Große Leistung im Ehrenamt: Skisprunganlage in Eigenregie saniert

Mit beeindruckender Eigenleistung sanierte der TSV Stahl Rothenburg eine Skisprunganlage im Saalekreis. Die K15-Schanze (Sprungweite von etwa 15 Metern) ist ein zentrales Element für die Nachwuchsarbeit im Skispringen und bildet das wichtige Bindeglied zwischen kleineren und größeren Anlagen. Nachdem die bestehende Konstruktion durch Feuchtigkeit und fehlende Fundamente stark beschädigt war, entschied sich der Verein für eine vollständige Sanierung. Über mehr als 50 Bautage hinweg arbeiteten Mitglieder, Eltern und Unterstützer gemeinsam an der Erneuerung der Anlage. Das Projekt steht beispielhaft für gelebtes Ehrenamt und nachhaltige Vereinsentwicklung.
Wir haben die Verantwortlichen zu den Details Ihrer Vereinsarbeit gefragt.
Unser Verein engagiert sich seit vielen Jahren für den Nachwuchs im Skispringen und betreibt mehrere Schanzenanlagen, die vollständig ehrenamtlich gepflegt und weiterentwickelt werden. Eltern, aktive Sportler und Mitglieder aus verschiedenen Sparten arbeiten regelmäßig zusammen, um den Kindern sichere Trainingsbedingungen zu ermöglichen und den Sport in der Region lebendig zu halten.
Der Anlauf der K15 „Andreas Wank“ Schanze war 2010 erstmals mit Holzbanden umgebaut worden. Diese waren jedoch zu nah am Erdreich platziert, sodass die Holzkonstruktion über die Jahre zunehmend Feuchtigkeit und direkten Erdkontakt bekam. Ab 2023 zeigte sich ein deutlicher Verfall der Unterkonstruktion, und beim Abriss im Mai 2025 wurde sichtbar, dass viele Balken bereits morsch waren und teilweise im Erdreich lagen. Fundamente existierten nicht.
Da die Schanze für das Training erforderlich ist und der Zustand eine weitere Nutzung unmöglich machte, entschied der Verein, den Anlauf vollständig zu sanieren.
Die K15 Schanze ist ein zentrales Element in der sportlichen Entwicklung unserer Nachwuchsspringer. Sie bildet das wichtige Mittelglied zwischen der kleinen K7 und der großen K34. Viele Kinder sind für die K34 noch nicht bereit, während die K7 bereits zu klein ist. Ein Ausfall der K15 hätte monatelange Trainingslücken und Entwicklungsstopps bedeutet. Daher war klar: Die Sanierung musste schnell und zuverlässig erfolgen, um den Trainingsbetrieb und den geplanten Wettkampf im August 2025 nicht zu gefährden.
Die gesamte Maßnahme wurde vom Verein in Eigenverantwortung geplant und umgesetzt. Die Bauleitung übernahm unser aktives Mitglied und selbst noch aktiver Skispringer Andreas Teubner. Er koordinierte Abriss, Materiallogistik, Baufortschritt und die täglichen Entscheidungen auf der Baustelle. Da viele Arbeitsschritte erst nach Freilegung der alten Konstruktion planbar waren, musste flexibel und pragmatisch gearbeitet werden.
Material wurde bereits im März und April geliefert, Holz gestrichen und per Hand zum Schanzenanlauf hoch getragen, da nur eine Treppe als Zugang existiert.
Über den gesamten Zeitraum von mehr als 50 Bautagen waren zahlreiche Mitglieder, Eltern und Helfer aus verschiedenen Vereinssparten beteiligt. Die genaue Zahl variiert, aber über die Wochen hinweg waren es mehrere Dutzend Personen, die regelmäßig oder punktuell beim Abriss, Aufbau oder Materialtransport unterstützten.
Ja, es gab verschiedene Aufgabenbereiche.
- Planung & Bauleitung: Andreas Teubner
- Materialbeschaffung & Vorbereitung: Vereinsmitglieder, die Holz strichen, Material organisierten und transportierten
- Finanzierung & Partnerschaften: Vereinsvorstand, die Sponsoren wie die Sparkasse, Stiftung Spergau und später der OBI Baumarkt Halle, sowie Spenden von Mitgliedern und Unterstützern der Skisprunganlage
Die Motivation entstand aus der Bedeutung der Schanze für die Kinder und den Verein. Allen war bewusst, dass ein Ausfall der K15 den Trainingsbetrieb massiv beeinträchtigen würde. Zudem entstand durch die enge Zusammenarbeit, die körperlich anspruchsvollen Arbeiten und die sichtbaren Fortschritte ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Andreas spielte eine zentrale Rolle, indem er mit seinem persönlichen Einsatz, seiner Beharrlichkeit und seiner positiven Art immer wieder motivierte, auch wenn die Aufgabe zeitweise kaum zu bewältigen schien.
Die Finanzierung wurde 2024 vorbereitet, indem der Verein eine detaillierte Materialliste erstellte und den Bedarf kalkulierte. Mit diesem Konzept wurden die Sparkasse und die Stiftung Spergau überzeugt, das Projekt anteilig zu unterstützen.
Als sich während des Baus zeigte, dass zusätzliche Kosten durch unerwartete Schäden entstehen würden, konnte der OBI Baumarkt Halle für Sonderkonditionen gewonnen werden. So gelang es, die Gesamtkosten von rund 7.500 Euro überwiegend mit Spenden, Fördermitteln und Partner abzudecken. Die restliche Finanzlücke finanzierte der Verein aus seinen Rücklagen.
- Der tatsächliche Zustand alter Bauwerke zeigt sich oft erst beim Abriss.
- Eine flexible Planung ist entscheidend, da viele Schritte erst vor Ort entschieden werden können.
- Ehrenamtliche Projekte benötigen starke Koordination und eine Person, die Verantwortung übernimmt.
- Zeitpuffer sind unverzichtbar – trotz guter Planung entstehen unvorhersehbare Herausforderungen.
- Frühzeitig Materialbedarf und Finanzierung klären, aber Reserven einplanen.
- Andere Vereine besuchen und funktionierende Bauweisen übernehmen.
- Eine klare Bauleitung benennen, die Entscheidungen treffen kann.
- Helfer gut einbinden und motivieren – kleine Etappenziele helfen enorm.
- Logistik nicht unterschätzen: Allein der Materialtransport kann ein Großprojekt sein.
„Eltern, Sportler und Mitglieder aus verschiedenen Sparten arbeiteten über Wochen hinweg gemeinsam an einem Ziel. Die körperlich anspruchsvollen Arbeiten, die vielen Wochenenden auf der Baustelle und das gemeinsame Erfolgserlebnis – der erste Sprung zwei Wochen vor dem Wettkampf – haben das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.“
(Andreas Teubner, Projektleiter TSV Stahl Rothenburg e. V.)
Mehr Informationen zum Verein finden sich HIER.




