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Sportpolitik

Jugendarbeit im Sport: Verlässliche Strukturen für die Zukunft junger Menschen

| Hanif Shangama

Mit Blick auf die Landtagswahl am 6. September 2026 hat der Landessportbund Sachsen-Anhalt seine sportpolitischen Forderungen an die künftige Landespolitik formuliert. Ein zentraler Baustein ist dabei die Jugendarbeit im Sport. Denn Sportvereine sind für viele Kinder und Jugendliche der erste Ort, an dem sie Gemeinschaft, Orientierung und Persönlichkeitsentwicklung erleben – und damit ein zentraler Akteur für Chancengerechtigkeit im ganzen Land.

© DOSB

Jugendarbeit im Sport basiert auf Eigenständigkeit, Mitbestimmung und ganzheitlicher Förderung junger Menschen. Sportvereine übernehmen dabei zentrale Aufgaben: Prävention, Qualifizierung und Kinderschutz ebenso wie die Verankerung von Jugendarbeit in den eigenen Satzungen. Damit dieses Engagement auch künftig auf einem stabilen Fundament steht, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und hauptamtliche Strukturen vor Ort. Wie die künftige Landespolitik dazu beitragen will, hat der LSB mit seinen Wahlprüfsteinen abgefragt.

„Wir erwarten von der Politik ein klares Engagement für die Jugend im Sport – aber auch weit darüber hinaus", sagt Saskia Krebsz, Vorstandsmitglied der Landessportjugend Sachsen-Anhalt. Junge Menschen würden mit ihren Anliegen im politischen Diskurs bislang zu wenig gehört, so Krebsz weiter. Ihr Appell: „Jugendliche sind die Zukunft des Landes, und genau in diese Zukunft müsse jetzt investiert werden.“

Wie die unterschiedlichen Regierungs- und Oppositionsparteien sowie das BSW das Thema Jugendarbeit im Sport angehen wollen, hat der LSB mit Wahlprüfsteinen abgefragt. Die Antworten sind auf der Website des LSB einsehbar.

Wahlprüfsteine des LSB – Antworten der Politik zur Förderung von Kindern und Jugendlichen im Sport

Im Rahmen seiner Wahlprüfsteine hat der LSB alle sieben aussichtsreichen Parteien – CDU, SPD, FDP, AfD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und BSW – gefragt, mit welchen Maßnahmen sie verlässliche Strukturen für die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Sport – insbesondere durch hauptamtliches Personal in den Kreis- und Stadtsportbünden – flächendeckend aufbauen und dauerhaft absichern wollen.

Alle Parteien erkennen die Bedeutung des Kinder- und Jugendsports sowie verlässlicher Rahmenbedingungen für junge Menschen an. Unterschiede zeigen sich vor allem darin, wie konkret hauptamtliche Strukturen in den Kreis- und Stadtsportbünden gestärkt und langfristig abgesichert werden sollen.

Die CDU verweist auf die bereits erfolgte Erhöhung der Pauschalförderung sowie die seit 2025 tarifgerechte Vergütung von Trainerinnen und Trainern und will diesen Kurs fortsetzen. Die SPD will die Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit gemeinsam mit dem LSB weiterentwickeln und dabei prüfen, wie hauptamtliche Stellen in den Kreis- und Stadtsportbünden langfristig gesichert werden können. Die FDP fordert transparente, mehrjährige und bedarfsgerechte Finanzierungsmodelle mit einfacher Nachweisführung anstelle kurzfristiger Projektförderung.

Das BSW spricht sich klar für den Ausbau und die dauerhafte Absicherung hauptamtlicher Strukturen in den Kreis- und Stadtsportbünden aus und betont, dass viele Aufgaben auf Dauer nicht mehr allein ehrenamtlich zu leisten seien. Die Linke erkennt die zentrale Bedeutung dieser Aufgabe ebenfalls an, verweist konkrete Zusagen zur personellen Ausstattung jedoch auf die Verhandlungen zur institutionellen Förderung des LSB.

Bündnis 90/Die Grünen setzen ihren Schwerpunkt auf die nachhaltige Finanzierung der Jugendarbeit einschließlich der Jugendbildungsstätten sowie auf den Ausbau von Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen, insbesondere im Ganztag. Zu den konkret abgefragten hauptamtlichen Strukturen äußert sich die Partei eher zurückhaltend. Die AfD rückt vor allem Nachwuchsgewinnung und Talentförderung über die Sportförderschulen in den Mittelpunkt. Sie betont zudem die Bedeutung erfolgreicher Athlet*innen für das Ansehen Deutschlands in der Welt.

Für den LSB ist klar: Ohne verlässlich finanzierte hauptamtliche Strukturen vor Ort lässt sich die Qualität der Jugendarbeit im Sport auf Dauer nicht halten. Wer sich vor der Landtagswahl ein eigenes Bild von den sportpolitischen Positionen der Parteien machen möchte, findet die vollständigen Antworten auf der Website des Landessportbundes.

Sportpolitische Forderungen: Jugendarbeit im Sport – Landessportbund Sachsen-Anhalt e. V.

Antworten der Parteien auf Wahlprüfsteine des LSB: Chancen für Kinder und Jugendliche sichern – Landessportbund Sachsen-Anhalt e. V.

 

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