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Leistungssport

Vom Olympiamedaillengewinner zum Trainer: Björn Bach über Leidenschaft, Nachwuchsförderung und Ziele

| Tobias Richter

Björn Bach hat den Leistungssport aus zwei Perspektiven erlebt. Als ehemaliger Kanute gewann er zweimal olympisches Silber in Sydney und Athen, heute ist er Bundesstützpunktleiter und leitender Landestrainer im Kanu-Rennsport in Sachsen-Anhalt. Im Interview spricht er über seinen Weg zum Trainer, die besondere Bedeutung der Nachwuchsarbeit, die Aufgaben am Bundesstützpunkt und seine Ziele für den Kanu-Rennsport in Sachsen-Anhalt.

Björn Bach, hier mit Timofi Zherebylo (Vizeeuropameister im K1 über 500m) und Vizeweltmeisterin Femke Rupf im K1 über 200m, ist Leiter des Bundesstützpunktes Kanu-Rennsport in Magdeburg.
(© Kanuverband Sachsen-Anhalt)

Seit wann bist du Trainer und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Ich bin seit 2009 in unterschiedlichen Bereichen der Trainertätigkeit aktiv. Meine Entscheidung für diesen Beruf ist eng mit meiner eigenen sportlichen Laufbahn verbunden. Als ehemaliger Leistungssportler war es mir immer ein Anliegen, meine Erfahrungen an die „Olympiasiegerinnen und Olympiasieger von morgen" weiterzugeben. Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereitet mir große Freude und motiviert mich bis heute in meiner täglichen Tätigkeit.

Was ist dein Aufgabenbereich und was war dein größter Erfolg?

Als Bundesstützpunktleiter und leitender Landestrainer bin ich für die organisatorische und sportliche Entwicklung des Leistungssports in Sachsen-Anhalt verantwortlich. Dazu gehören die Koordination von Trainings- und Wettkampfstrukturen, die fachliche Führung der Trainerinnen und Trainer sowie die enge Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für Athletinnen und Athleten sowie die Trainerinnen und Trainer, um eine nachhaltige Talententwicklung sicherzustellen. Außerdem verantworte ich die Nominierung und Weiterentwicklung der Landesauswahlmannschaften und begleite deren sportliche Ausrichtung strategisch. In den vergangenen Jahren konnten unsere Bundeskader zahlreiche internationale Medaillen gewinnen. Besonders hervorzuheben ist der Erfolg des Nachwuchsteams Sachsen-Anhalt mit insgesamt 30 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr.

Was macht es so besonders, hier in Sachsen-Anhalt Trainer zu sein?

Besonders ist für mich der starke Zusammenhalt und die persönliche Atmosphäre in Sachsen-Anhalt. Viele Menschen arbeiten hier mit echter Leidenschaft und unterstützen sich gegenseitig. Als Trainer hat man die Möglichkeit, junge Athletinnen und Athleten langfristig zu begleiten, ihre Entwicklung direkt mitzuerleben und so aktiv zur sportlichen Entwicklung der Region beizutragen.

Welche Ziele hast du in naher Zukunft und in fünf Jahren?

In naher Zukunft liegt mein Fokus darauf, die bestehenden Trainings- und Förderstrukturen im Nachwuchs- und Leistungssport weiter zu stabilisieren und gezielt zu optimieren. Dabei geht es insbesondere darum, Talente individueller zu fördern, die Zusammenarbeit zwischen Schule, Verein und Stützpunkt weiter zu stärken und die Trainerinnen und Trainer in ihrer Entwicklung kontinuierlich voranzubringen. Darüber hinaus möchte ich moderne Trainings- und Steuerungsinstrumente noch stärker in die tägliche Arbeit integrieren, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern.

Was macht für dich eine gute Trainerin bzw. einen guten Trainer aus und was würdest du angehenden Trainerinnen und Trainer gerne mit auf den Weg geben?

Eine gute Trainerin bzw. ein guter Trainer zeichnet sich vor allem dadurch aus, Menschen zu verstehen und individuell zu fördern. Fachwissen ist wichtig, aber genauso entscheidend sind Geduld, Empathie, Motivation und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen. Gute Trainerinnen und Trainer schaffen eine Atmosphäre, in der Athletinnen und Athleten sich wohlfühlen, Fehler machen dürfen und trotzdem gefordert werden. Angehenden Trainerinnen und Trainer würde ich mitgeben: Bleibt authentisch, hört zu und versucht nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Begeisterung. Menschen lernen unterschiedlich – darauf einzugehen macht langfristig den größten Unterschied.

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