Bewegungsangebote erfordern ausreichend viele Sportstätten in den Städten und in den Landkreisen. Diese müssen funktionstüchtig sein und für die Zukunft modern und nachhaltig weiterentwickelt werden. In Deutschland und auch in Sachsen-Anhalt besteht ein erheblicher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf für Sportstätten (allein 21-fache Überzeichnung des Bundesprogrammes / 85 zulässige Interessenbekundungen aus Sachsen-Anhalt).

Frage

Wie wollen Sie die Sportstättenentwicklung / -förderung in Sachsen-Anhalt in der kommenden Legislaturperiode gestalten? Welche Schwerpunkte wollen Sie setzen und wie wollen Sie den LSB in die Priorisierung einbinden? Gehen Sie in Ihrer Antwort bitte auf die Bereiche Leistungs-, Breiten- und Schulsportinfrastruktur ein.

Zusammenfassung

Nahezu alle Parteien – mit Ausnahme der AfD, die sich zu diesem Punkt nicht äußert – erkennen die Einbindung des LSB in die Priorisierung als notwendig an; auch der grundsätzliche Sanierungsbedarf, insbesondere bei Schwimmbädern, wird breit geteilt.

Unterschiede zeigen sich im Grad der Verbindlichkeit: SPD und FDP sprechen von "verbindlicher" Einbindung, die Grünen von "partnerschaftlichem Austausch", BSW von "enger Einbindung", während die CDU vor allem auf bestehende Praxis verweist, ohne neue Zusagen zu machen. Eine klar unterscheidbare Position bezieht Die Linke mit dem konkreten Vorschlag eines eigenverantwortlichen LSB-Budgets für kleinere Projekte – ein strukturelles Modell, das keine andere Partei in dieser Form aufgreift.

Beim Grad der Konkretheit reicht die Spanne von eher allgemeinen Fortführungsaussagen (CDU, BSW) bis zu konkreten neuen Instrumenten: Investitionsprogramm Schwimmhallen (SPD), Entwicklungsplan/Förderprogramm Schwimmbäder (Grüne), Budgetmodell (Die Linke) und digitaler Sportstättenatlas mit festen Fristen (FDP).

Antworten der Landesregierung

In der ablaufenden Legislatur wurde konstant in die Sportstätteninfrastruktur investiert, die Förderungen lagen zwischen 4,7 Mio. Euro (2025) und 9,0 Mio. Euro (2022). Im Rahmen des Masterplanes Hochleistungssport beteiligt sich das Land mit 5,1 Mio. Euro am Neubau des Schwimmzentums für Deutschland in Magdeburg und ca. 5,2 Mio. Euro an den Kosten für den Ersatzneubau Laufhalle in Halle (Saale).

Im Bereich des Breitensports wurden eine Reihe von Wettkampfstätten (so unter anderem Sporthallen und Stadionanlagen) modernisiert. Eine Einbindung des LSB in die Priorisierung bei der Sportstättenmodernisierung ist in  Form der stattfindenden regelmäßigen Austausche, aber auch spezifisch, im Rahmen einzelner Programme möglich.     

Der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf bei den Sportstätten ist groß. Deshalb wollen wir die Sportstättenförderung auch in der kommenden Legislaturperiode als Schwerpunkt fortführen. Unser Ziel ist eine bedarfsgerechte Entwicklung der Sportinfrastruktur im ganzen Land – vom Dorfsportplatz über kommunale Sporthallen bis hin zu den Trainingsstätten des Leistungs- und Nachwuchssports.

Wir wollen endlich ein Investitionsprogramm für Schwimmhallen und Schwimmbäder wird aufgelegen. Schwimmenlernen bleibt zentrale Aufgabe öffentlicher Daseinsvorsorge.

Sportstätten sind zugleich Infrastruktur für den Vereinssport, den Schulsport und den Leistungssport. Diese Bereiche dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Moderne und gut ausgestattete Sportstätten schaffen bessere Bedingungen für den Vereinssport, sichern qualifizierten Sportunterricht und sind Voraussetzung für erfolgreiche Nachwuchs- und Spitzensportförderung.

Die Priorisierung künftiger Investitionen wollen wir gemeinsam mit den Kommunen und dem Landessportbund vornehmen. Der LSB verfügt über die größte fachliche Expertise bei den Bedarfen vor Ort und muss deshalb eng in die Förderplanung einbezogen werden. Gerade vor dem Hintergrund begrenzter Haushaltsmittel sind nachvollziehbare und gemeinsam entwickelte Prioritäten entscheidend, um Fördermittel dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen für den Sport entfalten.

Wir wollen Sportstätten in Sachsen-Anhalt modernisieren, erhalten und bedarfsgerecht weiterentwickeln. Priorität haben sichere, barrierearme, energieeffiziente und bezahlbar nutzbare Anlagen. Im Breitensport geht es vor allem um Hallen, Plätze, Vereinsanlagen und Bäder, die wohnortnah erreichbar bleiben müssen. Im Schulsport brauchen wir funktionierende Sporthallen, Schwimmangebote und verlässliche Nutzungszeiten. Im Leistungs- und Nachwuchsleistungssport müssen Stützpunkte, Trainingsstätten und Eliteschulen des Sports den Anforderungen moderner Trainingsbedingungen entsprechen.

Förderverfahren sollen digitalisiert, beschleunigt und mit klaren Fristen versehen werden. Der digitale Sportstättenatlas kann helfen, Sanierungsbedarf, Auslastung und Versorgungslücken transparent zu erfassen.

Den LSB wollen wir verbindlich in die Priorisierung einbeziehen. Er kann fachlich bewerten, welche Investitionen für Breiten-, Schul- und Leistungssport besonders dringlich sind.

Antworten der Opposition

Breiten- und Schulsportinfrastruktur: Wie unserem Programm zur Landtagswahl 2026 zu entnehmen ist, wollen wir mehr Sportunterricht an den Schulen (mindestens 4 Stunden wöchentlich in allen Schulformen). Auch eine steigende Nichtschwimmerquote werden wir als AfD in Regierungsverantwortung nicht hinnehmen.

Früh schwimmen zu lernen ist manchmal eine Frage von Leben und Tod. Daraus ergibt sich unser Schwerpunkt der Sportstättenentwicklung und -förderung: Die Sanierung von Frei- und Hallenbädern sowie die Instandhaltung von Sportplätzen. Hierzu werden wir eine Prioritätenliste aufstellen nach Haushaltslage abarbeiten und EU-Mittel in Anspruch nehmen. Weitere Informationen zur Leistungssportinfrastruktur unter Leistungssport.

Die Planung und Umsetzung von Mitteln des Bundes und des Landes zur Sportstättenförderung können nur in enger Abstimmung mit dem Landessportbund erfolgen, wobei der Landessportbund im Rahmen eines Budgets und in Abstimmung mit den Sportgremien kleinere Projekte eigenverantwortlich fördern soll. Hohe Priorität hat die Sanierung von Schwimmbädern und Schulsporthallen. Diese dienen nicht nur der Sicherung der erforderlichen Bedingungen für den Schulsport, sondern in hohem Maße auch dem Breitensport mit und ohne Vereinsbindung. Aber auch die Sportstätten für den Vereins- und Leistungssport müssen dem Bedarf entsprechend saniert und modernisiert werden und dürfen nicht hintenanstehen. Um den Investitionsstau bei den Sportstätten in einer überschaubaren Zeit systematisch abzubauen und die verschiedenen Bereiche nicht gegeneinander auszuspielen, müssen die finanziellen Mittel entsprechend erweitert werden.

Die Modernisierung und Sanierung von Sportstätten bleibt auch in der kommenden Legislatur eine wichtige Aufgabe für uns. Über die Prioritätensetzung und die Ausgestaltung der Sportstättenförderung wollen wir mit dem LSB in partnerschaftlichen Austausch treten. Dies betrifft insbesondere die Kontinuität beim Erhalt und der Weiterentwicklung des Leistungssports. Weiterhin wird im Bereiten- und Schulsport neben der vordringlichen energetischen Sanierung, der Umstellung auf erneuerbare Energieversorgung und baulichen Klimaanpassungen, die Konzipierung eines Entwicklungsplans und die Aufsetzung eines Förderprogramms für Schwimmbäder im Mittelpunkt stehen.

Antwort Partei außerhalb des Parlaments

Viele Sportstätten in Sachsen-Anhalt sind sanierungsbedürftig. Für Vereine, Schulen und den Leistungssport wird das zunehmend zur Belastung. Deshalb muss in der kommenden Legislaturperiode klar der Schwerpunkt auf Erhalt, Sanierung und Modernisierung liegen. Wir wollen die Sportstättenförderung so ausrichten, dass der tatsächliche Bedarf zählt. Schulen, vereinseigene Anlagen und wichtige Standorte des Leistungs- und Nachwuchssports haben Priorität. Gleichzeitig muss der ländliche Raum besser
berücksichtigt werden, damit Sportangebote überall erreichbar bleiben. Förderprogramme müssen einfacher und planbarer werden, damit Kommunen und Vereine Projekte auch wirklich umsetzen können. Der Landessportbund Sachsen-Anhalt sollte bei der Priorisierung eng eingebunden werden. Seine Erfahrung aus der Praxis ist wichtig, um Mittel sinnvoll und wirksam einzusetzen. Breiten-, Leistungs- und Schulsport gehören zusammen gedacht. Ziel ist eine funktionierende, verlässliche und für alle nutzbare Sportinfrastruktur im ganzen Land.