„Im Sport darf man nicht stehen bleiben“: Interview mit Peter Leinau, Landestrainer Rudern
Peter Leinau ist seit über 20 Jahren als Trainer im Rudersport tätig. Begonnen hat er als Übungsleiter im U15-Bereich am Stützpunkt Halle. Seitdem hat er verschiedene Altersklassen betreut und zahlreiche junge Ruderinnen und Ruderer begleitet. Seit Mai 2025 ist er leitender Landestrainer Rudern in Sachsen-Anhalt. Was ihn an dem Beruf bis heute reizt, ist vor allem die Arbeit mit Menschen und der sportliche Ehrgeiz. Im Interview erzählt er, wie er zum Trainerberuf gekommen ist, welche Erfahrungen er in den vergangenen Jahren gemacht hat und was ihm heute in seiner Arbeit wichtig ist.

(© LSB Sachsen-Anhalt)
Seit wann bist du Trainer und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?
Angefangen habe ich 2001 als Übungsleiter im Grundlagentraining, damals mit der U15 im Rudern. Nach dem Abitur habe ich statt Wehrdienst ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport gemacht. 2006 kam dann mein erster Vertrag im Trainerpool. Der Trainerberuf hat mich eigentlich schon immer fasziniert. Menschen zu motivieren, etwas zu leisten, von dem sie vielleicht vorher selbst gar nicht gedacht haben, dass sie es schaffen können. Das finde ich bis heute spannend. Dazu kommt natürlich auch der sportliche Ehrgeiz. Man will mit seiner eigenen Trainingsgruppe besser sein als die anderen Gruppen.
Welche Athletinnen und Athleten betreust du und was war dein größter Erfolg mit ihnen?
In meiner jetzigen Funktion als Landestrainer betreue ich die Sportlerinnen und Sportler nicht mehr direkt im täglichen Trainingsprozess. Von 2006 bis 2024 habe ich das Grundlagentraining, also die U15, im Rudern am Stützpunkt Halle betreut. Zwischenzeitlich war ich auch im für einen Teil der U17 im Aufbautraining verantwortlich. Von 2024 bis Juli 2025 habe ich dann komplett diese Altersklasse betreut. Seit Mai 2025 bin ich leitender Landestrainer Rudern. Wenn ich auf die Zeit mit den Trainingsgruppen zurückblicke, gehören einige Meistertitel bei den Deutschen Meisterschaften der 13- und 14-Jährigen, also beim Bundeswettbewerb, sicher zu den größten Erfolgen.
Was macht es so besonders, hier in Sachsen-Anhalt Trainer zu sein?
Ich bin direkt nach meinem Abitur hier in Sachsen-Anhalt in den Trainerberuf eingestiegen und habe deshalb nie wirklich Erfahrungen außerhalb des Landes gesammelt. Von daher fällt es mir schwer zu sagen, was hier jetzt ganz besonders ist. Ich fühle mich in meinem aktuellen Umfeld und vor allem im Mitarbeiterkreis sehr wohl. Das ist für mich entscheidend. Ich kann mir momentan keine andere Arbeitsstelle vorstellen. Zudem haben wir eine solide finanzielle Vergütung für den Trainerberuf.
Welche Ziele hast du in naher Zukunft und in fünf Jahren?
Ich möchte trotz des ständigen und auch gesunden Konkurrenzgedankens im Sport ein eingeschworenes, geschlossenes und erfolgreiches Trainerteam aufbauen. Dafür braucht es aus meiner Sicht zwei Dinge: eine gute sportfachliche Ausbildung und die Einsatzbereitschaft, auch mal über den eigenen Aufgabenbereich hinaus mit anzupacken.
Was macht für dich eine gute Trainerin bzw. einen guten Trainer aus und was würdest du angehenden Trainerinnen und Trainern mit auf den Weg geben?
Für mich ist der Trainerberuf zuerst einmal ein leidenschaftlicher Beruf. Man muss mit Herz und Seele dahinterstehen. Genauso wichtig ist es, sein eigenes Tun immer wieder zu hinterfragen, um noch besser zu werden. Man sollte außerdem offen für neue Ideen, Ansätze und Gedanken bleiben. Im Sport darf man nicht stehen bleiben, sondern muss sich immer weiterbilden. Ganz wichtig ist für mich zudem Kommunikation.