Aktionsplan zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt
Am 28. Juli 2026 hat die Landesregierung Sachsen-Anhalt einen ressortübergreifenden Aktionsplan zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt beschlossen. In enger Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Sachsen-Anhalt (LSB) wurden darin auch Maßnahmen des organisierten Sports berücksichtigt.

(© Canva)
Ziel des Aktionsplans ist es, bestehende Präventions- und Hilfsangebote zu stärken und bekannter zu machen. Gleichzeitig sollen Fachkräfte und Ehrenamtliche durch gezielte Qualifizierungsangebote für den Kinderschutz gestärkt und Organisationen dabei unterstützt werden, eigene Schutzkonzepte zu entwickeln.
Sachsen-Anhalts Familienministerin Petra Grimm-Benne erklärte nach der Kabinettssitzung: „Der Schutz vor sexuellem Missbrauch steht ganz oben auf der Tagesordnung. Gemeinsam mit allen Ministerien, Sport- und Jugendverbänden ist ein Maßnahmenpaket entstanden, mit dem wir Prävention stärken und Missbrauch verhindern wollen.“
Kinderschutz als gemeinsame Aufgabe
Wie wichtig konkrete Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt sind, zeigt auch die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik. Im Jahr 2025 wurden in Sachsen-Anhalt 441 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern (§§ 176–176e StGB) angezeigt. Dunkelfeldstudien gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Fälle deutlich höher liegt.
Der Aktionsplan umfasst insgesamt 30 Maßnahmen. In enger Abstimmung zwischen dem Landessportbund Sachsen-Anhalt, der Landesregierung und dem Kinder- und Jugendbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt sind dabei auch zwei konkrete Maßnahmen des organisierten Sports zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen eingeflossen.
Schutzkonzepte im Sport stärken
Die Landesregierung erkennt in Punkt 5 des Aktionsplans die laufenden Bemühungen des Landessportbundes an, Sportvereine und -verbände bei der Erstellung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte und andere Gewaltformen zu unterstützen. Die Schutzkonzepterstellung ist für Vereine und Verbände in Sachsen-Anhalt freiwillig. Dennoch empfiehlt der Landessportbund allen Mitgliedsorganisationen sich mit dieser wichtigen Thematik auseinanderzusetzen. Die Ansprechstelle Schutz vor Gewalt der Landessportjugend bietet dafür kostenfreie Beratungsangebote an. Diese können direkt bei der Ansprechstelle (ansprechstelle.gegen.gewalt(at)lsb-sachsen-anhalt.de; Tel.: 0345/5279159) in Anspruch genommen werden.
Zusätzlich wird durch den Aktionsplan in Punkt 22 die Qualifizierung von Ehrenamtlichen zu „Kinderschutzbeauftragten im Sportverein“ gestärkt. Das seit 2018 existierende Zertifizierungsangebot der Landessportjugend qualifiziert Ehrenamtliche als Ansprechperson zum Gewaltschutz in ihrem Verein oder Verband. Ab 2027 wird das Qualifizierungsmodul „Kinderschutzbeauftragte*r im Sportverein“ halbjährlich angeboten. Weitere Informationen sind unter folgendem Link zu finden: Link
Der vollständige Aktionsplan mit allen 30 Maßnahmen ist auf den Seiten des Landes Sachsen-Anhalt zu finden: Aktionsplan_Kinderschutz_21-07-2026.pdf