Vertiefungsfragen
Ergänzend zu den allgemeinen Wahlprüfsteinen wurden einzelnen Parteien vertiefende Fragen zu Aussagen in ihren Wahlprogrammen oder zu spezifischen sportpolitischen Positionen gestellt.
Antworten der Landesregierung
Sport als Anker im ländlichen Raum stärken
Sportvereine übernehmen insbesondere im ländlichen Raum eine zentrale Rolle für Gemeinschaft, Integration und Lebensqualität. Gleichzeitig stehen viele Vereine vor besonderen Herausforderungen, etwa durch demografischen Wandel, fehlende Infrastruktur oder weite Wege.
Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Sportvereine im ländlichen Raum gezielt zu stärken?
Eine Unterstützung dieser Sportvereine erfolgt über die Pauschalförderung, die Trainervergütung und den kommunalen Sportstättenbau. Das Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ sieht Förderungen speziell in ländlichen Regionen vor. Auch das Programm „Integration durch Sport“ ist von seinem Inhalt her auf Begegnungen und Austausch auch im ländlichen Raum ausgelegt. Eine weitere Förderung über die vorgenannten Maßnahmen hinaus ist nicht angedacht. Die Beibehaltung bzw. Verstetigung dieser vorhandenen Instrumente schon.
Sportpolitische Schwerpunkte der kommenden Jahre
Maßnahmen zur besseren Bezahlung von Trainerinnen und Trainern sowie zur Förderung sportlicher Talente wurden zuletzt als zentrale Entwicklungsschritte vorangebracht. Auch Investitionen in die Sportinfrastruktur ermöglichen wichtige Impulse für Breiten- und Leistungssport.
Wo sehen Sie die nächsten sportpolitischen Schwerpunkte und wie wollen Sie die vorhandenen Förderinstrumente gezielt weiterentwickeln und stärken?
Die sportpolitischen Schwerpunkte sehen wir in der gezielten Weiter- und Fortführung der in diesen Wahlprüfsteinen benannten Punkte. Da ist die Förderung des Breitensports, der von den Vereinen in unserem Bundesland getragen wird. Nach der Corona-Pandemie sind deren Mitgliederzahlen höher als davor. Die Fertigstellung der Laufhalle in Halle (Saale) sowie die ab 2025 auf eine andere Basis gestellte Vergütung für Trainer als Beispiele für die kontinuierliche Förderung des Spitzensports. Die Weiterführung der Modernisierung kommunaler Sportstätten wird ein entscheidender Schwerpunkt für die nächsten Jahre sein.
Digitalisierung im Sport – Zukunftsfähigkeit der Strukturen sichern
In ihrem Wahlprogramm wird die Digitalisierung als zentrales Handlungsfeld für Verwaltung, Bildung und Gesellschaft hervorgehoben. Im Kontextblock Vereine wird u.a. aufgeführt: Vereinsmanagement, Aus- und Fortbildung, Infrastruktur und Datensicherheit.
Auch im organisierten Sport gibt es noch lange Antragszeiten, es wird sehr viel Papier bewegt und die möglichen Fördertöpfe und deren heterogenen Antragsverfahren sind längst nicht allen Vereinen und den dort meist ehrenamtlich agierenden Personen bekannt.
Welche konkreten Vorhaben planen sie, um die Digitalisierung in den fördernden Behörden, den Sportverbänden & -vereinen sowie von Sportstätten zu beschleunigen und systematisch zu fördern? Gehen sie in ihrer Antwort bitte darauf ein, ob diese Anstrengungen aus dem institutionellen Budget des Landessportbundes gestemmt werden müssen oder ob dafür gesonderte Fördermöglichkeiten geschaffen werden sollen.
Digitalisierung soll den Sport entlasten, nicht zusätzlich belasten. Gerade ehrenamtlich geführte Vereine müssen Fördermittel einfacher beantragen, Verwaltungsaufgaben digital erledigen und unkompliziert auf Informationen zugreifen können. Deshalb wollen wir Verwaltungsverfahren weiter digitalisieren, Antragsverfahren vereinfachen und Förderangebote transparenter machen. Unser Ziel ist ein möglichst einheitlicher, nutzerfreundlicher Zugang zu Förderprogrammen.
Auch Sportvereine und Sportstätten wollen wir bei der digitalen Entwicklung unterstützen – etwa beim Vereinsmanagement, der Qualifizierung, der IT-Sicherheit oder der digitalen Infrastruktur. Digitalisierung ist eine Zukunftsaufgabe, die nicht zulasten der institutionellen Förderung des Landessportbundes gehen darf. Deshalb halten wir es für richtig, hierfür gesonderte Fördermöglichkeiten bereitzustellen und bestehende Programme entsprechend weiterzuentwickeln.
Digitalisierung gelingt nur gemeinsam. Deshalb setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Land, Landessportbund, Kommunen und Sportvereinen. So schaffen wir moderne Strukturen, die das Ehrenamt entlasten und mehr Zeit für das schaffen, worauf es im Sport ankommt: die Arbeit mit den Menschen.
Sport als Anker im ländlichen Raum
Sportvereine übernehmen insbesondere im ländlichen Raum eine zentrale Rolle für Gemeinschaft, Geselligkeit, Integration und Lebensqualität. Gleichzeitig stehen viele Vereine vor besonderen Herausforderungen, etwa durch den demografischen Wandel, fehlende und alternde Infrastruktur oder weite Wege bis zur Sportstätte. In Ihrem Wahlprogramm wird die Stärkung des ländlichen Raums betont, konkretere Aussagen zur Rolle des Sports in dieser Bestrebung fehlen noch.
Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Sportvereine im ländlichen Raum gezielt zu stärken?
Sportvereine sind im ländlichen Raum weit mehr als Orte für Bewegung. Sie sind Treffpunkt, Freizeitangebot und sozialer Anker zugleich. Deshalb wollen wir ihre Arbeit gezielt stärken. Unser Ziel ist, dass auch künftig überall in Sachsen-Anhalt wohnortnahe Sportangebote erhalten bleiben.
Dafür braucht es verlässliche Förderstrukturen, moderne und gut erreichbare Sportstätten sowie starke Kreis- und Stadtsportbünde als Partner der Vereine. Investitionen in Sportinfrastruktur sind zugleich Investitionen in die Lebensqualität ländlicher Regionen. Besonders wichtig ist uns, dass Förderprogramme die besonderen Bedingungen im ländlichen Raum berücksichtigen und kleinere Vereine nicht durch bürokratische Anforderungen benachteiligt werden.
Gleichzeitig wollen wir die Zusammenarbeit von Sportvereinen mit Schulen, Kitas und weiteren Einrichtungen vor Ort weiter ausbauen. So entstehen Synergien, die Vereine entlasten und mehr Menschen für Bewegung und ehrenamtliches Engagement gewinnen. Für uns ist klar: Wer den ländlichen Raum stärken will, muss auch den Sport stärken.
Sport als vernetzenden Partner in Gesellschaft und Wirtschaft stärken
Der organisierte Sport arbeitet bereits heute mit unterschiedlichen Partnern aus Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. In Ihrem Wahlprogramm betonen Sie die Bedeutung von Kooperation zwischen Vereinen und anderen gesellschaftlichen Akteuren.
Welche Ansätze werden Sie ergreifen, um die Zusammenarbeit des organisierten Sports mit Partnern aus Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft systematisch auszubauen?
Wir wollen den organisierten Sport stärker mit Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vernetzen. Dabei setzen wir auf freiwillige Kooperationen statt staatlicher Vorgaben. Im Bildungsbereich sollen Vereine einfacher mit Kitas, Schulen und Ganztagseinrichtungen zusammen-arbeiten können. Dafür braucht es klare Ansprechpartner, Mustervereinbarungen und vielfältige Finanzierungswege. Mit der Wirtschaft können Kooperationen z.B. bei Sponsoring, betrieblicher Gesundheitsförderung, Ausbildung, Infrastruktur und Digitalisierung ausgebaut werden. Unternehmen profitieren von gesunden, engagierten und teamfähigen Menschen; Vereine gewinnen zusätzliche Unterstützung. Mit zivilgesellschaftlichen Partnern können Vereine Integration, Inklusion, Demokratieförderung und soziale Teilhabe stärken. Der Staat sollte solche Netzwerke erleichtern, etwa durch weniger Bürokratie, transparente Fördermöglichkeiten und digitale Plattformen. Unser Ziel ist ein Sport, der offen kooperiert, regionale Potenziale nutzt und selbstbestimmt Partner findet.
Sportstättenatlas sinnvoll nutzen
Sie sehen im digitalen Sportstättenatlas ein zentrales Instrument zur Weiterentwicklung der Sportstättenförderung und zur Beschleunigung von Planungs- und Förderprozessen.
Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Sportstättenatlas und wie wollen Sie ihn konkret zur Steuerung der Sportstättenentwicklung nutzen?
Der digitale Sportstättenatlas soll Sportstättenentwicklung transparenter und zielgenauer machen. Er kann Bestand, Zustand, Sanierungsbedarf, Auslastung, Barrierefreiheit, energetische Qualität und regionale Versorgungslücken erfassen. Konkret wollen wir ihn nutzen, um Förderentscheidungen besser zu priorisieren, Investitionen nachvollziehbar zu begründen und Bedarfe von Schul-, Breiten- und Leistungssport zusammenzuführen. Er kann außerdem zeigen, wo Sportstätten gemeinsam genutzt, saniert oder erweitert werden sollten.Für Fördermittelgeber bietet der Atlas eine bessere Entscheidungsgrundlage. Für Vereine, Kommunen und Sportstättennutzer schafft er mehr Transparenz über vorhandene Infrastruktur und Entwicklungs-perspektiven. Wichtig ist: Der Sportstättenatlas darf keine neue Bürokratielast werden. Datenpflege und Nutzung müssen einfach, digital und praxistauglich sein. Der LSB, Fachverbände sowie Kreis- und Stadtsportbünde sollten eng eingebunden werden.
Antworten der Opposition
Bekenntnis zur demokratischen Ordnung und zu einer patriotischen Förderung
Sie formulieren in Ihrem Wahlprogramm: „Wir werden deshalb als Landesregierung dafür sorgen, dass jeder Verein, der entweder institutionell oder projektbezogen mit Steuergeld gefördert werden will, ein glaubhaftes Bekenntnis zur demokratischen Ordnung und zu einer patriotischen Grundhaltung ablegen muss.“
Gilt dieser Ansatz auch für Sportvereine und -verbände? Falls ja: Wie soll ein solches Bekenntnis konkret aussehen und wie wollen Sie dessen Umsetzung überprüfen?
Wir werden die bisherige Förderpraxis grundlegend reformieren. Vereine und Organisationen, die öffentliche Mittel erhalten wollen, müssen sich eindeutig zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen und sich zumindest deklaratorisch für unser Land einsetzen. Dieses Bekenntnis soll verbindlicher Bestandteil der Förderrichtlinien werden. Wer staatliche Förderung in Anspruch nimmt, muss die verfassungsmäßige Ordnung anerkennen und sich zur Identität unseres Gemeinwesens bekennen. Bei schwerwiegenden oder vorsätzlichen Verstößen gegen diese Fördervoraussetzungen sollen Fördermittel versagt, widerrufen oder zurückgefordert werden können. Wir halten es für geboten, von Empfängern staatlicher Fördermittel ein Mindestmaß an Loyalität gegenüber unserem demokratischen Gemeinwesen, dem Land Sachsen-Anhalt und den tragenden Grundlagen unserer Kulturnation zu erwarten.
Sport für alle: Rahmenbedingungen für Inklusion und Teilhaben
Sie bewerten in Ihrem Wahlprogramm aktuelle Ansätze der Inklusion im Bildungsbereich kritisch.
Welche Bedeutung messen Sie der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung und allgemein Inklusion im Sport zu und welche Rahmenbedingungen sollen dafür im organisierten Sport vorgehalten werden?
Die bisherigen Inklusionsbestrebungen im Bildungs- und Sportbereich haben ihre Ziele vielfach nicht erreicht. Deshalb setzen wir auf leistungs- und bedarfs-orientierte Strukturen statt auf eine ideologisch motivierte Vereinheitlichung. Im Sport werden wir neben inklusiven Angeboten auch eigenständige und spezialisierte Strukturen erhalten und ausbauen. Unser Ziel ist nicht die vollständige Zusammenführung aller Gruppen in einem einheitlichen System, sondern die bestmögliche Förderung jedes Einzelnen in den jeweils geeigneten Rahmenbedingungen. Für Menschen mit Behinderung wollen wir bedarfsgerechte Trainings- und Wettkampfsysteme stärken, die sich an den jeweiligen Fähigkeiten und Bedürfnissen ausrichten. Unterschiedliche Angebote können dabei gleichberechtigt neben-einander bestehen und gleichwertige Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Dafür werden wir eine verlässliche finanzielle Ausstattung, qualifizierte Trainer, barrierefreie Sportstätten und klare Organisationsstrukturen sicherstellen. Unser Ziel ist eine differenzierte Sportlandschaft, die Teilhabe ermöglicht und zugleich Leistungsentwicklung in geeigneten Strukturen fördert.
Umsetzung von Teilhabe und Ausbau von Angeboten
Sie formulieren in ihrem Wahlprogramm das Ziel, den Zugang zu Sportangeboten für alle zu sichern und die Möglichkeiten, aktiv Sport zu treiben, auszubauen.
Wie bewerten Sie den bisherigen Stand der Teilhabe im Sport in Sachsen-Anhalt, wo sehen Sie die größten Defizite und wie wollen Sie den notwendigen Ausbau der Angebote nachhaltig finanzieren?
Die Organisation von ca. 380.000 Mitgliedern in über 3.000 Vereinen zeigt, dass der organisierte Sport in Sachsen-Anhalt auf einem guten Weg ist und insbesondere nach der Corona-Pandemie mit viel Engagement wieder ein stabiler Stand erreicht wurde. Dennoch zeigt ein bundesweiter Vergleich auch, dass das Potenzial in der Bevölkerung damit längst nicht ausgeschöpft ist. In einem Flächenland mit großen und vor allem dünn besiedelten Regionen, mit großen sozialen Disparitäten und defizitären öffentlichen Haushalten gibt es objektive Hindernisse für die Teilhabe am organisierten Sport. Hier müssen die oftmals begrenzten finanziellen Möglichkeiten von Vereinen für neue Sportangebote und moderne Sportstätten, die Entfernungen zu den Sportangeboten und insgesamt die finanzielle Lage vieler Familien in den Blick genommen werden. Deshalb müssen Zuwendungen und Förderungen vor allem dort verstärkt und konzentriert werden, wo das Geld am dringendsten benötigt wird, um Hemmnisse für die Teilhabe am organisierten Sport schrittweise abzubauen. Dies wird nur über eine zweckgebundene Erhöhung des Gesamtvolumens der Sportförderung aus Haushaltsmitteln des Landes möglich sein, die wir anstreben.
Struktur und langfristige Absicherung des Sportsystems
Die Mitgliedschaft im LSB ist Voraussetzung für eine verlässliche Sportstättenentwicklungsplanung, die sportfachliche Priorisierung (u.a. unter regionalen Gesichtspunkten) von Fördermaßnahmen sowie die Durchführung des nach Förderrichtlinie erforderlichen Demografiechecks (Grundlage jährliche Bestandsmeldung). Diese Instrumente sichern einen bedarfsgerechten und transparenten Einsatz begrenzter Fördermittel. Sie wollen Fördermittel auch Vereinen außerhalb der bestehenden Sportstrukturen zugänglich machen.
Welchen konkreten Mehrwert erwarten Sie durch die Öffnung der Sportstättenförderung für Vereine außerhalb der organisierten Sportstrukturen? Wie soll gleichzeitig sichergestellt werden, dass die sportfachliche Bewertung, die regionale Priorisierung der Vorhaben sowie der nach Förderrichtlinie erforderliche Demografiecheck weiterhin auf einer einheitlichen und belastbaren Grundlage erfolgen können?
Die Rolle des LSB als zentrale Schnittstelle für die Steuerung der Sportstättenförderung soll durch die Aufnahme von nicht im LSB organisierten Sportverbänden in die Mittelvergabe nicht infrage gestellt werden. Es muss aber dem Anspruch an die öffentlichen Sportstättenförderung Rechnung getragen werden, allen Vereinen im Land unter gleichen Voraussetzungen die erforderliche und nach den verfügbaren staatlichen Mitteln mögliche Förderung zukommen zu lassen. Die Nichtmitgliedschaft im LSB kann dafür kein Ausschlusskriterium sein. Insofern besteht die Erwartung, dass auch Sportvereine ohne LSB-Mitgliedschaft im Rahmen öffentlich finanzierter Förderprogramme, die vom LSB koordiniert und umgesetzt werden, Anträge an den LSB stellen können und unter gleichen Anforderungen an die Bewertung der Anträge bei der Verteilung der Fördermittel berücksichtigt werden.
Sport als Anker im ländlichen Raum
Sportvereine übernehmen insbesondere im ländlichen Raum eine zentrale Rolle für Gemeinschaft, Geselligkeit, Integration und Lebensqualität. Gleichzeitig stehen viele Vereine vor besonderen Herausforderungen, etwa durch den demografischen Wandel, fehlende und alternde Infrastruktur oder weite Wege bis zur Sportstätte.
Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um Sportvereine im ländlichen Raum gezielt zu stärken?
Sportvereine stehen vor gleichermaßen vor den Herausforderungen wie andere Strukturen im ländlichen Raum. Ein aktiver Sportverein ist ein sozialer Anlaufpunkt und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe. Er ist ein wichtiger Hebel, um die Attraktivität der Ortschaft zu steigern. Wir wollen daher Sportvereine darin unterstützen, sich für alle Menschen einzusetzen und zu öffnen. Weiterhin wollen wir die Erreichbarkeit von Sportstätten durch den ÖPNV verbessern, indem wir bei Neubauten den Anschluss an Sportstätten an den ÖPNV als Fördervoraussetzung formulieren.
Aufarbeitung von DDR Zwangsdopinng und Unterstützung Betroffener
In Ihrem Wahlprogramm fordern Sie eine landesweite Studie zur Aufarbeitung der gesundheitlichen Folgen des DDR Zwangsdopings, um Betroffene zu unterstützen und das gesellschaftliche Bewusstsein für diese Problematik zu stärken.
Wie wollen Sie eine solche Studie umsetzen & finanzieren? Planen sie, basierend auf den Studienergebnissen, die Betroffenen des DDR Zwangsdopings in Sachsen-Anhalt gesondert zu unterstützen? Bitte gehen sie in ihrer Beantwortung darauf ein, wo sie die aktuelle Forschungslücke zum systematischen DDR-Doping sehen. Ordnen sie darüber hinaus ein, wie die von ihnen vermuteten Studienergebnisse und mögliche Ableitungen mit der Arbeit des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins zusammenfallen.
Wir möchten die Opfer von Staatsdoping als Opfergruppe der SED-Diktatur anerkennen und werden in der Folge das Aufgabenfeld des Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur um den Bereich des Zwangsdopings in der DDR erweitern und eine Studie in Auftrag geben lassen, welche das System des DDR-Zwangsdopings und der gesundheitlichen Folgen in Sachsen-Anhalt untersucht. Zudem unterstützen wir eine bundesgesetzliche Verankerung des Anspruchs auf Entschädigung der Opfer des DDR-Zwangsdopings.
Antwort Partei außerhalb des Parlaments
Sportpolitische Forderungen des LSB umsetzen
Sie erklären in Ihrem Wahlprogramm, die sportpolitischen Forderungen des Landessportbundes Sachsen-Anhalt zu unterstützen.
Welche zentralen Maßnahmen aus diesen Forderungen wollen Sie konkret prioritär umsetzen und wie soll dies im Landeshaushalt verankert werden?
Der Landessportbund Sachsen-Anhalt ist für uns der zentrale Partner des organisierten Sports. Seine Forderungen greifen viele konkrete Probleme in den Vereinen und Verbänden auf. Priorität haben für uns die verlässliche Finanzierung der Sportstrukturen, der Erhalt und die Sanierung von Sportstätten sowie die Stärkung des Ehrenamts und des Kinder- und Jugendsports. Im Landeshaushalt braucht es dafür klare und planbare Ansätze. Sportförderung muss dauerhaft abgesichert sein und darf nicht jährlich neu zur Disposition stehen. Ziel ist eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung. Zudem wollen wir die Verfahren weiter vereinfachen, damit Fördermittel schneller und unbürokratischer bei den Vereinen ankommen.
Sportorganisationen handlungsfähig halten
Sie betonen die Notwendigkeit von mehr Transparenz und Kontrolle bei der Förderung zivilgesellschaftlicher Akteure.
Wie sehen ihre geplanten Maßnahmen zu Herstellung von mehr Transparenz und Kontrolle aus und wie wollen sie sicherstellen, dass diese nicht zu Lasten der Eigenständigkeit und Handlungsfähigkeit des organisierten Sports gehen?
Transparenz bei der Verwendung öffentlicher Mittel sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Gleichzeitig darf Kontrolle nicht dazu führen, dass Vereine und Verbände in ihrer Arbeit unnötig belastet werden. Wichtig sind klare und möglichst einfache Regeln bei Förderung und Nachweisen. Entscheidend ist, dass die Mittel nachvollziehbar eingesetzt werden, ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand für die Ehrenamtlichen. Der organisierte Sport arbeitet in der Regel sehr verlässlich und verantwortungsvoll. Deshalb braucht es neben Kontrolle auch Vertrauen in die Strukturen vor Ort. Ziel ist ein praktikabler Ausgleich, das bedeutet eine „saubere“ Mittelverwendung sicherstellen, aber die Handlungsfähigkeit der Sportorganisationen nicht einschränken.