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Leistungssport

„Eine Berufung von Herzen“: Leichtathletik-Trainer Philipp Töpfer

| Tobias Richter

Seit vielen Jahren ist Philipp Töpfer mit großer Leidenschaft als Trainer im Nachwuchsleistungssport aktiv und verbindet dabei die Arbeit mit Menschen mit seiner Begeisterung für die Leichtathletik. Seit 2016 ist er hauptamtlich als Trainer tätig, inzwischen im U16-Grundlagenbereich mit dem Schwerpunkt auf Mehrkampf und Sprung. Seine Arbeit ist geprägt von der klaren Philosophie, junge Athletinnen und Athleten individuell zu fördern, sie auf ihrem sportlichen Weg zu begleiten und gemeinsam mit ihnen nach dem bestmöglichen Ergebnis zu streben. Die Erfolge der vergangenen Jahre zeigen, dass dieser Weg Früchte trägt. Im Interview spricht Philipp Töpfer über seinen Weg zum Trainerberuf, die Besonderheiten des Trainingsstandortes Sachsen-Anhalt, seine Ziele für die kommenden Jahre und darüber, was für ihn einen guten Trainer ausmacht.

Philipp Töpfer: Trainer aus Leidenschaft und mit klaren Zielen
(© Leichtathletikverband Sachsen-Anhalt)

Seit wann bist du Trainer und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Hauptamtlich bin ich seit 1. Januar 2016 Trainer (2016 bis 2023 U14 Grundlagentraining; seit 2023 U16 Grundlagetraining); ehrenamtlich bereits seit September 2008. Die soziale Kompetenz und das Interesse an der Arbeit mit Sportlern haben sich während meiner Tätigkeit als Begleitläufer für Blinde und Sehbehinderte von 2006 bis 2016 etabliert. Meine Entscheidung für den Beruf: Leben mit Sport, Arbeit mit Menschen, stetig messbare Erfolge, Dankbarkeit der Sportler und Eltern, offensichtlicher Mehrwert für jeden Beteiligten und die Gesellschaft.

Welche Athletinnen und Athleten betreust du und was war dein größter Erfolg mit ihnen?

Ich betreue hauptsächlich Athletinnen und Athleten im U16-Bereich und arbeite dort im Grundlagentraining mit der Orientierung auf Mehrkampf und Sprung. Zu meinen größten Erfolgen zählen die Leistungen von Victor Agbo Anih, Jahrgang 2010, der 2024 und 2025 insgesamt viermal Deutscher Mehrkampfmeister im 9-Kampf der Altersklassen M14 und M15 wurde. 2025 konnte außerdem Julia Malcharek, ebenfalls Jahrgang 2010, den Deutschen Meistertitel im Weitsprung der Altersklasse W15 gewinnen. Bereits 2024 wurde Phil Matthias, Jahrgang 2009, Deutscher Vizemeister im Weitsprung der Altersklasse M15.

2024 konnten die von mir betreuten Athletinnen und Athleten sieben Deutsche Meistertitel sowie jeweils eine Silber- und eine Bronzemedaille gewinnen. 2025 kamen fünf weitere DM-Titel, sechs Silber- und vier Bronzemedaillen hinzu.

Was macht es so besonders, hier in Sachsen-Anhalt Trainer zu sein?

Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt und eine gute Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamt. Es gibt gute Strukturen und Trainingsbedingungen sowie das Verständnis, aus den Gegebenheiten das Optimum zu erzielen. Verbunden ist dies mit der großflächigen Bereitschaft, über das normale Maß hinaus Leistung und Eigeninitiative zu bringen. Hervorragend funktionierend auch die Vereinslandschaft gemeinsam mit Unterstützern und Sponsoren. Zudem werden die hauptamtlichen Trainer im Bundesdurchschnitt hervorragend bezahlt.

Welche Ziele hast du in naher Zukunft und in fünf Jahren?

Mein Ziel ist der weitere Ausbau der U16 und die Verfeinerung des Sichtungssystems. Das Interesse am Bundesstützpunkt soll ausgeweitet und dessen Attraktivität weiter steigen. Gleichzeitig soll das Netzwerk aus Sponsoren und Unterstützern im Sinne des Leistungssports weiter gestärkt werden. Die Sportler sollen auch über die U16 hinaus unterstützt und auf ihrem Weg in die internationale Spitze gefördert werden. Zudem gilt es, für weitere Trainerstellen zu kämpfen, um die Qualität am Bundesstützpunkt Mehrkampf mit der wachsenden Quantität in Einklang zu bringen, zu halten und weiter auszubauen.

Was macht für dich eine gute Trainerin bzw. einen guten Trainer aus und was würdest du angehenden Trainerinnen und Trainer mit auf den Weg geben?

Demut, Empathie und Eigeninitiative sowie ein funktionierendes Netzwerk sind der Schlüssel zum Erfolg. Sportler sind der Spiegel des Trainers und geben nur das wieder, was man selbst zu zeigen vermag. Work-Life-Balance spielt keine Rolle. Der Blick auf die Uhr und das Geld darf nicht die eigene Arbeitsmoral bestimmen. Erfahrung und Wissen sind nicht selbstverständlich jedoch unerlässlich, um sich weiterentwickeln zu können und mit den notwendigen Fehlern und Erfolgen zu lernen. Trainer ist eine Berufung von Herzen.

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