Sport verbindet: Deutsch-japanischer Jugendaustausch
Beim 53. deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch 2026 wurde den teilnehmenden jungen Menschen aus beiden Nationen an 16 Tagen ein umfangreiches, interkulturell wertvolles Programm geboten, welches Grenzen überwindet und Verbindung schafft.

(© Landessportjugend)
Unter dem Motto „Sport verbindet uns!“ führt die Deutsche Sportjugend (dsj) seit 1974 gemeinsam mit ihrem japanischen Partner, der Japan Junior Sport Clubs Association (JJSA), den deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch durch, an dem sich auch die Landessportjugend Sachsen-Anhalt seit langem beteiligt.
Die traditionelle Jugendbegegnung ermöglicht jedes Jahr zwei jeweils 100-köpfigen Delegationen, das Partnerland zu besuchen und Land, Menschen und Kultur kennenzulernen. Im Rahmen des 16-tägigen Programms, das auch einen Familienaufenthalt umfasst, erhalten die Jugendlichen Einblicke in die Gesellschaft des Partnerlandes und erleben den Alltag und das Familienleben vor Ort. Der Sport nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Er verbindet die Jugendlichen über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg.
Zu Gast in Japan
Die Reise der deutschen Delegation begann in Tokio. Von dort aus ging es weiter nach Tottori. Dort erkundeten die Jugendlichen verschiedene Museen der Region und besuchten Tempel, die ihnen Einblicke in die japanische Kultur vermittelten. Besonders spannend war die Zugfahrt nach Matsue. Neben historischen Sehenswürdigkeiten standen dort auch Wassersport und eine Teezeremonie auf dem Programm. Bereichert wurde der Aufenthalt durch die Gastfreundschaft der japanischen Gastfamilien. Gemeinsam mit ihren Gastgebern lernten die Jugendlichen unter anderem Origami und Kalligrafie kennen und erhielten die Gelegenheit, Kendo auszuprobieren.
Die japanische Delegation in Sachsen-Anhalt
Auch der Besuch der japanischen Jugendlichen in Deutschland war ein voller Erfolg. Mathias Engelhardt vom Kreissportbund Börde gestaltete das Regionalprogramm in Sachsen-Anhalt. In Haldensleben und der umliegenden Region erhielten die Jugendlichen Einblicke in die vielfältige Sportlandschaft des Landes.
Bei Besichtigungen verschiedener Sportstätten lernten sie die regionalen Trainings- und Wettkampfbedingungen kennen und konnten sich auch selbst sportlich betätigen. Beim Erwerb des Deutschen Sportabzeichens stellten sie ihr Können und ihren Ehrgeiz in unterschiedlichen Disziplinen unter Beweis.
Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch des Deutschen Bundestages in Berlin. Dort lernten die Jugendlichen die Bundestagsabgeordnete Anne Aeikens persönlich kennen. In einer rund einstündigen Gesprächsrunde beantwortete sie die zahlreichen Fragen der Teilnehmenden. Der direkte Austausch machte Politik erlebbar und vermittelte Einblicke in den politischen Alltag und die Arbeit des Parlaments.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch beim Handballverband. Landestrainer Martin Ostermann gab der Gruppe Einblicke in die Leistungssportstrukturen und die Entwicklung des Handballs in Sachsen-Anhalt. Anschließend besichtigten die Jugendlichen die Handballhalle und konnten sich selbst ein Bild von den Bedingungen für den Leistungs- und Nachwuchssport machen.
Darüber hinaus standen Besuche an der Sportschule und am Sportinternat auf dem Programm. Dort erfuhren die Teilnehmenden mehr über die Förderung junger Talente und darüber, wie Schule und leistungsorientierter Sport miteinander verbunden werden können.
Für einige Tage reiste auch das Leitungsteam der japanischen Delegation nach Sachsen-Anhalt. Die Verantwortlichen nutzten die Gelegenheit, Eindrücke von den Sporteinrichtungen, der Gastfreundschaft und dem deutsch-japanischen Austausch zu sammeln. Von ihrem Aufenthalt zeigten sie sich sehr angetan.
Der Austausch war für alle Beteiligten mehr als eine sportliche Begegnung. Gemeinsame Erlebnisse, neue Freundschaften und Einblicke in die jeweils andere Kultur machten den Aufenthalt zu einer wertvollen Erfahrung. Die dabei entstandenen Verbindungen werden auch über die Reise hinaus bestehen bleiben und den deutsch-japanischen Austausch weiter stärken.
Gefördert wird das Programm aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie des Landes Sachsen-Anhalt.