Carmela Ertel und der Schwimmsport: „Erfolge sind nur mit großem Arbeitsaufwand möglich“
Carmela Ertel blickt als Athletin und später als Trainerin auf eine erfolgreiche Laufbahn im Schwimmsport zurück. Als Schwimmerin gewann sie bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau zweimal Bronze und wurde zwei Jahre später in Guayaquil (Ecuador) Weltmeisterin. Seit 1988 ist sie als Trainerin aktiv und hat in dieser Zeit zahlreiche Nachwuchsschwimmerinnen und -schwimmer auf ihrem Weg in den Leistungssport begleitet. Heute arbeitet sie als Landestrainerin des Landessportbundes Sachsen-Anhalt mit dem Schwerpunkt auf Talentsuche, Nachwuchsförderung und der Unterstützung der Trainerinnen und Trainer an den Landesstützpunkten in Halle und Magdeburg. Im Interview spricht sie über die Herausforderungen des Trainerberufs, zahlreiche Erfolge und ihre Ziele für den Schwimmsport in Sachsen-Anhalt.

(© Landesschwimmverband Sachsen-Anhalt)
Seit wann bist du Trainerin und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?
Seit 1988 bin ich Trainerin in Halle (SC Chemie Halle, später SV Halle). 1990 kam die Tätigkeit als Landestrainerin beim Landesschwimmverband Sachsen-Anhalt hinzu. Bis 2009 betreute ich in Halle eine eigene Trainingsgruppe und war zeitweise auch als Fachwartin Schwimmen tätig. Die Arbeit mit jungen Sportlerinnen und Sportlern macht mir Spaß und stellt für mich eine Herausforderung dar, da ich erfolgreich sein möchte. Seit 2010 übe ich die Tätigkeit als Landestrainerin über den LSB-Trainerpool ohne eigene Trainingsgruppe aus.
Welche Athletinnen und Athleten betreust du und was war dein größter Erfolg mit ihnen?
Von 1988 bis 2010 betreute ich Athletinnen und Athleten vom Aufbautraining bis zum Anschlusstraining mit dem Ziel, sie in den Hochleistungsbereich zu führen. Seit 2010 bin ich als Landestrainerin ohne eigene Trainingsgruppe tätig, mit dem Schwerpunkt auf Talentsuche an den Stützpunkten und der Unterstützung der ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer in Sachsen-Anhalt. Zu meinen größten Erfolgen zählen der Gewinn der Frauen-Bundesliga im Schwimmen 2006 und 2007 sowie Bronze 2008. Zu den betreuten Schwimmerinnen gehörten unter anderem Daniela Schreiber, Franziska Hentke, Theresa Michalak oder Melanie Radecke. Besonders hervorzuheben sind die Erfolge von Daniela Schreiber als zweifache Juniorenweltmeisterin 2006. Auch Theresa Michalak, Melanie Radecke und Franziska Hentke konnten bei Jugendwelt- und -europameisterschaften sowie Europäischen Jugendspielen Medaillen gewinnen. Darüber hinaus wurden zahlreiche Medaillen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften erreicht.
Was macht es so besonders, hier in Sachsen-Anhalt Trainer*in zu sein?
Der Landessportbund kümmert sich sehr gut um seine Angestellten von der Bezahlung bis zum kreativen Freiraum, den man zum guten und erfolgreichen Arbeiten benötigt. Zudem erfolgt die Unterstützung in herausfordernden Phasen.
Welche Ziele hast du in naher Zukunft und in fünf Jahren?
Ich möchte die Landesstützpunkte in Magdeburg und Halle stärken und den eigenen Nachwuchs gezielt fördern. Dazu gehört auch, die Trainerinnen und Trainer an den Talentstützpunkten zu unterstützen und gemeinsam Kinder für die Sportschulen zu entwickeln. Dabei ist es mir wichtig, beide Standorte langfristig zu erhalten und ihre Bedeutung für die Nachwuchsförderung zu sichern.
Was macht für dich eine gute Trainerin bzw. einen guten Trainer aus und was würdest du angehenden Trainerinnen und Trainern mit auf den Weg geben?
Er oder sie sollte für die Sportart brennen und den Willen haben, Erfolge zu erreichen. Es wäre von Vorteil, wenn die Person die Sportart selbst ausgeübt hat, da dies vieles einfacher macht. Wichtig ist auch das Bewusstsein, dass Erfolge nur mit einem großen Arbeitsaufwand möglich sind. Dazu gehören auch Wochenenden, Feiertage und Trainingslager.
Für mich ist es der schönste Beruf, den man ausüben darf. Die tägliche Arbeit ist abwechslungsreich und stellt immer wieder eine große Herausforderung dar, insbesondere wenn es darum geht, Jugendliche richtig zu lenken und zu begleiten.