen zu den Details Ihrer Vereinsarbeit gefragt.

Körperliche Aktivität bietet in jedem Alter einen Ausgleich zu den Herausforderungen des Alltags. Um Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit oder ohne Einschränkungen dabei zu unterstützen, diesen Ausgleich zu finden und dabei ihre Gesundheit zu fördern, bieten wir Gesundheits- und Breitensport an. Bei der Ausgestaltung des Angebots geht es uns insbesondere um die Übergänge von der Geburt, über die Kindheit bis zum Erwachsenalter. Somit stehen die Bedürfnisse der Familien für uns im Zentrum des Interesses.

Alle Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft, Gender, sozioökonomischem Status und sportlichen Vorerfahrungen – sind grundsätzlich willkommen.

Um die Menschen möglichst lange für den Sport zu begeistern, geht es uns darum, die Freude am Sport zu erleben. Positive Bewegungserfahrungen sollen nachhaltig für ein lebenslanges gesundheitsförderliches Bewegungsverhalten motivieren. Das Angebot schließt auch die Bereiche Ernährung, Entspannung, Freizeitgestaltung und Lernen mit ein.

Es gibt gewisse Kernangebote im Bereich des Familien- und Kindersports, die seit vielen Jahren gut angenommen werden und stetig ausgebaut wurden, soweit verfügbare Räumlichkeiten und Personalbedarf dies zugelassen haben.  Besonders nachgefragt sind seit vielen Jahren die Familienspielgruppen, die Eltern-Kind-Sportgruppen, die Mama-Workout Angebote, genauso wie die Ballsportangebote für Kinder und Jugendliche. Bei den erwachsenen Mitgliedern stehen Yoga, Pilates und Ballsport hoch im Kurs.

Grundsätzlich sollten neue Angebote den Werten und Zielen des Vereins entsprechen. Regelmäßig entstehen neue Angebote aufgrund von Nachfragen durch Mitglieder oder Ehrenamtliche; manchmal auch durch Kooperationsanfragen. Diese werden dann bspw. durch Workshops ausprobiert und bei erfolgreicher Annahme in ein festes Mitgliederangebot umgewandelt.

Unser Verein verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und versucht den Zugang zu sportlichen Angeboten für alle Menschen anzubieten. Durch eine Kooperation mit der Universitätsklinik Halle entstanden beispielsweise die Sportangebote für übergewichtige Kinder und Jugendliche (bereits vor über 10 Jahren). Mit unseren Angeboten reagieren wir auf Bedarfe der Menschen. Wir greifen gerne konkrete Bedürfnisse auf und versuchen die Bedarfe zu beantworten.

Es gibt für die meisten unserer Angebote, speziell bei den Angeboten für besondere Zielgruppen, eine große Dankbarkeit, die vor Ort persönlich, aber auch durch Eltern oder Betreuer:innen vermittelt wird. Die Teilnehmenden erzählen in ihrem privaten Umfeld von den Angeboten und so kommt es zu immer mehr Anfragen. Bei einigen Angeboten gibt es keine oder nur wenige Alternativen, umso glücklicher sind diejenigen, die einen Platz erhalten.

Die Ausrichtung auf die Interessen der Familien bildet ein zentrales Ziel des Vereins: Familienfreundlichkeit. In erster Linie geht es darum, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch das Angebot zu unterstützen und die Gegebenheiten entsprechend anzupassen.
So schaffen wir möglichst niedrigschwellige und flexible Teilnahmebedingungen, ermöglichen generationenübergreifende und -verbindende Angebote. Am allerwichtigsten: die hauptamtlichen Mitarbeiter:innen sind immer ansprechbar, hören zu, versuchen Lösungen zu finden und versuchen einen Rahmen für den gemeinsamen Austausch, innerhalb und außerhalb der Angebote, zu schaffen.

Dafür gibt es kein festes Rezept und es ist auch nicht immer möglich; der Aspekt sollte allerdings bei Planungen immer mitgedacht werden. Wir versuchen parallele Angebote zu ermöglichen, so dass Großeltern und Enkel, oder Eltern und ihre Kinder gleichzeitig Sport machen können und somit auch gleichzeitig kommen und gehen können. Familienangebote wie die Familienspiel- oder Eltern-Kind-Sportgruppen ermöglichen ein gemeinsames sporteln von Elternteilen mit ihren Kindern. Mama Workout Kurse ermöglichen den Sport mit Baby. Im Breitensport stehen Sportgruppen Jugendlichen und Erwachsenen offen. Neben regelmäßigen Sportgruppen gibt es über das Jahr verteilt Workshops und Feste für die ganze Familie.

Es gibt jährlich neue Projekte, einige werden wieder eingestellt (teils einfach nur aus Kostengründen) andere bleiben viele Jahre erhalten. Die Ballschule am frühen Nachmittag gibt es mittlerweile seit über 15 Jahren 2 bis 3 Mal in der Woche. Für diese Angebote werden Grundschulinder aus den Horten zweier Grundschulen geholt und im Anschluss an das Angebot wieder zum Hort gebracht. Seit einiger Zeit gibt es das Hop & Talk Angebot in einer Kita, eine Verbindung aus Bewegung und Sprache lernen. Bei diesen aufgezählten Angeboten werden die Kinder Mitglied im Verein, andere Angebote sind durch Fördermittel finanziert (z. B. eine aktive Hofpausenbetreuung in der Grundschule), weitere Projekte dienen als Mitgliederwerbung für den Verein und nochmals andere Projekte haben einen reinen gemeinnützigen oder sozialen Charakter.

Wir haben keine klassische Abteilungsstruktur, um zu verhindern, dass sich einzelne Bereiche des Vereins verselbstständigen oder nicht satzungsorientiert handeln. Mehrere hauptamtliche Mitarbeitende organisieren, koordinieren und schaffen alle Rahmenbedingungen und sind im Kontakt mit den Mitgliedern und Übungsleitenden und sind auch untereinander im stetigen Austausch.

Ohne Übungsleitende und Ehrenamtliche gäbe es den Verein nicht in dieser Größe. Aktuell sind über 50 ÜL für den Verein im Bereich der ideellen Angebote tätig und nochmal knapp 80 im Bereich der Zweckbetriebe. Die hauptamtlichen Mitarbeiter:innen stehen kontinuierlich im Austausch mit den Ehrenamtlichen und Übungsleitenden. Nach unseren Erfahrungen sind diese sehr motiviert und bleiben es, wenn ihnen Vertrauen und Sicherheit geboten werden. Der regelmäßige Austausch, kostenfreie interne Schulungen und Belehrungen, Übungsleitendenfeiern und klar geregelte Abläufe bieten Sicherheit und spiegeln Wertschätzung. Gleichzeitig können sie sich selbst einbringen, neue Ideen umsetzen und erhalten je nach Aufwand und Qualifikation ein faires Übungsleitergeld. Letzteres ist insbesondere für Übungsleitende in Studium oder Ausbildung mittlerweile unerlässlich und auch dem Einsatz entsprechend gerechtfertigt.

Die Verwaltung und Organisation von über 100 Angeboten in der Woche ist sehr herausfordernd und benötigen eine klare Aufgabenverteilung und feste Struktur. Dabei spielt die Qualitätssicherung eine zentrale Rolle und wird mit zunehmender Vereinsgröße ebenfalls herausfordernder. Der wöchentliche Austausch der Mitarbeitenden ist daher unersetzlich, genauso wie das gegenseitige Vertrauen und Unterstützen.

Jeder Verein hat seine eigenen Strukturen und hat ein sein eigenes Umfeld und muss dies berücksichtigen. Die grundsätzliche „Haltung“ und die Ausrichtung der Kommunikation sollten allerdings ganz auf das Ziel abgestimmt werden. Bedürfnisse von Familien müssen verstanden werden. Anschließend können Schritt für Schritt die Angebote den Bedürfnissen entsprechend angepasst werden. Das wichtigste dabei: „offen sein für Neues“

„Das Tollste an unserem Verein ist die Möglichkeit, dass die ganze Familie mitmachen kann und vor allem Kinder, aber auch Erwachsene gefördert und gestärkt werden. Bei uns können sich alle Menschen angstfrei und ohne Druck vielfältig ausprobieren und die Freude an der Bewegung und der Gemeinschaft (wieder)entdecken.“

(Mario L., Geschäftsführer Sportverein der Franckeschen Stiftungen 2008 e. V.)

„Als Vorstand und Trainerin beim SV Francke schätze ich vor allem die starke Gemeinschaft in unserem Verein. Hier kommt man mit vielen tollen Menschen in Kontakt und erlebt, wie Sport verbindet. Besonders schätze ich die vielen Angebote für Erwachsene und Kinder, sowie auch die große Vielfalt an Sportmöglichkeiten. Genau diese Mischung macht unseren Verein für mich besonders“

(Anka T., Schatzmeisterin Sportverein der Franckeschen Stiftungen 2008 e. V.)

 

Mehr Informationen zum Verein finden sich HIER.