Anja Adler – Marathon-Europameisterin auch im Váa
Bei den ersten offiziellen Marathon-Europameisterschaften im Kanu und Para Kanu erkämpfte Anja Adler (SV Halle) gestern auch im Váa (VL3) den Titel und kürte sich damit in Rumänien zur Doppeleuropameisterin 2026.

(© Bernd Leek)
„Ich bin noch immer sprachlos. Nach Pitesti, fuhr ich, um einfach gute Rennen zu liefern und komme mit zweimal Gold zurück. Es ist unglaublich, noch nie habe ich im Váa Gold geholt und nun sogar über diese 8,2 Kilometer“, waren die ersten Emotionen der Athletin.
Einen kleinen Plan hatte sich Adler zurechtgelegt. Doch so souverän, mit 3,3 Minuten Vorsprung, das Feld auf Distanz zu halten, hatte die erfahrende Athletin nicht für möglich gehalten. Aufgrund ihrer Sprinterfahrung kam sie am Start als Erste gut weg, konnte direkt die Führung übernehmen und ihr Vorsprung wuchs von Runde zu Runde, wie bereits im Kajak-Rennen zwei Tage zuvor. Tempo rauszunehmen kam für Adler nicht in Frage, es lief einfach.
„Das Rennen war allerdings mega-anstrengend, auch hier ist es extrem heiß. Zum Glück hatte ich meinen Trinkrucksack dabei und habe mindestens einen Liter Wasser in dieser knappen Stunde Wettkampf getrunken“, sagte die Hallenserin. An der letzten Wende gab es noch etwas Trouble. Die gleichzeitig auf dem Wasser fahrenden Kajak-Männer gingen die Wende robust an und fuhren Adler ins Paddel, der Ausleger des Bootes kam hoch und ihr gefühlten Puls stiegt auf 200. Doch glücklicherweise blieb das Ganze ohne Konsequenzen. So wurden die letzten 500 Meter wieder zum Genuss und sie freute sich riesig über EM-Doppelgold.
„Das sind so Sachen, von denen träumt man und glaubt nicht, dass sie jemals in Erfüllung gehen. Jetzt sitze ich hier mit diesen zwei coolen Medaillen um den Hals, einem breiten Grinsen im Gesicht und ‘nen Eiskaffee in der Hand“, freute sich Adler.
Bevor am Sonntag der Flieger nach Hause geht absolvieren die deutschen Aktiven noch ein paar Trainingseinheiten in Vorbereitung des Weltcups in Montreal (9. bis 12. Juli).